Die Hitze im Sommer hat mir schon immer zu schaffen gemacht, gerade abends, wenn ich schlafen möchte. In sämtlichen Wohnungen habe ich es Jahrzehnte ohne Kühlung irgendwie ausgehalten – mit offenem Fenster und dem Bettbezug als Decke. Mit dem Umzug in ein Haus aus den 60er Jahren hat sich das aber geändert.
Im Sommer steigt die Temperatur im Schlafzimmer gerne auf 25 Grad, wenn es sehr heiß ist auch auf 27 Grad. Lüften bringt nichts und der Raum beziehungsweise das ganze Obergeschoss heizt sich durch die warme Fassade immer weiter auf, auch nachts.
Im letzten Jahr habe ich mir nach langer Überlegung dann eine mobile Klimaanlage zugelegt, die Midea Portasplit. Der Preis lag bei knapp 800 Euro.
Inzwischen läuft sie den zweiten Sommer und ich muss sagen: es war die beste Entscheidung. Ich komme abends in ein kühles Schlafzimmer und kann einfach besser schlafen. Ist sie perfekt? Nein, es gibt auch ein paar Kritikpunkte.
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Warum gerade die Portasplit?
Klassische Monoblockanlagen kühlen zwar, aber sie pumpen die Abwärme über einen Schlauch nach draußen und erzeugen dabei Unterdruck im Raum – warme Luft strömt durch Ritzen nach. Das Prinzip ist ineffizient und in meinem ohnehin nicht sehr dichten Haus vielleicht keine gute Wahl.
Nichtsdestotrotz wollte ich mir so eine Anlage kaufen, weil es bereits sehr günstige Lösungen gibt. Allerdings haben einige Freunde und Bekannte von mir solche Geräte im Einsatz, sind aber oft nur bedingt begeistert. Ich bin dann durch Zufall auf die Portasplit gestoßen und die vielen positiven Erfahrungsberichte von Käufern.
Die Portasplit arbeitet wie eine echte Split-Klimaanlage: Innen- und Außenteil sind getrennt, der Wärmetauscher hängt draußen am Fensterrahmen und der Schlauch transportiert Kondensat und Kältemittel. Das Ergebnis ist effizienter als ein Monoblock und für Mieter oder Menschen ohne Möglichkeit zur Festinstallation trotzdem umsetzbar. Zudem sind echte Klimaanlagen mit Montage eben auch deutlich teurer.
Ich nutze die Anlage ausschließlich im Schlafzimmer. Mein Raum ist mit Dachschrägen nicht besonders groß, nur rund 13 Quadratmeter. Wahrscheinlich ist die Portasplit dafür überdimensioniert – hätte es die kleinere Cool-Variante damals schon gegeben, hätte ich wahrscheinlich zu der gegriffen, zumal ich die Heizfunktion der regulären Portasplit ohnehin nicht nutze.
Mein Nutzungsmuster ist simpel: Ein bis zwei Stunden vor dem Schlafen kühle ich den Raum auf 16 bis 17 Grad herunter, dann schalte ich die Anlage aus. Die Kälte hält sich lange genug, um gut durchzuschlafen – auch wenn das Gerät nicht die ganze Nacht läuft. Nur wenn es extrem heiß ist, lasse ich es auch nachts laufen.
Was gut funktioniert
Die Kühlleistung ist super. Der Raum erreicht die gewünschte Temperatur deutlich schneller, als ich erwartet hatte.
Der Auf- und Abbau ist simpel: Im Herbst war die Portasplit in wenigen Minuten demontiert und in einem anderen Zimmer verstaut. Der Aufbau im Mai war genauso einfach – in unter 10 Minuten war die Anlage betriebsbereit.
Ein kleiner Trick hat mir die Nutzung zusätzlich erleichtert: Die originale Fensterabdichtung aus Stoff, die mitgeliefert wird, ist mir zu fummelig. Das Klettband hielt auf meinen Fensterrahmen nicht zuverlässig. Und das Öffnen und Schließen, damit ich lüften kann, war einfach umständlich.
Bei Reddit bin ich auf den Tipp mit Rohrisolation oder Poolnudeln gestoßen, die um das Fenster geklemmt werden – klingt provisorisch, funktioniert aber einwandfrei. Mein Fenster ist damit nicht zu hundert Prozent dicht, aber das stört mich nicht: Die Portasplit erzeugt keinen Unterdruck, also strömt kaum warme Luft aktiv nach, zumal ich auch noch Thermovorhänge habe.
Der Raum bleibt so lange kühl und die Kälte verschwindet nicht sofort. Wer mehr Aufwand betreiben möchte, findet bei der großen Community allerdings viele kreative Lösungen für eine bessere Abdichtung. Ich mache mir diese Mühe nicht, weil die Anlage bei mir ohnehin nur an wenigen Abenden im Jahr wirklich gebraucht wird.
Was mich stört
Ich will ehrlich sein: Die Lautstärke ist mein größtes Problem. Selbst auf der niedrigsten Stufe ist mir die Anlage zu laut zum Einschlafen. Ich wohne ländlich, bin abends Stille gewohnt – da fällt jedes Betriebsgeräusch auf. Wer in der Stadt lebt und schon jetzt mit Straßenlärm oder Ähnlichem schläft, wird das vermutlich kaum wahrnehmen.
Für mich ist es doch ein Kompromiss. Deshalb kühle ich zumeist vor, schalte sie anschließend ab und schlafe dann in der Stille. Das funktioniert für mich gut. Wer aber die Anlage nachts durchlaufen lassen will, sollte sich bewusst sein, dass das Betriebsgeräusch durchaus präsent ist, gerade in kleinen Räumen.
Im letzten Jahr hatte ich ein technisches Problem: Die Anlage arbeitete einige Tage lang nur noch mit rund 400 Watt, die Kühlleistung war deutlich reduziert.
Die Lösung war simpel und kam auch wieder von Reddit: Stecker ziehen, 15 Minuten warten, neu einstecken. Das hat tatsächlich funktioniert. Seitdem ist das nicht mehr aufgetreten. Ob Midea das inzwischen per Update adressiert hat, kann ich nicht sagen.
Die Größe des Geräts ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. In einem kleinen Schlafzimmer nimmt die Portasplit Platz weg. Man gewöhnt sich daran, aber es ist kein kompaktes Gerät.
Und dann ist da noch das Gewicht ... Innen- und Außengerät wiegen zusammen über 40 Kilogramm. Ich habe sie zweimal ins Untergeschoss getragen, aber das ist mir zu umständlich. Schade – ich würde sie nämlich auch gerne tagsüber mal im Büro oder Wohnzimmer nutzen. Wirklich mobil ist sie aus meiner Sicht also nicht.
Was mir ebenfalls fehlt, ist ein simpler Timer: Ich würde die Anlage gerne automatisch laufen lassen zwischen, etwa zwischen 20 und 22 Uhr. Ich hoffe, dass es dahingehend mal ein Softwareupdate geben wird.
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Fazit nach einem Jahr
Wer – wie ich – im Sommer mit hohen Temperaturen im Innenraum zu kämpfen und keine Möglichkeit für eine Festinstallation hat, bekommt mit der Portasplit eine tolle mobile Kühllösung. Die Kühlleistung stimmt, der Aufbau ist überschaubar und die Community rund um das Gerät ist groß genug, dass man für mögliche Probleme eine Lösung findet.
Klar, perfekt ist auch die Midea nicht. Die ist mir etwas zu laut, groß, schwer und die Fensterdichtung war mir persönlich auch zu umständlich. Bei dem enormen Komfortgewinn kann ich jedoch darüber hinwegsehen und empfehle die Anlage in meinem Umfeld gerne weiter.
Der Stromverbrauch ist natürlich nicht zu vernachlässigen. In diesen Jahr sind es bei mir bislang knapp 23 Kilowattstunden – und das bei dem sporadischen Einsatz am Abend. Im Vorteil ist hier natürlich, wer die Kosten über Solarenergie abdämpfen kann.
Bleibt nur ein Problem für Interessenten: Das Teil ist oft ausverkauft, das war bereits im letzten Jahr so. Wer bislang kein Glück hatte, sollte die Anlage trotzdem auf dem Zettel haben und im Zweifel antizyklisch bei besserer Verfügbarkeit zugreifen fürs kommende Jahr. Mitunter sind die Preise dann auch etwas niedriger.

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