Nintendo Switch übertaktet: Ungeahntes Potential verhindert so manche Framedrops

Durch Overclocking hat Digital Foundry das volle Potential von Nvidias Tegra X1 in der Nintendo Switch abgerufen. Die Leistung steigerte sich teils deutlich.

von Alexander Köpf,
18.08.2019 18:21 Uhr

Nintendo drosselt den Takt von CPU und GPU sogar wenn die Switch angedockt ist.Nintendo drosselt den Takt von CPU und GPU sogar wenn die Switch angedockt ist.

Die Nintendo Switch glänzt mehr durch das hybride Design denn durch besonders starke Hardware. An Letzterer lässt sich aber einiges drehen, wie Digital Foundry nun bewiesen hat. Um stolze 75 Prozent konnte die Leistung der CPU des Tegra-SoC angehoben werden, die Performance der Grafikeinheit immerhin um 20 Prozent.

Der Grund für das große Übertaktungspotential ist dabei recht simpel: Nvidias Tegra X1 wird in der Nintendo Switch mit deutlich niedrigeren Taktraten betrieben als die Standard-Spezifikationen des System-on-a-Chip (SoC) es zulassen.

Womöglich will Nintendo die Konsole vor Überhitzung schützen oder den Akku im Handheld-Modus schonen.

Tegra X1

Maximal

Switch

Docked

Portable

#1

Portable

#2

Portable

#3

Loading

Boost-Mode

CPU-Takt

1785MHz

1020MHz

1020MHZ

1020MHz

1020MHz

1785MHz

GPU-Takt

921MHz

768MHz

307,2MHz

384MHz

460MHz

abhängig von Titel / Modus

EMC-Takt

1600MHz

1600MHz

1331MHz

1331MHz

1331MHz

abhängig von Titel / Modus

Übertakten auf eigene Gefahr

Das Nvidia Tegra X1 SoC läuft in der Nintendo Switch mit vergleichsweise niedrigeren Taktraten.Das Nvidia Tegra X1 SoC läuft in der Nintendo Switch mit vergleichsweise niedrigeren Taktraten.

Ganz so leicht, wie es sich nun anhört, ist es aber nicht den Tegra X1 zu übertakten respektive sein volles Potential auszuschöpfen, denn dazu wird laut Digital Foundry eine ältere, »hackbare« Version der Hardware benötigt.

Zudem droht jedem, der von Nintendo beim Overclocken erwischt wird, der Ausschluss von den Online-Diensten, von möglichen Schäden an der Konsole ganz zu schweigen - »Übertakten auf eigene Gefahr«.

Deutlich gesteigerte Performance

Wolfenstein: Youngblood - der Graph unten im Bild zeigt Frame-Drops ohne OC, mit OC ist kein Ausschlag zu erkennen. (Bildquelle: Eurogamer)Wolfenstein: Youngblood - der Graph unten im Bild zeigt Frame-Drops ohne OC, mit OC ist kein Ausschlag zu erkennen. (Bildquelle: Eurogamer)

Wer allen Risiken zum Trotz dennoch einen Versuch wagt, kann mit teils deutlichen Leistungszuwächsen rechnen. In Dragon Quest Builders 2 konnte durch Übertakten des Prozessors eine Steigerung der Bildrate um 40 Prozent erzielt werden, das Aufbohren der Grafikeinheit brachte hingegen keinen spürbaren Performance-Gewinn.

Ähnliche Ergebnisse lieferte Mortal Kombat 11, der größte Benefit kam erneut durch das Übertakten der CPU. Zusammen mit der GPU konnten fast durchgehend 60 fps gehalten werden, von kleineren Drops abgesehen.

Einzig in Wolfenstein: Youngblood konnten durch das Übertakten der GPU messbare Verbesserungen der dynamischen Auflösung generiert werden. Der Löwenanteil fällt allerdings erneut der CPU zu, die es ermöglicht, den Ego-Shooter weitestgehend auf 30 Frames zu locken - ohne OC sind oftmals Drops in den mittleren 20er-Bereich zu verzeichnen.

Bottleneck und Leistungsaufnahme

Im Übertaktungsversuch bei Digital Foundry steigerten sich sowohl die Leistungsaufnahme als auch die Lüfterdrehzahlen der Nintendo Switch.Im Übertaktungsversuch bei Digital Foundry steigerten sich sowohl die Leistungsaufnahme als auch die Lüfterdrehzahlen der Nintendo Switch.

Neben dem Prozessor gibt es aber noch einen weiteren Flaschenhals: der Speichercontroller des Tegra X1 ist auf 1.600 MHz limitiert. Deshalb profitieren manche Titel (beispielsweise Saints Row The Third und eine Szene in Zelda: Breath of the Wild) kaum durch das Overclocking von CPU und GPU. Erst eine Reduzierung der Auflösung behebt das Problem.

Die Leistungsaufnahme hält sich trotz ordentlicher Übertaktung in Grenzen - angesichts des OC innerhalb der normalen Spezifikationen des Nvidia Tegra X1 verwundert das jedoch kaum.

Bei Wolfenstein: Youngblood werden 20 statt 15 Watt gemessen und auch die Temperatur liegt mit 67 Grad (versus 60 Grad ohne OC) in einem moderaten Rahmen, auch wenn die Lüfter deutlich höher drehen als mit den von Nintendo vorgesehenen Taktraten.

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