Neue Statistik überrascht: So rasant verbreiten sich Balkonkraftwerke in Deutschland

Eine neue Auswertung zeigt: 2025 wurde in Deutschland alle 73 Sekunden ein neues Balkonkraftwerk angeschlossen. Auch 2026 setzt der Boom unbeirrt fort.

Die Zahl an installierten Balkonkraftwerken in Deutschland wächst in ungebrochenem Tempo. (©Robert Poorten via Adobe Stock) Die Zahl an installierten Balkonkraftwerken in Deutschland wächst in ungebrochenem Tempo. (©Robert Poorten via Adobe Stock)

Im vergangenen Jahr schloss in Deutschland alle 73 Sekunden ein neues Balkonkraftwerk an das Hausnetz an. Das geht aus einer Auswertung aller registrierten Steckersolar-Anlagen hervor, die GFK Solar auf Basis des Marktstammdatenregisters (kurz MaStR) der Bundesnetzagentur veröffentlicht hat.

Mit Stand vom 19. Mai 2026 zählt das Register 1.327.455 Balkonkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 1.381 Megawatt-Peak. Die tatsächliche Zahl installierter Anlagen dürfte laut GFK Solar indes höher liegen, schließlich ist von einer großen Dunkelziffer nicht angemeldeter Geräte auszugehen.

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Von 63 auf 433.000: Wachstum um Faktor 6.870 in sechs Jahren

Im gesamten Jahr 2018 verzeichnete das Register demnach ganze 63 Neuanmeldungen bundesweit. Dass 2024 bereits 433.082 neue Anlagen (ein Faktor von 6.870 gegenüber 2018) hinzukamen, verdeutlicht den steilen Aufstieg.

  • 2025 folgte fast nahtlos: 429.808 weitere Zubau-Meldungen kamen im vergangenen Jahr dazu, was einen Tagesdurchschnitt von 1.178 Anlagen bedeutet.
  • In den ersten 139 Tagen 2026 wurden weitere 118.192 Balkonkraftwerke angemeldet – das macht rund 850 Neuzugänge täglich.

Hinzu kommt dem Bericht nach ein überraschender Trend: Rund 20 Prozent aller gemeldeten Balkonkraftwerke haben laut MaStR einen Stromspeicher am selben Standort. «Mit dem Preisverfall bei kleinen Lithium-Speichern« und integrierten Plug-and-Play-Lösungen« habe sich der einstige Einwand, ein Speicher lohne sich bei kleinen Anlagen nicht, spürbar relativiert.

Das Stadt-Land-Paradox: Niedersachsen führt, Stadtstaaten am Ende

Im Pro-Kopf-Ranking der Bundesländer führt Niedersachsen mit 21,1 Balkonkraftwerken je 1.000 Einwohner. Hamburg kommt laut der Auswertung auf lediglich 5,4, Berlin auf 6,6 – die beiden bevölkerungsreichsten Stadtstaaten belegen damit die Schlussplätze.

Eine große Überraschung liefert der Fall Wunstdorf: Die niedersächsische Kleinstadt mit rund 28.000 Einwohnern kommt auf eine Pro-Kopf-Quote von etwa 46 Anlagen je 1.000 Einwohner – mehr als das Achtfache von Hamburg.

Auch im Landkreis-Ranking liegt die Region Hannover bundesweit vorn: 17.172 registrierte Balkonkraftwerke stehen dort zu Buche.


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22 Prozent aller Solar-Anlagen, aber nur 1,1 Prozent der Leistung

Zur Einordnung der Zahlen gehört aber auch der Abschluss des GFK-Berichts: Von knapp 5,96 Millionen registrierten Solaranlagen in Deutschland entfallen zwar 22,3 Prozent auf Balkonkraftwerke, gemessen an der installierten Leistung sind es jedoch nur 1,1 Prozent des deutschen Solar-Portfolios von 122 Gigawatt-Peak.

Das dürfte den Wert von Balkonkraftwerken für die Einzelperson aber nicht schmälern – wer seinen Jahresverbrauch zu einem messbaren Teil selbst deckt, spürt das auf der Rechnung.

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