Die NASA hat zwei Astronauten gebeten, die ISS zu verlassen, um dort lebende Organismen zu ernten

Die Mikroorganismen wurden an der Außenhülle der ISS angebracht. Nun soll geprüft werden, ob und wie lange sie überlebet haben.

Auf und an der ISS werden schon seit Jahren spannende Experimente vollführt. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert) Auf und an der ISS werden schon seit Jahren spannende Experimente vollführt. (Bildquelle: Adobe Firefly, KI-generiert)

Die beiden NASA-Astronauten Tracy Dyson und Matt Dominick haben eine besondere Mission: Am 24. Juni sollen sie nach einer Verschiebung die Internationale Raumstation ISS verlassen, einen Spacewalk (einen Weltraumspaziergang) vollführen und dabei Organismen einsammeln, die an der Außenhülle angebracht sind (via NASA).

Warum ist das wichtig? Die Mikroorganismen wurden außerhalb der ISS platziert, um in Erfahrung zu bringen, ob und wie lange sie dort überleben können. Gleichzeitig will die NASA wissen, ob sie sich unter den widrigen Lebensbedingungen des Weltraums vermehrt haben.

Im Detail: Konkret geht es bei dem Experiment darum, zu erforschen, wie Mikroorganismen in Umgebungen sogenannter extremer Mikrogravitation zurechtkommen. Das sind Orte, an denen annähernd Schwerelosigkeit herrscht – wie beispielsweise auf und an der ISS (via Space).

Es gibt eine Gruppe von Wissenschaftlern, die sehr daran interessiert ist, zum Beispiel auf den Mars zu gehen und zu verstehen, was wir auf die Marsoberfläche mitnehmen könnten - versehentlich etwas auf der Marsoberfläche zu entdecken, das eigentlich von uns stammt, diese Art von Dingen.

Dina Contella, stellvertretende Programm-Managerin der NASA für die Internationale Raumstation

Was für Organismen können im Weltall überleben?

Völlig neu sind derartige Untersuchungen allerdings nicht. Im Laufe der Jahre wurden bereits sporenbildende Bakterien und Pilze an der Außenseite der Raumstation angebracht und sogar neue Arten entdeckt (via Frontiers).

Wissenswertes zu Bärtierchen

Und von sogenannten Bärtierchen ist bekannt, dass sie Temperaturen von minus 272 Grad Celsius und sogar radioaktive Strahlung überstehen. Sie können außerdem ohne Sauerstoff und Wasser überleben (via Neue Zürcher Zeitung).

Bärtierchen zählen daher zur Gruppe der extremophilen Organismen. Das heißt, sie sind in der Lage, sich an extreme Umweltbedingungen anzupassen. Meistens handelt es sich dabei um einzellige Mikroorganismen. Bärtierchen sind deshalb so besonders, weil sie im Gegensatz dazu zu den vielzelligen Lebewesen zählen.

Ihren deutschen Namen verdanken die weniger als einen Millimeter großen, achtbeinigen Tiere ihrem Erscheinungsbild und der Art, wie sich bewegen.

Bärtierchen erinnern etwas an Bären. (Bildquelle: Adobe Stockrukanoga) Bärtierchen erinnern etwas an Bären. (Bildquelle: Adobe Stock/rukanoga)

In der Fachsprache werden sie Tardigrada (von lateinisch tardigradus) genannt, was so viel bedeutet wie langsam schreitend.

Bärtierchen sind dabei nicht eine einzelne Spezies, sondern eine ganze Gruppe von Tieren, der 1.300 Arten angehören (via National Geographic).

Sie sind überall auf der Welt zu finden, sowohl am Polarkreis als auch in der Tiefsee. Sie bevorzugen allerdings feuchte Umgebungen.

Ihr Trick: Bei extremen Umweltbedingungen fallen sie in einen Schlafzustand, indem sie austrocknen oder gefrieren, ohne dabei Schaden zu nehmen. Bis heute ist es der Wissenschaft nicht gelungen, zu enträtseln, wie die auch Wasserbären genannten Tierchen das schaffen.

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