Für eine fünfstellige Summe »gedreht«: Noch bevor Nolans Odyssey ins Kino kommt, erscheint der Film nochmal – komplett KI-generiert

Mit »Odysseus: The Fall« startet pünktlich zu Christopher Nolans Blockbuster in den Kinos eine KI-Version des Epos.

Mit Odysseus: The Fall erzählt diesen Sommer auch ein komplett KI-generierter Film die Geschichte von Odysseus. (Bildquelle: Fountain 0) Mit Odysseus: The Fall erzählt diesen Sommer auch ein komplett KI-generierter Film die Geschichte von Odysseus. (Bildquelle: Fountain 0)

Einer der teuersten Hollywood-Blockbuster des Sommers bekommt in diesem Jahr unerwartete Konkurrenz, die dazu noch komplett am Schreibtisch und in Rechenzentren entstanden ist.

Laut einem Bericht des Fachmagazins The Hollywood Reporter bringt das KI-Studio Fountain O mit »Odysseus: The Fall« einen 135-minütigen Spielfilm als Web-Stream heraus, der gänzlich ohne echte Sets, Kameras oder Schauspieler produziert wurde.

Regisseur Ash Koosha nutzt dabei den Kinostart von Christopher Nolans 250 Millionen Dollar teuren Blockbuster »The Odyssey« als Sprungbrett, um sein eigenes, im mittleren fünfstelligen Bereich budgetiertes KI-Projekt einem Publikum als direkte Alternative zu präsentieren.

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Trittbrettfahrer mit einer Vision

Dass der KI-Spielfilm zeitgleich zu Nolans 250-Millionen-Dollar-Epos erscheint, ist kein Zufall, sondern geschicktes Marketing. Koosha und sein Studio Fountain O machen keinen Hehl daraus, den Hype nutzen zu wollen, den das Universal-Studio für Nolans Werk erzeugt.

»Wir hoffen sehr, dass Christopher Nolans Film ein riesiger Erfolg an den Kinokassen wird«, zitiert der Hollywood Reporter den Regisseur.

Die Strategie dahinter: Das Studio will gezielt Kinogänger anlocken, die neugierig genug sind, den Gipfel des »menschlichen Schaffens« – verkörpert durch Stars wie Matt Damon und Anne Hathaway und Nolan als Star-Regisseur – direkt mit einer reinen KI-Produktion zu vergleichen.

Video starten 2:24 The Odyssey: Fans lassen am finalen Trailer von Christopher Nolans neuem Historien-Epos kein gutes Haar

Inhaltlich geht die KI-Version einen anderen Weg. Während Nolans Film ein großes Leinwand-Spektakel verspricht, beschreibt Fountain O seinen 135-minütigen Film als »bruchstückhafte Erinnerung eines Ertrinkenden«.

Der Film soll sich weniger auf brachiale Leinwandkämpfe stützen, sondern laut offizieller Beschreibung stattdessen die Suche nach Vergebung in den Mittelpunkt stellen

Chinesische KI statt traditioneller Filmsets

Schauspieler, Kameras und Kulissen wurden in dem Film vollständig durch Software ersetzt. Die Macher wählten nach der Einstellung von OpenAIs Videogenerator Sora die chinesische KI Kling für die meisten visuellen Effekte aus.

Unterstützt wurde die KI-Produktion durch weitere KI-Tools. Neben Googles Nanobanana für Bilder und Frames wurden auch Claude und Gemini für die Recherche und den Feinschliff eingesetzt. Zusätzlich setzte das Team noch eine eigene Technologie ein, um die virtuellen Schauspieler in die richtige Position zu bekommen.

Trotz dieser radikalen Abkehr vom klassischen Filmemachen, bei der sich die Kosten lediglich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag beliefen, sieht Ash Koosha KI nicht als Feind der Kunstwelt. Er bezeichnet das Projekt als »die Zusammenarbeit eines Mannes mit Künstlicher Intelligenz«.

Mehr zum Thema: Star-Regisseur Christopher Nolan besitzt immer noch kein Smartphone: Eine Sache wird im Alltag für ihn immer mehr zum Problem

Web-Stream statt Kino-Ticket

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, muss dafür nicht ins Kino gehen oder das Haus verlassen. Während Nolans Film ab Mitte Juli in den Kinos startet, umgeht Koosha die traditionellen Verleiher komplett.

Das KI-Projekt »Odysseus: The Fall« wird voraussichtlich im Spätsommer exklusiv über die Website des Studios als Stream angeboten. Für 9,99 US-Dollar können Zuschauer den Film leihen.

Nun ist eure Meinung gefragt. Was haltet ihr von KI-Filmen? Würdet ihr sie euch ansehen oder steht ihr dem Ganzen eher skeptisch gegenüber? Schreibt uns dazu gerne unten einen Kommentar.


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