Wir berichten immer wieder über The Line, das mit seinem futuristischen Design für stets neue Schlagzeilen sorgt. Der geplante 170 Kilometer lange Komplex ist Teil des Neom-Projekts, einer modernen Riesenstadt, die Saudi-Arabien mitten in der Wüste bauen will.
Zuletzt war Neom – und damit auch The Line – in eine finanzielle Schieflage geraten, deren Ausgaben sich jetzt potenzieren könnten.
Das Wall Street Journal berichtet von astronomischen Ausgaben, die wohl auf Saudi-Arabien zukommen könnten. Neom droht, ein finanziell bodenloses Loch für das Land werden.
Das Magazin spricht von gewaltigen Zahlen, die sich auf eine interne Prüfung beziehen, die dem Neom-Vorstand im letzten Sommer vorgelegt wurde.
- 55 Jahre Bauzeit sollen demnach hinzukommen. Damit würde Neom erst 2080 fertiggestellt werden und befände sich rund 60 Jahre im Bau.
- 8,8 Billionen US-Dollar Kosten würden sich hinzuaddieren, bis die Stadt der Zukunft schließlich steht. Das ist mehr als das 25-fache des Jahreshaushalts von Saudi-Arabien.
- 50 Milliarden US-Dollar hat das Land bereits in den Bau gesteckt.
WSJ spricht sogar von einem möglichen persönlichen Waterloo für Premierminister Kronprinz Mohammed bin Salman. Das ist eine Anspielung auf Napoleon, der die monumentalen Herausforderungen seiner Strategie in der Schlacht von Waterloo falsch eingeschätzt hatte und diese dann verlor.
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Neon und The Line: Geplagt von Problemen
Ursprünglich sollte The Line bereits 2030 fertiggestellt sein und 1,5 Millionen Menschen beherbergen. Diese Zahl wurde letztes Jahr allerdings auf 300.000 nach unten korrigiert, da die Bauarbeiten stagnieren.
Kronprinz Mohammed bin Salman hatte um Investoren geworben, die sich allerdings zögerlich zeigten. Dadurch hat er weniger Geld eingenommen, als zunächst erhofft. Sein Plan war es, die Wirtschaft des Landes weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Technologie, Innovation und Tourismus zu führen.
Zuletzt wurde ein riesiges Areal samt Luxuspalast in Neom gebaut, das Premierminister bin Salman zugeschrieben wird.
Wer ist Mohammed bin Salman?
Kronprinz Mohammed bin Salman ist eine umstrittene Figur, vor allem wegen seiner Verbindung zu schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen. So wird ihm unter anderem eine Mitverantwortung am Mord des Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 vorgeworfen. Zudem wird sein autoritärer Regierungsstil kritisiert, der sich in einer systematischen Unterdrückung politischer Gegner und Aktivisten sowie einer weitreichenden Einschränkung der Meinungsfreiheit äußert. Auch die militärische Intervention in Jemen, die zu erheblichen zivilen Opfern und einer humanitären Krise geführt hat, steht in engem Zusammenhang mit seiner Politik.
Offenlegung: Webedia, die Muttergesellschaft von GameStar, ist geschäftlich in Saudi-Arabien aktiv und unterhält dort unter anderem das Portal saudigamer.com
Das Neom-Projekt wird schon seit längerem angezweifelt. Der Bau von The Line soll mit Menschenrechtsverletzungen und Gewalt ermöglicht worden sein. Darüber hinaus sollen mindestens 20.000 Menschen des regional ansässiges Huwaiti-Stammes unter Gewaltandrohung vertrieben worden sein.
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