Die Erde kann euren Namen schreiben. Sie nutzt dafür weder Stift noch Kreide, sondern setzt auf ihr ureigenes Handwerk: eine formbare Oberfläche aus Gestein, Erde und Wasser – sowie reichlich Zeit.
Eine Website der NASA zapft diese die Vielfalt an und verwandelt sie ein Schreibwerkzeug: Buchstabieren mittels Satellitenaufnahmen. Selbst ausprobieren könnt ihr das über das kostenlose Angebot Dein Name in Landsat
. Ein wenige Tage alter Post der NASA auf X erfreut sich großer Beliebtheit – bereits fast 200.000 Likes.
Hinweis: Nicht jeder Buchstabe ist auf den ersten Blick erkennbar. Ihr dürft aber beliebig oft eine neue Kombi aus den vorhandenen Daten zusammenstellen lassen – die Erde hat reichlich zu bieten. Wir führen euch das exemplarisch vor:
Die Erde buchstabiert
Die NASA-Website ermöglicht euch, euren Namen oder beliebigen sehr kurzen Text (50 Zeichen) in ein Eingabefenster zu tippen. Komplexeres ist leider kaum möglich, da weder Sonder- noch Leerzeichen erlaubt sind.
Nach einem Druck auf Enter reihen sich Fotos der Erdoberfläche aneinander. Hierauf formen unterschiedlichste Strukturen auf der Erde Buchstaben. Die einzelnen Formen entstehen durch verschiedenste Prozesse, wie etwa:
- Erosion von Küsten
- sich durch die Landschaft windende Flüsse
- Landwirtschaft
- Straßen
- Gebirge
- Gletscher
- Oasen in der Wüste
- Asteroideneinschläge
Wenn ihr die einzelnen Bilder auf dem Touchbildschirm berührt oder mit dem Mauscursor darüberfahrt, verrät euch die NASA, wo der Buchstabe auf Erden sitzt. Dank knapper Notiz von Region und Land, habt ihr so einen ersten Anhaltspunkt für eine spontane Entdeckungstour. Wer es gleich genau wissen will, nimmt die eingeblendeten Koordinaten.
Im Anschluss ladet ihr euch die Erd-Visualisierung eures Namens einfach herunter oder teilt sie direkt per QR-Code. Die Aufnahmen gehören allesamt zum Archiv des Landsat-Programms.
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NASA-Video aus dem Jahr 2009: Wie der Klimawandel die Ozeane beeinflusst
Was ist das Landsat-Programm?
Das Landsat-Programm riefen in den 1970er Jahren die NASA und der U.S. Geological Survey (USGS) ins Leben, das Ziel: Die Oberfläche der Erde kontinuierlich zu studieren. 1972 startete der erste Satellit unter dem Namen: »Erd-Ressourcen-Technologie-Satellit« – später umbenannt in Landsat 1.
Aktuell umkreisen Landsat 8 und 9 die Erde. Ihre Vorgänger gingen mittlerweile außer Betrieb, aber ähnlich wie diese befinden sie sich in einem heliosynchronen, nahezu polaren Orbit.
Dieser erlaubt es, den Äquator bei jedem Umlauf auf einem anderen Längengrad zu überqueren. Stellt es euch wie fingerdicke Streifen vor, die von oben nach unten auf einem Globus verlaufen. Bei jeder Umrundung rückt ihr den Finger minimal weiter zur Seite und zieht erneut vom Nordpol über den Äquator bis zum Südpol – und auf der anderen Seite zurück nach Norden.
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- Abseits von zufällig gegrabenen oder gemeißelten Buchstaben spüren Satelliten aber auch Handfestes für die Wissenschaft auf, zum Beispiel Spuren untergegangener Zivilisationen.
- Oder Satelliten sollen in Zukunft nachts die Erde beleuchten.
- Derweil besorgt die Dominanz der USA bei der Erdbeobachtung zusehends Wissenschaftler, Geheimdienste, Behörden und das Militär. Ein Start-up aus Deutschland will gegensteuern.
Nach 251 Runden – in real etwa alle 18 Tage – hat der Satellit die gesamte Erde einmal im Blick gehabt. Landsat lichtet also den gesamten Globus vierzigmal im Jahr ab – jeder derzeit aktive Satellit zwanzigmal.
Die Aufnahmen von Landsat kommen bei allerlei Anwendungen zum Einsatz, die unser alltägliches Leben berühren, zum Beispiel: landwirtschaftliche Produktivität, Dynamik von Eisschilden, Stadtentwicklung, Waldüberwachung, Ressourcenmanagement, Wasserqualität und Katastrophenschutz.
Landsat hält damit den Rekord für die längste kontinuierliche, weltraumgestützte Beobachtung der Erdoberfläche. Im Jahr 2008 führten NASA, USGS und das amerikanische Innenministerium eine neue Datenpolitik ein: Alle Landsat-Aufnahmen stehen kostenlos und öffentlich aufrufbar zur Verfügung.
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