Alle exklusiven Tests zum halben Preis lesen!

So viele Tests wie noch nie!

Das erste Jahr Plus zum halben Preis sichern

Ein einzelnes Spiel legte einst die Messlatte für Brutalität so hoch, dass die USA ihre eigene USK gründete

Erst durch die drastischen Gewaltdarstellungen von Mortal Kombat haben die USA eine Selbstregulierungsorganisation für Videospiele gegründet.

Wie Johnny Cage wohl auf das Rating der ESRB reagiert? Wie Johnny Cage wohl auf das Rating der ESRB reagiert?

Die 90er-Jahre gelten als das große Jahrzehnt der 1v1-Kampfspiele und brachten legendäre Serien wie Street Fighter und Tekken hervor. Der letzte Name in den großen Dreien des Genres lautet Mortal Kombat. Die Spiele dieser Reihe waren im Gegensatz zur namhaften Konkurrenz so brutal, dass die Ableger in Deutschland erstmals 2015 nicht auf dem Index gelandet sind.

Woanders waren die Reaktionen in gewisser Weise sogar noch drastischer, hat das Spiel in den USA gar für eine Zäsur gesorgt. Denn während Titel wie Doom und Wolfenstein noch an absolut jeden verkauft wurden, musste erst ein Mortal Kombat kommen, damit ein amerikanisches Äquivalent zur USK entwickelt wird.

Da rutscht einem das Herz in die Hose - wortwörtlich

Video starten 0:43 Mortal Kombat: 1992 startete eine der kontroversesten Spiele-Reihen der Geschichte - mit diesem Trailer fing alles an

Was war so brutal? Das erste Mortal Kombat erschien 1992 für Arcade, SNES, Mega Drive, Game Gear, Game Boy und MS-DOS und unterschied sich im Kern nicht großartig von ähnlichen Spielen. Ihr wählt euren Kämpfer aus und prügelt euch in einem 1v1-Kamp so lange, bis einer seine gesamte Lebensenergie verloren hat.

Da Mortal Kombat übersetzt aber nun mal tödlicher Kampf heißt, ist hier noch nicht Schluss. Habt ihr gewonnen, müsst ihr euren Gegner durch einen Finisher-Angriff in die ewigen Jagdgründe befördern - und das geschieht auf die grausamsten Arten. Da werden Köpfe abgeschlagen, Rückgrate herausgerissen und Herzen als Trophäen entwendet.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle findest du einen externen Inhalt von YouTube, der den Artikel ergänzt.
Du kannst ihn dir mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.

Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von YouTube angezeigt werden.

Personenbezogene Daten können an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Link zum YouTube-Inhalt

In Deutschland landete Mortal Kombat wenig nach der Veröffentlichung auf dem Index, wo es auch bis 2019 verweilte. In den USA erschien es ohne Einschränkungen - sogar für Kinder. Eine Selbstregulierungsorganisation wie die USK gab es dort damals nicht. Die Verantwortung lag vollständig bei der persönlichen Einschätzung der Eltern und Händler.

1993, also ein Jahr nach dem Release, erfuhr der US-Politiker Joe Lieberman von Mortal Kombat und warf dem Spiel vor, Gewalt zu verherrlichen. Auf einer Pressekonferenz sagte er, es bringe Kindern bei, Gefallen daran zu finden, die grausamsten Formen von Brutalität auszuüben, die man sich vorstellen kann.

Noch im selben Jahr veranstalteten Lieberman und Senator Herb Kohl eine Anhörung über Mortal Kombat und andere gewalttätige Videospiele wie Night Trap und Lethal Enforcers. Hier sprach er erstmals davon, eine staatlich betriebene Regulierungsbehörde für die Videospielindustrie einzurichten.

1994 wurde dann ein Bewertungssystem des Branchenverbands IDSA, heute Entertainment Software Association, eingeführt. Es kategorisiert und kennzeichnet, welche Inhalte für bestimmte Altersgruppen geeignet sind. Damit wurde die nordamerikanische Selbstregulierungsorganisation Entertainment Software Rating Board (ESRB) geboren und ist bis heute im Dienst.

Im Gegensatz zur USK gibt es bei dem ESRB nur vier Altersklassen:

  • E (Everyone / jeder)
  • T (Teen / Jugendliche ab 13)
  • M (Mature / Erwachsene ab 17)
  • AO (Adults Only / nur für Erwachsene ab 18)

Die Kennzeichnung AO wurde in der Geschichte nur seltenst vergeben. Prominente Beispiele sind das Stealth-Spiel Manhunt 2 (2006) und der Amok-Shooter Hatred (2015). Auch der Survival-Hit Conan Exiles erhielt im Vorfeld ein AO-Rating, wurde nach einigen Anpassungen jedoch 2018 mit einem M-Rating veröffentlicht. Ähnlich war es mit Fahrenheit (2005) und GTA: San Andreas (2004).


Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.