Mit Momo hat Michael Ende vor 52 Jahren ein Buch geschrieben, das sich mit Themen wie Zeitverlust und Leistungsdruck beschäftigt. Das junge Waisenmädchen Momo muss verhindern, dass graue Gestalten den Menschen ihre Lebenszeit rauben.
Regisseur Christian Ditter bringt die Geschichte des deutschen Schriftstellers nach 24 Jahren zurück auf die Leinwand und verbindet sie mit aktuellen Problemen wie zum Beispiel künstlicher Intelligenz und Technologie. Somit wird die Story relevanter denn je.
Unsere Entertainment-Expertin Franzi hat sich mit dem neuen Meister der Zeit und des Alters, Martin Freeman, zusammengesetzt und über die neue Verfilmung von Momo geplaudert. In einem zweiten Interview hat sie zusätzlich mit seinen Co-Stars Alexa Goodall und Araloyin Onushremi geredet.
Weniger Technologie, mehr Zeit für die Familie
Als Meister Hora kontrolliert Freeman die Zeit und gilt als wichtige Schlüsselfigur in der Geschichte von Momo. Als die grauen Gestalten den Menschen ihre Lebenszeit stehlen, hilft er der jungen Momo, sie aufzuhalten.
Auf die Frage hin, was die Moral der Geschichte auch heute noch so relevant macht, hat der 54-jährige britische Schauspieler eine klare Meinung.
Nun, ich denke, ich spreche auch für mich selbst, wenn ich sage, dass Telefone viel Zeit in Anspruch nehmen. [...] Wenn man mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt, schauen die Leute auf ihre Telefone. Sobald alle eine Minute Zeit haben, schauen sie auf ihr Telefon. Es [die Moral] ist insofern relevant, als dass so viele junge Menschen und auch ältere Menschen nicht mehr nach oben schauen. Sie schauen sich nicht mehr an. Sie lesen nicht mehr.
Es gibt viele Dinge, die wir opfern, um ständig auf Bildschirme zu schauen. Ob es jetzt ein Laptop oder ein Telefon ist, weil so viele Geschäfte auf diese Weise abgewickelt werden. So verdienen die Menschen ihr Geld, so verdienen wir alle unser Geld. [...] Ich denke, wenn es eine Möglichkeit gibt, das zu reduzieren, wäre das sehr nützlich.
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Momo: Michael Endes Fantasy-Klassiker kehrt 2025 in deutsche Kinos zurück
Auch Freemans Schauspiel-Kollegen Alexa Goodall (Lockwood & Co.) und Araloyin Oshunremi haben eine ähnliche Einstellung. Der 21-jährige Heartstopper-Darsteller führt den Gedanken jedoch noch weiter:
[...] Abgesehen von der Technologie sieht man, dass die Arbeit viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich habe das Gefühl, dass die Menschen heutzutage besonders viel arbeiten, nur um ihre Familien zu versorgen, was wir sogar bei Ginos [Oshunremis Figur] Mutter sehen, die so viel arbeitet.
Sie versucht, ihre ganze Zeit mit Arbeiten zu verbringen, nur damit sie später Zeit für andere Dinge hat. Ich finde, dass heutzutage ein Gleichgewicht sehr, sehr wichtig ist. Vor allem, weil die Menschen von Montag bis Freitag arbeiten und nach der Arbeit müde sind.
Das macht es manchmal schwierig für ihre Kinder oder Freunde. Ich finde, dass die Menschen lernen müssen, ihr Leben in Balance zu halten, damit sie arbeiten können, aber auch das genießen können, was ihnen wichtig ist.
Gerade die jungen Schauspieler gaben preis, dass sich ihre eigene Sicht auf die Thematik durch die Arbeit an dem Film verändert hat. Demnach haben sie versucht, besonders nach den Dreharbeiten wieder mehr Zeit mit ihren Freunden und ihrer Familie zu verbringen. Wie Goodall es so schön ausgedrückt hat, sollen die Zuschauer mit dem Gedanken »man lebt nur einmal« aus dem Kinosaal herausgehen.
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