Nothing Phone 3: Der Abschied von den LED-Streifen ist für mich die beste Entscheidung des Herstellers

Mit dem Phone (3) verabschiedet sich Nothing auch von seinem ikonischen Glyph-Interface. Ich weine den LED-Streifen jedoch nicht nach, sondern finde die neue Lösung viel besser.

Beim Nothing Phone (3) gibt es keine Glyph-LED-Streifen mehr. Ich muss sagen: Ich werde sie nicht vermissen. (Bildquelle: GameStar Tech) Beim Nothing Phone (3) gibt es keine Glyph-LED-Streifen mehr. Ich muss sagen: Ich werde sie nicht vermissen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Als Nothing vor gut drei Jahren sein erstes Handy vorstellte, war vor allem das rückseitige Glyph-Interface ein echter Hingucker. Die leuchtenden LED-Streifen hoben das Smartphone aus der Masse ab – ein echtes Alleinstellungsmerkmal.

Mit dem Nothing Phone (3) hat sich der Hersteller jetzt von genau diesem ikonischen Feature verabschiedet. Statt der vertrauten LED-Streifen, die zuletzt noch in der Nothing Phone (3a)-Reihe zum Einsatz kamen, gibt es nun die »Glyph Matrix«. 

Dabei handelt es sich um ein rundes Pixel-Display mit 489 einzeln ansteuerbaren LEDs in der oberen rechten Ecke der Rückseite.

Ehrlich gesagt: Ich bin froh über diese Entscheidung.

Was die Glyph Matrix besser macht

Der Sprung von LED-Streifen zu einem »echten«, wenn auch pixeligen, Display ist aus meiner Sicht viel sinnvoller, als man auf den ersten Blick vielleicht vermuten könnte. Wo die alten Glyph-LEDs nur blinken und in verschiedenen Mustern aufleuchten konnten, eröffnet die Matrix nämlich neue Möglichkeiten.

Zum Marktstart Phone (3) stehen eine Reihe an Features bereit:

  • Kontakt-basierte Benachrichtigungen mit pixeligen Avataren
  • App-spezifische Signale für Mitteilungen
  • Anrufer-ID-Anzeige ohne Umdrehen des Telefons
  • Visueller Countdown bei Kamera-Timer
  • Glyph Torch als Taschenlampe-Alternative zum Blitzlicht oder als Fülllicht für Fotos
  • Lautstärke-Indikator als Animation
  • NFC-Animation bei Aktivierung
  • Glyph Toys: Mini-Anwendungen wie eine Digitaluhr, Solar-Uhr, Flaschendrehen, Batterieanzeige, Wasserwaage oder Stoppuhr.

Von einfachen Signalen zum wirklichen Mehrwert

Die Glyph bestand letztendlich nur aus leuchtenden beziehungsweise blinkenden Streifen. Gerade bei verschiedenen Blinkmustern je Anrufer musste man diese erst einmal erkennen. Die Matrix hingegen ist ein richtiges Display. Das mag banal klingen, macht aber für mich einen großen Unterschied.

Ich nutze die Glyph Matrix vor allem für drei Dinge:

  1. Uhrzeit – wenn das Handy umgedreht auf dem Schreibtisch liegt.
  2. Akkuanzeige
  3. Stoppuhr – kam soeben in der Mittagspause zum Einsatz, als die Pizza im Ofen lag.

Für genaue Messungen eignet sich die Stoppuhr allerdings nicht. Die Zeit startet und stoppt man durch langes Drücken auf den »Glyph Button«. Dadurch kommt es zu einer kleinen Verzögerung. Für die Pizza im Ofen oder das Ziehenlassen eines Tees reicht es aber natürlich aus.

Über den rückseitigen Glyph-Button wird das Display gesteuert. (Bildquelle: GameStar Tech) Über den rückseitigen Glyph-Button wird das Display gesteuert. (Bildquelle: GameStar Tech)

Das Praktische an der Anzeige: Ich muss das Handy nicht umdrehen oder entsperren, sondern sehe Uhrzeit, Akkustand oder die verstrichene Zeit sofort.

Die Glyph-Toys: Spielerei, aber lustig

Für die Glyph Matrix stellt Nothing auch einige Spielereien bereit, die »Glyph Toys«: Flaschendrehen, Wasserwaage, Sonnenuhr und Co. sind in erster Linie Gimmicks, sie zeigen aber gleichzeitig auch das Potenzial der Technik.


Video starten 26:26 BLINDTEST: Dieses Smartphone macht die besten Fotos!


Dahingehend wird es in jedem Fall interessant zu sehen, was künftig noch so geht. Der Hersteller selbst will neue Anwendungen integrieren, hat seine Glyph Matrix-Schnittstelle aber gleichzeitig für die Community geöffnet. 

Dann könnten kreative Entwickler nützliche Tools oder eben witzige Gimmicks programmieren – beispielsweise eine Wetteranzeige oder wer weiß: Vielleicht läuft ja sogar »Doom« auf dem Display.

Die LED-Streifen hatten ihre Zeit

Die ursprünglichen Glyph-LEDs hatten ihre Zeit und waren durchaus praktisch im Vergleich mit Smartphones ohne diese spezielle Funktion. Sie haben Nothing aber vor allem von der Konkurrenz abgehoben. Technisch gesehen waren sie limitiert.

Die Phone (3a)-Reihe kam im Frühling noch mit Glyph-LED-Streifen in den Handel. (Bildquelle: GameStar Tech) Die Phone (3a)-Reihe kam im Frühling noch mit Glyph-LED-Streifen in den Handel. (Bildquelle: GameStar Tech)

Die Matrix hingegen kann tatsächlich Inhalte anzeigen, auch wenn sie pixelig sind und das ist aus meiner Sicht viel besser.

Dass Nothing bei der günstigeren Phone (3a)-Reihe derzeit noch an den LED-Streifen festhält, ist nachvollziehbar. Kostengründe spielen hier vielleicht eine Rolle und irgendwie muss es ja auch einen Kaufanreiz für das teurere Modell geben. 

Ob es das Phone (4a) im nächsten Jahr die LEDs beibehält, bleibt abzuwarten.

Der Mut zu Neuem bleibt

Nothing hätte es sich natürlich einfach machen und bei den bewährten LED-Streifen bleiben können. Stattdessen hat der Hersteller aber den Mut zu einer Neuausrichtung gewagt – und das gefällt mir. Aus meiner Sicht fehlt diese Risikobereitschaft vielen anderen Herstellern.

Die Glyph Matrix ist nicht nur vielseitiger, sondern auch zukunftsfähiger. Während die LED-Streifen schnell an ihre Grenzen stoßen, eröffnet das Pixel-Display neue Möglichkeiten für Software-Updates und Community-Entwicklungen – selbst, wenn es nur Spielereien sind. Ich bin in jedem Fall sehr gespannt, was da noch kommt.

Wie seht ihr das? Vermisst ihr die alten LED-Streifen oder findet ihr die Glyph Matrix besser? Und welche Funktionen würdet ihr euch für die Zukunft wünschen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare.

zu den Kommentaren (0)

Kommentare(0)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.