Im Mai 2024 gab EU-Präsidentin von der Leyen noch zu, dass die EU sehr zurückhaltend bei der Regulierung von KI
war.
Nun hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan für den KI-Kontinent
vorgestellt, mit dem die EU im Bereich der künstlichen Intelligenz weltweit führend werden möchte.
Die fünf Säulen des KI-Kontinents
Der neue Aktionsplan fokussiert sich auf fünf strategische Bereiche:
- Massive Recheninfrastruktur: Die EU will ein Netzwerk von
KI-Fabriken
aufbauen. 13 solcher Anlagen entstehen bereits an Standorten rund um europäische Supercomputer. Noch ambitionierter: Die geplantenKI-Gigafabriken
sollen mit jeweils 100.000 hochmodernen KI-Chips ausgestattet werden - das sind angeblichviermal mehr als die aktuellen KI-Fabriken
. - Investitionsoffensive: Durch die
InvestAI
-Initiative sollen 20 Milliarden Euro für den Bau von bis zu fünf KI-Gigafabriken mobilisiert werden. - Dateninfrastruktur: Spezielle Datenlabore werden hochwertige Daten für KI-Training bereitstellen. Eine
Europäische Datenunion
soll noch 2025 einen echten Binnenmarkt für Daten schaffen. - KI-Implementierung: Die Strategie
KI anwenden
will die industrielle Nutzung von KI in strategischen Sektoren vorantreiben. - Talentförderung: Internationale Anwerbung von KI-Experten und spezielle Stipendienprogramme sollen den Fachkräftemangel bekämpfen.
Vereinfachung der KI-Verordnung
Ein zentraler Punkt des Plans ist die Vereinfachung der oft als zu komplex kritisierten EU-KI-Verordnung. Die Kommission richtet dafür einen speziellen Service Desk ein, der Unternehmen bei der Einhaltung der Regeln unterstützen soll.
So sollen mehr Unternehmer dazu bewegt werden, eigene KI-Unternehmen zu gründen, damit nicht nur Einzelgänger wie das Start-up Mistral AI in der europäischen KI-Landschaft zu finden sind.
Außerdem sollen mehr Unternehmen KI für sich nutzen. In der Mitteilung der EU wird angegeben, dass bisher nur 13,5 Prozent der Unternehmen in der EU künstliche Intelligenz bei sich eingeführt
haben.
Was Europa laut Experten braucht
Natürlich haben diverse Köpfe in der Branche eine Meinung dazu, wie die EU mit KI umgehen sollte. So betont Aravind Srinivas, CEO von Perplexity, im Interview mit Xataka:
Was Europa braucht, sind nicht unbedingt europäische KI-Modelle, sondern vielmehr die Förderung lokaler Startups durch Abbau von regulatorischen Hürden und mehr Sichtbarkeit.
Auch Joaquín Cuenca, CEO des europäischen Unternehmens Freepik, fordert ein Umdenken (via Xataka):
Die EU muss optimistischer werden und das Potenzial erkennen, das wir haben. Die bisherige Gesetzgebung vernachlässigt den inspirierenden Aspekt.
Die Kommission hat bereits öffentliche Konsultationen zum Rechtsakt über Cloud- und KI-Entwicklung sowie zur KI anwenden
-Strategie eingeleitet, die bis zum 4. Juni 2025 laufen. Eine dritte Konsultation zur Europäischen Datenunion soll im Mai folgen.
Parallel dazu will die Kommission mit Vertretern der Wirtschaft und des öffentlichen Sektors in den Dialog gehen, um die Gestaltung der KI-Strategie weiter voranzutreiben.
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