Elegantes Stadt-E-Bike unter 2.000 Euro: Das MOUGG hat mich mit zwei Features überrascht

Spritziger Motor, leicht und made in Germany: Die Stadt-Pedelecs von MOUGG klingen vielversprechend. Ich habe das STAR CDI-Modell getestet.

Minimalistisch, leicht und zu einem fairen Preis: Meine Testeindrücke zum MOUGG STAR CDI fallen oft positiv aus. Minimalistisch, leicht und zu einem fairen Preis: Meine Testeindrücke zum MOUGG STAR CDI fallen oft positiv aus.

Wenn man an stylishe Stadt-E-Bikes denkt, kommen einem vermutlich zunächst Namen wie Vanmoof und Cowboy in den Sinn. Inzwischen gibt es jedoch allerhand Alternativen, darunter auch das Düsseldorfer Unternehmen MOUGG.

Mit dem STAR CTR und STAR CDI bietet das Unternehmen zwei moderne, optisch besondere und sehr leichte City-Pedelecs an. Beide Modelle wiegen knapp 17 bis 18 Kilogramm und sind in Deutschland hergestellt.

Durch individuelle Anpassungsmöglichkeiten bei der Bestellung liegt der Preis für die Standardkonfiguration noch unter 2.000 Euro.

Der Fokus von MOUGG: Einfachheit, Qualität und maximaler Fahrspaß. Wie das in der Praxis aussieht, habe ich mir anhand des STAR CDI-Modells angeschaut – und bin im Test auf zwei besonders spannende Features gestoßen.

Transparenzhinweis: MOUGG hat mir das STAR CDI für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

MOUGG STAR CDI
MOUGG STAR CDI
Dank Drehmomentsensor, starkem Motor und wartungsarmen Carbonriemens braucht sich das MOUGG STAR CDI in der Kategorie der leichten City-Pedelecs nicht zu verstecken. Gefallen hat mir auch das (anpassbare) einzigartige Design, die angenehme Ergonomie sowie die kräftige Motorunterstützung auf jeder Stufe.

Wer auf die Optik steht und ein unkompliziertes Stadt-E-Bike ohne Schnickschnack, dafür mit hohem Fahrspaß sucht, macht mit dem MOUGG STAR CDI nichts verkehrt.
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Stylishes Design
  • Hoher Fahrspaß
  • Nützliche Fernlichtfunktion
  • Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten
  • Nachhaltige Produktion
  • Rutschige Lenkergriffe (Leder-Variante)
  • Rahmen-Display bei Sonne schwer zu lesen (konfigurations-abhängig)
  • Reifen könnten dicker sein
  • Keine App

Ausstattung des MOUGG: Anpassbar wie kaum ein anderes City-Bike

Bereits bei der Bestellung des Fahrrads wird eine der größten Stärken von MOUGG deutlich: die große Anpassbarkeit. Ihr könnt zwischen zwei Rahmengrößen und drei Farben wählen und auch Griffe, Lenker und Sattel in unterschiedlichen Varianten anpassen.

Doch damit nicht genug.

Ihr wollt einen erhöhten Lenker, eine 10-Gang-Kettenschaltung statt des Gates-Carbonriemens oder letzteren sogar in der langlebigeren CDX-Ausführung? Wie wäre es mit robusteren Reifen für das Gelände? Im Konfigurator habt ihr die Qual der Wahl.

Das MOUGG STAR CDI in seiner ganzen Pracht. Das MOUGG STAR CDI in seiner ganzen Pracht.

Auch ein Gepäckträger und Schutzbleche (in Rahmenfarbe) sind gegen Aufpreis erhältlich – ebenso wie allerhand Zubehör, darunter Helme, Lampen und sogar ein Adapter für einen Fahrradanhänger.

Dadurch könnt ihr euer MOUGG so individuell anpassen, wie ich es bei keinem anderen Hersteller bisher erlebt habe. Allerdings steigt der Preis für jede Zusatzoption.

Meine Konfiguration mit Gates CDN, Schutzblechen, Ledersattel in Mahagoni-Optik, passenden Ledergriffen, Delta Cruiser Plus-Bereifung und Gepäckträger kostet beispielsweise 2.235 Euro.

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Rund drei Wochen lang war das STAR CDI mein treuer Begleiter auf dem Weg zur Kita, zu Terminen und in der Freizeit. Da ich in einer ländlichen Kleinstadt wohne, kam das Bike neben Asphalt auch auf Wald- und Schotterwegen sowie steilen Bergen zum Einsatz.

Spezifikationen
  • Rahmengrößen: M (bis 1,80 m) und L (ab 1,80m)
  • Gabel: Aluminium
  • Felgen: 28-Zoll-Laufräder
  • Reifen: Schwalbe Delta Cruiser Plus 47-622 (Eigenkonfiguration)
  • Frontlicht: Spanninga X&O 50 XE LED Scheinwerfer mit Fernlichtfunktion, Tagfahrlicht im Rahmen integriert
  • Sattelstütze: LightSKIN-Sattelstütze mit integriertem Rücklicht
  • Bremsen: Shimano BR-MT200 (hydraulische Schreibenbremsen)
  • Riemen: Gates-Carbonriemen CDN (CDX gegen Aufpreis)
  • Motor: MIVICE M080 36V Heck Nabenmotor 250W / 40Nm
  • Sensor: MIVICE S200 Drehmomentsensor
  • Akku: 36V / 378 Wh Akku, abnehmbar und abschließbar
  • Zugelassenes Systemgewicht: 120 Kilogramm
  • Gewicht: 18,5 Kilogramm (Rahmengröße M)
Preis und Verfügbarkeit

Das STAR CDI ist ohne Zubehör wie Gepäckträger und Schutzbleche ab 1.999 Euro im MOUGG-Shop erhältlich. Je nach Konfiguration kostet das Bike bis zu 2.400 Euro. Es gibt zwei Rahmengrößen (M und L) für Fahrer unter respektive ab 1,80 Metern Körpergröße und drei Farben (Anthrazit, Creme, Petrol).

Verarbeitung & Design

Für den Preis bekommt ihr ein hochwertig verarbeitetes Bike. Im sichtbaren Bereich gibt es so gut wie keine Schweißnähte, die Kabel werden direkt in den Vorbau geführt und die Schutzbleche sind aus Alu statt aus Plastik.

Bei holprigen Fahrten klapperte es bei mir zwar gelegentlich im vorderen Teil des Fahrrads, vermutlich hinter der Tageslichtlampe durch verstaute Kabel. Aber das ist verschmerzbar.

Auch wenn andere Bikes noch etwas cleaner wirken, überzeugt MOUGG vor allem durch seinen leichten Retro-Chic, gerade, wenn ihr einen Ledersattel wählt.

Wahlweise könnt ihr einen Ledersattel bestellen, der optisch besonders gut zu den Rahmenfarben passt. Wahlweise könnt ihr einen Ledersattel bestellen, der optisch besonders gut zu den Rahmenfarben passt.

Ebenfalls schön: Es wurde nicht an den Lichtern gespart. Neben dem immer eingeschalteten, rahmenintegrierten Tagfahrlicht sorgen ein vorderer Scheinwerfer und Rücklicht-LEDs, die in das Satellitenrohr eingebaut sind, für ein regelkonformes Radfahren gemäß den Vorschriften der StVZO.

Das Display, bei mir im Oberrohr verbaut, ist minimalistisch und bei direkter Sonneneinstrahlung schwer zu lesen – zweckdienlich eben.

Schade, dass es den Restakkustand nur in Form eines vagen Balkens angibt. Eine Prozentanzeige oder Restkilometer wären wünschenswert gewesen.

Aber: Es gibt das Bike wahlweise auch mit Sportlenker, in dem ein größeres Display integriert ist. Ob es weniger spiegelt oder einen höheren Kontrast aufweist, kann ich nicht beurteilen.

Das Display im Rahmen (bei Komfortlenker-Konfiguration) zeigt euch Restreichweite anhand eines Balkens, die Geschwindigkeit und eure Unterstützungsstufe. Das Display im Rahmen (bei Komfortlenker-Konfiguration) zeigt euch Restreichweite anhand eines Balkens, die Geschwindigkeit und eure Unterstützungsstufe.

Spritziger Motor: Ich möchte nicht mehr absteigen

Beim ersten Ausrollen wird schnell klar, dass der bewährte Mivice M080-Heckmotor mit 40 Nm hier optimal funktioniert.

Aufgrund des relativ geringen Fahrradgewichts sorgt der Motor selbst in der ersten von fünf Unterstützungsstufen für spürbaren Vorschub und läuft selbst bei maximaler Leistung angenehm leise.

Kaum losgefahren, habt ihr die 25 km/h erreicht. Schneller zu fahren, ist ebenfalls kein Problem, denn die Trittfrequenz ist angenehm gering und der Übergang kaum spürbar.

Andere Bikes fahren sich jenseits der erlaubten Maximalgeschwindigkeit wie ein Bagger durch Kaugummi. Nicht so beim MOUGG.

Da es sich bei der Riemenvariante um ein Singlespeed-Bike handelt, fährt es sich gänzlich ohne Motorunterstützung (auf Stufe 0) beim Anfahren jedoch recht behäbig, das muss euch klar sein.

Auf den Stufen 3-5 macht das STAR CDI besonders Laune, zumal sich die unscheinbare M-Taste als Boost-Button entpuppt. Einfach gedrückthalten und schon schaltet das Bike temporär in die höchste Stufe.

Nützlich zum Beispiel bei Anstiegen. Dabei macht der Motor selbst bei Steigungen über zehn Prozent nicht schlapp.

Auch wenn es schön ist, die Wahl zu haben: Für mich sind fünf Stufen zu viel, weswegen ich eigentlich immer in der dritten fahre.

Es hätte meines Erachtens besser zum Minimalismus-Konzept von MOUGG gepasst, sich hier auf maximal drei Stufen zu reduzieren. Auch der M-Button wäre unten in Daumennähe besser erreichbar gewesen.

Das ist aber Meckern auf sehr hohem Niveau.

Auch wenn die rasante Beschleunigung bestimmt nicht jedermanns Sache ist, fährt sich das Bike dank Drehmomentsensor sehr natürlich.

Je nachdem, wie stark ihr in die Pedale tretet, unterstützt euch der Motor. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung für die einzelnen Stufen gibt es allerdings nicht. Wollt ihr langsam fahren, müsst ihr sehr langsam und leicht treten.

Zum angenehmen Fahrgefühl trägt auch die Ergonomie bei. Beim von mir ausgewählten Komfortlenker (leicht gebogen) ist die Sitzposition halb aufrecht. Der Vorbau lässt sich zudem verstellen. Sehr schön.

Nachhaltigkeits-Aspekt
Für jedes verkaufte MOUGG pflanzt das Unternehmen in Kooperation mit Plant-my-Tree einen Baum. Jeder Kunde erhält ein Zertifikat mit genauem Standort des eigenen Baums. So soll über die Lebensdauer des Bikes mehr CO2 eingespart werden, als mit der Herstellung des Fahrrads produziert wurde.

Sicherheit & Reichweite

Während die Bremsen jederzeit gut zupacken, könnten die Reifen etwas breiter sein, um gerade in Kurven mehr Grip zu bieten. Mehr Grip hätte ich mir zudem von den sehr glatten Ledergriffen gewünscht.

Diese Kritik dürfte sich bei den herkömmlichen Komfort-Griffen aber erübrigen, sie ist also abhängig von eurer Radkonfiguration.

Die Reifen halten einiges aus, sind aber relativ schmal. Die Reifen halten einiges aus, sind aber relativ schmal.

Auch wenn das Bike für die Stadt gebaut wurde, meistert es auch einige Schotter- und Waldwege bravourös. Empfehlenswert ist dies aufgrund der fehlenden Federung jedoch nicht.

Im Allgemeinen würde ich das MOUGG im Vergleich zu anderen ungefederten Stadt-Pedelecs eher zu den härteren zählen.

Bei der Beleuchtung hat MOUGG noch ein weiteres Schmankerl in petto: Eine Fernlichtfunktion samt Lichthupe. Das ist neben dem versteckten Boost-Button das zweite clevere Feature, das mich überrascht hat.

In der Stadt vielleicht weniger wichtig, bei mir auf dem Land, wo nur jede dritte Straßenlaterne leuchtet (wenn es überhaupt eine gibt), aber eine super Ergänzung. Spätestens im Wald war das Feature ein Gamechanger:

Normales Licht Fernlicht Normales Licht Fernlicht

Mit Fernlicht sehe ich von den Bäumen vor mir ungefähr einen ganzen Meter mehr, doch auch der Bereich unmittelbar vor und neben meinem fahrrad wird deutlich mehr ausgeleuchtet (siehe Pflanzenbewuchs rechts).

Eine App sucht ihr dagegen vergebens. Laut MOUGG sei auch vorerst keine geplant. Das mag zum Konzept der einfachen Bedienung passen und ist aufgrund der ohnehin nicht vorhandenen smarten Features, für die es ein Smartphone bräuchte, zu verschmerzen.

Andererseits ist das im direkten Konkurrenzumfeld nicht mehr zeitgemäß. Bei Radtouren müsst ihr für Navigation und Fitness-Daten auf Drittherstelleralternativen zurückgreifen.

Kein großer Kritikpunkt, es sollte aber erwähnt werden.

Die Reichweite hängt wie immer stark von der Unterstützungsstufe, eurem Gewicht und der Witterung ab, bewegt sich aber zwischen 40 und 80 Kilometern.

Meiner Meinung nach völlig ausreichend für das, was das MOUGG sein will: ein City-Pedelec.

Der Akku ist herausnehm- und abschließbar. Eine kleine LED zeigt euch den ungefähren Ladestand. Der Akku ist herausnehm- und abschließbar. Eine kleine LED zeigt euch den ungefähren Ladestand.

Solltet ihr das MOUGG STAR CDI kaufen?

Das STAR CDI lohnt sich für euch, wenn:

  • Ihr ein möglichst unkompliziertes E-Bike sucht, das einfach zu bedienen ist
  • Euch eine vielseitige Konfiguration des Bikes bei der Bestellung wichtig ist
  • Ihr ein besonders spritziges Fahrgefühl bevorzugt
  • Ihr Wert auf eine Fernlichtfunktion legt

Mögliche Alternativen zum STAR CDI von MOUGG:

  • Das Tenways CGO600 Pro überzeugt mit ebenso hohem Fahrspaß und geringem Gewicht und ist aufgrund einiger günstigerer Komponenten bereits ab 1.800 Euro zu haben, hat aber keinen ergonomischen Lenker
  • Das Cowboy Cruiser ist zwar deutlich teurer, legt aber ebenfalls Wert auf Minimalismus und Einfachheit. Hier gibt es auch eine App, die zu den besten auf dem Markt zählt.

Das MOUGG STAR CDI macht enorm viel Spaß. So viel, dass ich bei spontanen Ausflügen noch weiter gefahren bin, als ich ursprünglich wollte.

Die Konkurrenz bei den leichten Stadt-Pedelecs ist enorm. MOUGG braucht sich hier dank eines kompetitiven Preises in Kombination mit hoher Qualität und der schicken Optik nicht zu verstecken.

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