Vor kurzem hatten wir euch gefragt, wie viel Geld ihr für einen Gaming-Laptop auf den Tisch legen würdet. Mit 20 Prozent entfielen die meisten Stimmen auf einen Preisbereich von 1.000 bis 2.000 Euro. Genau in dem Segment ist auch das XMG Core 15 angesiedelt.
Absolutes High-End gibt es in der Preisklasse natürlich nicht, dafür allerdings eine RTX 4060, die mit den vollen 140 Watt arbeiten kann. Ob sich die beliebte Grafikkarte in Anbetracht der bald erscheinenden Mittelklasse-Chips RTX 5070 Ti, 5070 und 5060 noch lohnt, sehen wir uns mal genauer an.
Transparenzhinweis: XMG hat mir das Core 15 für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Technische Daten
- CPU: AMD Ryzen 7 8845HS
- Grafik: Nvidia RTX 4060 mit 8-GB-VRAM
- RAM: 32-GB-DDR5-5600
- Display: 15,3-Zoll-IPS mit einer Auflösung von 2560 x 1600 Pixel bei 240 Hertz
- SSD: 1x 1-TB-M.2-PCIe-4.0
- Konnektivität: WiFi 6E, Bluetooth 5.0, 1-Gbit-LAN
- Audio: 2x Lautsprecher
- Akku: 99 Wh
- Abmessungen: 342,5 x 245 x 21,9 Millimeter
- Gewicht: 2 kg
Testverfahren
Zum hier angewendeten Testverfahren gibt es einen eigenen Artikel: Testverfahren ausführlich erklärt: So testen wir die Notebooks auf GameStar Tech
. Eventuelle Abweichungen wie etwa bei einem Gerät mit integrierter Grafik (IGP) oder Apple Laptops werden im Artikel erklärt.
Preis und Verfügbarkeit
Das XMG Core 15 ist bereits ab 1.429 Euro direkt beim Hersteller erhältlich.
Design
Rein optisch hält sich das Core 15 sehr zurück. Es handelt sich definitiv um ein Gerät, mit man sich auch im geschäftlichen Umfeld sehen lassen kann. Das Chassis besteht komplett aus Alu, eine Besonderheit, die man auch nicht bei jedem 1.500-Euro-Laptop findet.
Damit hat das Core 15 sogar den kürzlich getesteten Boliden MSI Raider und Aorus Master 18 etwas voraus. Die besitzen trotz der horrenden Preise nur ein Gehäuse aus Kunststoff. Eine Beleuchtung hat sich XMG bei dem Gerät gespart, die würde allerdings auch nicht wirklich zur Optik passen.
Sowohl die Verarbeitung als auch die Stabilität des Chassis sind ausgezeichnet, und das nicht nur zu diesem Preis. Wie die Bezeichnung Core 15 bereits erahnen lässt, handelt es sich um ein Notebook mit einem 15,3-Zoll-Display. Auch bei den Anschlüssen hat der Hersteller nicht gespart:
- 1x 3,5-mm-Audio
- 1x USB-C 3.2 Gen1 (5 Gbps)
- 1x USB-A 3.2 Gen1 (5 Gbps)
- 1x RJ45 Port
- 1x HDMI 2.1
- 1x USB-C 3.2 Gen2 (10 Gbps)
- 1x Mini DisplayPort 1.4a
- 2x USB-A 3.2 Gen1
- 1x Card-Reader
Sehr praktisch: Der Anschluss für das Ladegerät befindet sich neben HDMI und DisplayPort an der Rückseite.
Eingabegeräte
Die Tastatur sitzt fest im Chassis und gibt auf starken Druck nur minimal nach. Bei normaler Nutzung ist das Verhalten nicht störend. Das Eingabegerät gefällt mit einem eher langen Tastenhub und einem klaren Auslöseverhalten. Ob es den Ziffernblock mit den deutlich verkleinerten Tasten gebraucht hätte, ist wohl eine Frage des persönlichen Geschmacks, ich persönlich hätte darauf verzichten können.
Mit 12,3 x 7,7 Zentimetern fällt das Touchpad jetzt nicht riesig aus. Mehr geht allerdings auch nicht, da schlicht der Platz fehlt. Die Oberfläche besteht nach Angaben von XMG aus Glas. Entsprechend angenehm ist dann auch die Bedienung, das Material setzt den Fingern nur einen minimalen Widerstand entgegen. Dazu sitzt es ebenfalls fest im Gehäuse, selbst bei stärkerem Druck entstehen an den Rändern keine unschönen Spalten.
Display
Beim Display verbaut XMG ein 15,3-Zoll-IPS Panel des Herstellers BOE mit matter Oberfläche. Die maximale Helligkeit gibt der Hersteller mit 500 cd/m² an, ich konnte 544 cd/m² in meiner Messung ermitteln. Das Display unterstützt den HDR 400 Standard und deckt 100 Prozent des sRGB-Standards ab.
Die maximale Helligkeit des verbauten IPS-Panels kommt in hellen Umgebungen schnell an ihre Grenzen.
Die Farbdarstellung ist subjektiv betrachtet gut, auch wenn natürlich nicht die Brillanz eines Mini-LED- oder OLED-Screens erreicht wird. Durch die matte Oberfläche sind so gut wie keine Reflexionen zu sehen.
Die Helligkeit ist für Innenräume oder im schattigen Außenbereich noch ausreichend. Für eine Nutzung in der Sonne ist die Helligkeit dagegen zu gering.
Display-Helligkeit
XMG Core 15
- cd/m²
- 0
- 110
- 220
- 330
- 440
- 550
Innenraum
Das Innere des Core 15 zeigt sich sehr aufgeräumt. Verbaut ist eine klassische Heatpipe-Kühlung mit zwei Lüftern. Auf der Hauptplatine stehen dem Anwender zwei M.2-PCIe-4.0-Steckplätze zur Verfügung.
Neben den SSDs kann der Arbeitsspeicher und das WLAN-Modul bei Bedarf getauscht werden. Sehr schön und längst noch nicht überall Standard ist das montierte Kühlblech für die SSDs.
Performance
Im CPU-Teil des Geekbench liegt der AMD Ryzen 7 8845HS Prozessor mit seinen 8 Kernen aufgrund der besseren Kühlung knapp vor dem nominell stärkeren 8945HS mit ebenfalls 8 Kernen. Die Intel Core 9 Ultra 185H CPU mit 16 Kernen im Acer Neo 14 wird ebenfalls knapp geschlagen.
Im Grafik-Teil schafft es die 4060 mit 140 Watt nicht, an den RTX-4070-Modellen mit 90 beziehungsweise 125 Watt vorbeizuziehen. Der Abstand beträgt rund 10 Prozent.
Geekbench CPU
XMG Core 15
- Geekbench Punkte
- 0
- 2800
- 5600
- 8400
- 11200
- 14000
Auch im 3DMark Time Spy macht sich die gute Kühlung des XMG Laptops bemerkbar. Der CPU-Wert liegt zwischen 16 und 28 Prozent vor den Vergleichsmodellen. Etwas anders sieht es bei der GPU aus: Hier agiert die RTX 4060 mit 160 Watt etwa auf dem Niveau einer RTX 4070 mit 90 Watt, das Modell mit 125 Watt ist 21 Prozent schneller.
Cinebench 2024
XMG Core 15
- Cinebench 2024 Punkte
- 0
- 192
- 384
- 576
- 768
- 960
Im PC Mark 10 sind Asus Zephyrus 14 und Acer Neo 14 meist etwas schneller unterwegs. Die große Ausnahme ist hier der Gaming-Benchmark, den das XMG Core 15 deutlich gewinnen kann.
Spiele Benchmarks
Ich vergleiche die RTX 4060 (140 Watt) nachfolgend mit zwei RTX 4070 (90 und 125 Watt). Die 4070 mit 90 Watt wird in Cyberpunk 2077 durchgängig geschlagen und selbst das Modell mit 125 Watt hat häufig das Nachsehen.
Cyberpunk 2077
XMG Core 15
- FPS
- 0,00
- 16,00
- 32,00
- 48,00
- 64,00
- 80,00
In QHD liegt die 4060 dann sogar deutliche 20 Prozent vor der 4070 (125 Watt). Beim Zuschalten von DLSS und Frame Generation zeigt sich dann ein erstaunliches Bild: Die RTX 4060 liegt mehr als deutlich vor den beiden 4070ern mit geringerer TGP.
AC Valhalla
XMG Core 15
- FPS
- 0
- 26
- 52
- 78
- 104
- 130
Etwas anders sieht es dagegen bei AC Valhalla aus. Hier liegen die beiden 4070 Grafikkarten in allen Auflösungen zum Teil deutlich vorn. Spielbare Frameraten liefert die RTX 4060 aber selbst in 4K noch.
Eigentlich sollten jetzt die Benchmarks zu AC Shadows kommen. Leider hat sich das Spiel standhaft verweigert. Der Startvorgang brach ständig kurz vor dem Auswahlbildschirm ab.
Ich habe verschiedene Treiber ausprobiert, das Spiel mehrfach neu installiert und die Dateien von Ubisoft Connect überprüfen lassen, alles ohne Erfolg.
Ist die mobile RTX 4060 noch ausreichend?
Kommen wir zur eigentlichen Frage: Ist die RTX 4060 auch 2025 noch eine gute Wahl für Spieler? Insgesamt ist die 4060 auch heute noch für die meisten Spiele in FHD und oft auch in QHD ausreichend, wenn ihr nicht die höchsten Ansprüche an Framerate und Qualitätseinstellungen habt.
Mit Zuschaltung von Frame Generation ist bei der Leistung auch noch ein wenig Reserve vorhanden. Dennoch würde ich heute keinen Laptop mehr mit 4060 kaufen und stattdessen auf Modelle mit der neuen 5060 warten.
In einem ersten Geekbench-Benchmark hat sich gezeigt, dass die neue Karte auf dem Niveau der RTX 4070 arbeiten dürfte. Dazu kommt dann noch der Vorteil durch DLSS4 und Multi-Frame-Generation. Insgesamt ist die RTX 5060 dann zwar kein Meilenstein, bietet durch die moderne Technologie aber mehr Reserven für die Zukunft.
Audio
Das Core 15 verfügt lediglich über zwei Lautsprecher. Das ist wenig, wenn man sich ansieht, wie manche Laptops schon sechs oder mehr Schallwandler auffahren. Mehr muss allerdings nicht immer auch besser sein. Die beiden Lautsprecher des XMG Laptops hinterlassen einen durchaus brauchbaren Eindruck, in Filmen sind die Dialoge präsent und immer gut verständlich.
Bei Explosionen oder ähnlichen lauten Effekten kommen die kleinen Speaker aber bauartbedingt an ihre Grenzen. Wirklichen Bass könnt ihr von solchen kleinen Lautsprechern nicht erwarten. Generell werden bei der Wiedergabe die Höhen und Mitten stark betont, der Tieftonbereich findet bestenfalls rudimentär statt.
Insgesamt reicht die Audioqualität des Core 15 aus, um im Hotel abends mal einen Film anzusehen, auch Telefonate sind kein Problem. Musik höre ich allerdings dann doch lieber mit Kopfhörern.
Temperatur & Lautstärke
Das Kühlsystem des XMG Core 15 arbeitet recht effizient. Das Resultat sind durch die Bank solide Hardware-Temperaturen. So richtig absetzen kann sich das Core 15 zwar nicht von vergleichbaren Laptops, es fällt aber auch nicht negativ auf. Auch die Temperaturen der Oberflächen bleiben völlig im Rahmen ohne irgendwelche negativen Ausreißer.
Temperaturen
XMG Core 15
- °C
- 0,0
- 18,0
- 36,0
- 54,0
- 72,0
- 90,0
Akkulaufzeit
Dank des großen 99-Wh-Akku fallen die Laufzeiten gut aus. Beim Gaming-Benchmark des PC Mark stehen rund 90 Minuten auf der Uhr, länger halten nur die wenigsten Geräte durch.
Akkulaufzeit
XMG Core 15
- Minuten
- 0
- 188
- 376
- 564
- 752
- 940
Im Modern-Office-Benchmark werden fast fünf Stunden erreicht, ein guter Wert. Noch besser schneidet das Core 15 im Battery-Eater-Test mit mehr als 15 Stunden ab, auch das ist ein gutes Ergebnis.
Solltet ihr euch ein XMG Core 15 kaufen?
Das XMG Core 15 ist das richtige Gerät für euch, wenn …
- … ihr keine allzu hohen Ansprüche an die Gaming-Leistung habt.
- … ihr ein sehr gut verarbeitetes Notebook mit Alu-Gehäuse haben möchtet.
- … ihr eueren Laptop individuell aufrüsten wollt.
Mögliche Alternativen
Asus TUF A17: Mit 1.499 Euro kostet das A17 nur wenig mehr als das Core 15. Es bietet dem AMD Ryzen 9 7940HS die schnellere CPU, eine 1-TB-SSD und eine RTX 4070 mit 140 Watt. Damit sollte das Asus Notebook schneller als der XMG Laptop sein.
Aorus 16X: Das Notebook kostet mit 1.399 Euro sogar noch weniger als das Core 15, bietet mit der RTX 4070 (140 Watt) aber die schnellere Grafiklösung. Weiterhin sind direkt 32-GB-DDR5-RAM, eine 1-TB-SSD und ein gutes 16-Zoll-IPS-Display mit QHD-Auflösung und 165 Hertz mit an Board.
Acer Nitro 16: Für ebenfalls 1.399 Euro ist das Nitro 16 von Acer erhältlich. In diesem Gerät arbeitet eine RTX 4070 (140 Watt) Grafikkarte und ein AMD Ryzen 7 8845HS Prozessor mit 8 Kernen. Ansonsten sind 16-GB-DDR5-RAM und eine 1-TB-SSD verbaut. Das 16-Zoll-IPS-Display deckt laut Hersteller den sRGB-Farbraum zu 100 Prozent ab.
Fazit zum XMG Core 15
Das Core 15 ist ein grundsolides Notebook mit sehr guter Verarbeitung und guten Eingabegeräten. Das Display ist ebenfalls ok, wenn es auch nicht mit aktuellen Top-Displays mithalten kann. Selbst bei der Lautstärke ist es unauffällig, weder besonders laut noch außergewöhnlich leise.
Mit dem 99-Wh-Akku erreicht das Gerät zudem sehr gute Laufzeiten. In Kombination mit den relativ kompakten Abmessungen und einem Gewicht von 2 Kilogramm bietet es sich als mobiler Begleiter an.
Insgesamt ist das XMG Core 15 ein guter Laptop, der sich vielfältig aufrüsten lässt. Bei einem Einstiegspreis von 1.429 Euro sind 8 GB RAM, eine 500 GB große SSD, kein Betriebssystem und der kleinere 80-Wh-Akku dann aber doch zu mager. Dazu kommt, dass die verbaute RTX 4060 jetzt in vielen Fällen noch ausreichend ist, für die Zukunft aber nur noch wenig Reserven bietet.
In einer praxistauglichen Konfiguration mit 16 GB RAM, 1 TB SSD, Betriebssystem und 99-Wh-Akku steigt der Preis dann auf 1.589 Euro. Das ist für meinen Geschmack zu teuer. Für weniger Geld erhaltet ihr auch schon Laptops mit der schnelleren RTX 4070.


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