Eine der größten SciFi-Hoffnungsträger der 2010er macht jetzt KI-Kurzfilme – und muss dafür heftige Kritik einstecken

District-9-Regisseur Neill Blomkamp hat mit Nightborne seinen ersten kompletten KI-Kurzfilm veröffentlicht - die Reaktionen reichen von Spott bis zu scharfer Ethik-Kritik.

Neill Blomkamp zeigt mit Nightborne einen komplett KI-generierten Kurzfilm und gründet ein KI-Studio - Fans und Kollegen reagieren größtenteils ablehnend. (Bildquelle: Barley Studios via YouTube) Neill Blomkamp zeigt mit Nightborne einen komplett KI-generierten Kurzfilm und gründet ein KI-Studio - Fans und Kollegen reagieren größtenteils ablehnend. (Bildquelle: Barley Studios via YouTube)

Im vergangenen Jahrzehnt machte Neill Blomkamp als Regisseur der Filme »District 9« und »Elysium« positiv auf sich aufmerksam – jetzt schlägt ihm eine Welle der Kritik entgegen.

Der Grund ist sein neuestes Projekt: Ein 13-minütiger Kurzfilm namens »Nightborne«, der eigenen Angaben zufolge sein erster vollständig mit KI generierter »Testfilm« ist. Gleichzeitig kündigte er mit »Barley Studios« ein neues Studio an, das für KI-Filme künftig das sein soll, was »Oats Studios« für seine klassischen Kurzfilme war.

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Nightborne: Was in Blomkamps KI-Kurzfilm passiert

»Nightborne« ist laut Blomkamp komplett mit »Seedance 2.0« entstanden – einem KI-Videomodell des chinesischen Konzerns ByteDance. Laut dem »Regisseur« waren dabei reale Concept-Artists sowie die Gesichter und Stimmen von 32 echten Menschen beteiligt.

Erzählt wird die Geschichte im Dokumentarfilm-Look: Eine amerikanische Kampfpilotin gilt nach einem Abschuss über Syrien offiziell als gefallen, ihr Mann beerdigt einen leeren Sarg. Die eigentliche Wendung liefert erst wiederentdecktes Videomaterial – es deutet auf ein geheimes Militärprogramm hin, das gefallene Soldaten per Implantat reaktiviert und zurück in den Kampfeinsatz schickt.

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Zwischen Spott und Ethik-Vorwurf

Auf X hagelte es scharfe Kritik: »Wow Neill, danke, dass du uns zeigst, dass selbst in den Händen eines etablierten Regisseurs KI-Slop von jedem anderen KI-Slop nicht zu unterscheiden ist«, schrieb etwa der Account »Is this a 3D model?«.

  • Konzeptkünstlerin Karla Ortiz, die eigenen Angaben zufolge selbst gegen KI-Konzerne klagt, argumentierte grundsätzlicher: Generative KI baue auf der Arbeit von Künstlern auf – ohne deren Zustimmung, Nennung oder Bezahlung, das Vorgehen zu normalisieren sei nicht in Ordnung.
  • Ihr Kollege Reid Southen warf Blomkamp hingegen vor, Kollegen für den eigenen Vorteil auszunutzen, und kündigte an, künftig keines seiner Projekte mehr zu unterstützen.

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Auf YouTube fielen manche Kommentare indes etwas bissiger aus: »Seid nett zu Neill, er hat den ganzen Nachmittag mit Prompten verbracht«, heißt es dort unter anderem.

Zu den Reaktionen der Fans oder der aktuellen Kritik im Allgemeinen hat sich Blomkamp bislang nicht öffentlich geäußert. Ob aus dem 13-minütigen Test tatsächlich ein KI-Spielfilm wird, wie Blomkamp es im ursprünglichhen Beitrag ankündigte, bleibt entsprechend abzuwarten.


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