Dieses neue Handy hat nicht nur etwas Cooles, das Samsung, Google & Co. nicht haben, es ist auch richtig gut: Nothing Phone (3) im Test

Mit dem Phone (3) geht Nothing ein Risiko ein. Das Design hat sich sehr verändert, der Preis ist gestiegen. Im Test zeigt sich jedoch, dass dies dem Erfolg aber kein Abbruch tun muss.

Ob man das Design nun mag oder nicht – im Test kann das Nothing Phone (3) als Gesamtpaket überzeugen. (Bildquelle: GameStar Tech) Ob man das Design nun mag oder nicht – im Test kann das Nothing Phone (3) als Gesamtpaket überzeugen. (Bildquelle: GameStar Tech)

Nothing betreibt mit dem Phone (3) mehr als nur Produktpflege – denn im Gegensatz zum Vorgänger tut sich beim diesjährigen Handy-Launch so einiges: Einerseits hat der Hersteller das Design stark verändert und sich dabei sogar vom ikonischen Glyph-Interface verabschiedet.

Andererseits ist der Preis deutlich gestiegen. Ging es beim Nothing Phone (2) bei 650 Euro los, so kostet das günstigste Phone (3)-Modell nun knapp 800 Euro. Ist das gerechtfertigt? Ich konnte das Handy ausgiebig testen und schildere euch nachfolgend meine Eindrücke vom neuen Smartphone.

Transparenzhinweis: Nothing hat mir das Phone (3) für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Design-Tipp
Nothing Phone (3)
Nothing Phone (3)
Wer ein Premium-Gerät sucht, bekommt mit dem Nothing Phone (3) ein stimmiges Gesamtpaket: eSIM-Support, IP68-Zertifizierung, schnelles Laden und Bluetooth 6.0 sind genauso an Bord wie ein sehr gutes Kamerasystem – auch wenn die Fotos typisch für Nothing teilweise sehr knallig ausfallen. Die Performance erreicht nicht ganz das Flaggschiff-Niveau, sie sollte aber für die meisten Nutzer vollkommen ausreichen.

Besonders gelungen finde ich das neue Design, aber hier scheiden sich die Geister. Die Glyph Matrix ist ein echter Fortschritt gegenüber den bisherigen LED-Streifen und hebt das Gerät deutlich von der Masse ab. Der Preis ist im Vergleich zum Vorgänger spürbar gestiegen, allerdings hat sich die Ausstattung deutlich verbessert.
  • Gute Performance ...
  • Sehr gutes Kamerasystem ...
  • Hochaufgelöstes und helles AMOLED-Display
  • IP68-Zertifizierung
  • eSIM-Support
  • Glyph Matrix ist ein tolles Gimmick
  • ... wenn auch nicht auf Flaggschiff-Niveau
  • ... welches allerdings zum Übersättigen neigt
  • Deutlich teurer als der Vorgänger
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Inhaltsverzeichnis
So habe ich getestet

Ich habe das Nothing Phone (3) eine Woche im Alltag genutzt und das Gerät so vielseitig wie möglich verwendet. Ganz ersetzen kann ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.

Spezifikationen
Technische Daten des Nothing Phone (3)
DisplayAMOLED, 120 Hertz, 1.600 Nits Spitzenhelligkeit, 4.500 Nits lokale Spitzenhelligkeit (HDR), 1.260 x 2.800 Pixel, 460 ppi, 6,67 Zoll
Abmessungen160,6 x 75,59 x 8,99 mm
Gewicht218 Gramm
OS-VersionAndroid 15
Geplante Updates5 Jahre Software-Updates, 7 OS-Updates
KameraHauptkamera: 50 Megapixel, f/1.68, OIS, 2x in-sensor-zoom

Telezoom: 50 Megapixel, f/2.68, OIS, 6x in-sensor-zoom

Ultraweitwinkel: 50 Megapixel, f/2.2

Frontkamera: 50 Megapixel, f/2.2
Prozessor / GPUQualcomm Snapdragon 8s Gen 4
RAM / Speicher256 GB + 12 GB RAM, 512 GB + 16 GB RAM
Akku5.150 mAh
Display-EntsperrmethodeFingerabdrucksensor, Gesicht, PIN, Muster
AnschlussUSB-C
IP-ZertifizierungIP68
KonnektivitätWiFi 7, Bluetooth 6, NFC, 5G, GPS + 6 weitere Satellitenortungssysteme, eSIM
FarbenSchwarz, Weiß
Preis (UVP)799 Euro / 899 Euro

Preis und Verfügbarkeit

Das Nothing Phone (3) kostet 799 Euro in der Version mit 256 Gigabyte Speicher. Für das größere 512-Gigabyte-Modell werden 899 Euro fällig. Erhältlich ist das Smartphone in den Farben Schwarz und Weiß.

Lieferumfang

Der Lieferumfang des Nothing Phone (3) fällt typisch für moderne Smartphones aus und ist dementsprechend übersichtlich.

Im Paket befinden sich:

  • USB-C-auf-USB-C-Ladekabel (1 Meter)
  • SIM-Eject-Tool
  • Schutzhülle aus transparentem Silikon
  • Kleines Heft mit Garantie- und Sicherheitshinweisen
Marinus Martin
Marinus Martin

Marinus ist langjähriger iPhone-Nutzer und testet seit 2024 auch diverse Android-Smartphones für GameStar Tech. Die (3a)-Reihe von Nothing hat ihn davon überzeugt, dass man ein vernünftiges und vor allem stylisches Alltagshandy bereits für unter 500 Euro bekommt. Auf das neue Nothing Phone (3) als »Flaggschiff-Modell« des Herstellers war er deshalb besonders gespannt.

Ab Werk bringt der Hersteller eine Schutzfolie auf, es handelt sich um eine sehr dünne Kunststofffolie, wie wir sie aus der Zeit vor den Panzerglasfolien kennen. Solche dünnen Folien schützen das Display zwar vor Kratzern, sind allerdings selbst sehr anfällig für solche. Schon nach wenigen Tagen hat meine Schutzfolie entsprechende Gebrauchsspuren.

Ich würde daher empfehlen, perspektivisch zu robusteren Schutzgläsern zu greifen, da diese das Gerät besser vor Kratzern, Stößen und Stürzen schützen können.

Ein Netzteil legt Nothing dem Phone (3) wie mittlerweile üblich nicht bei. Da das Handy mit bis zu 65 Watt aufgeladen werden kann, solltet ihr entsprechend zu einem leistungsfähigen Ladegerät greifen, um vom schnellen Aufladen zu profitieren.


Video starten 26:26 BLINDTEST: Dieses Smartphone macht die besten Fotos!


Design und Verarbeitung

Am neuen Design des Nothing Phone (3) scheiden sich die Geister – nicht nur in der Community, auch bei uns in der Redaktion. Mein Kollege Patrick ist kein Fan der Neugestaltung, Linh ist hin- und hergerissen.

Ich persönlich mag das neue Design durchaus: Die asymmetrische Anordnung der einzeln eingefassten Kameralinsen empfinde ich ebenfalls als etwas gewöhnungsbedürftig, aber hey – ich mag es, wenn sich Hersteller etwas trauen und den Mut zu einer Neuausrichtung fassen.

Mit dem Phone (3) fällt erstmals das Glyph-Interface auf der Rückseite weg. Die ikonischen LED-Streifen gibt es nun nicht mehr, Nothing hält aber eine Alternative parat: die Glyph Matrix. Dabei handelt es sich um ein rundes, einfarbiges Display mit insgesamt knapp 500 LEDs, die einzeln angesteuert werden können.

Dieses sitzt rückseitig in der oberen rechten Ecke. Der Hersteller verbaut außerdem einen eigenen »Glyph Button« auf der Rückseite, über den der kleine Bildschirm bedient werden kann.

Trotz neuer Kameraoptik, Glyph Matrix und Drei-Spalten-Layout bleibt der Hersteller seiner Designsprache treu. Es ist weiterhin unverkennbar, dass es sich um ein Modell von Nothing handelt – der Wiedererkennungswert ist da.

Verarbeitungsseitig gibt es für mich keinen Grund zur Kritik: Der Rahmen besteht aus recyceltem Aluminium, das Display ist durch Gorilla Glass 7i geschützt, die gläserne Rückseite durch Gorilla Glass Victus. Beide Materialien versprechen einen guten Schutz vor Kratzern. Zu einer Folie und Hülle würde ich trotzdem raten, um auf Nummer sicher zu gehen.

Im Vergleich zum Vorgänger besitzt das neue Modell eine IP68-Zertifizierung anstatt nur IP54 (spritzwassergeschützt). Damit ist es deutlich widerstandsfähiger und hält einem vollständigen Untertauchen stand. In diesem Preisbereich ist das mittlerweile jedoch Standard.

Anschlüsse und Tasten:

  • Rechte Seite: Ein-/Ausschalter und Essential Key
  • Linke Seite: Lautstärketasten
  • Oberseite: Mikrofon für Geräuschunterdrückung
  • Unterseite: USB-C, Lautsprecher, Mikrofon, SIM-Kartenschacht
  • Rückseite: Glyph Button

Prozessor und Speicher

Im Nothing Phone (3) werkelt der Qualcomm Snapdragon 8s Gen 4 mit Adreno-825-Grafikeinheit, wie er ebenso im Poco F7 zum Einsatz kommt. Dieser Chip bietet gegenüber dem Phone (2) deutliche Leistungssteigerungen.

Im direkten Vergleich mit dem Poco F7 schneidet das Nothing Phone (3) in den Benchmarks minimal besser ab, der Unterschied fällt aber gering aus. In der Praxis bemerkt man ihn nicht.

So teste ich die Performance
Zum Ausklappen antippen / anklicken

Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU- sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.

Insgesamt bietet das Phone (3) genügend Leistung für alltägliche Aufgaben und sollte für die nächsten Jahre gut aufgestellt sein. Das ist gerade im Hinblick auf die großen Android-Updates wichtig, von denen das Phone (3) insgesamt fünf Stück erhält.

Geekbench CPU Single Core
Nothing Phone (3)

  • Bewertung
Samsung Galaxy S25
3248
Samsung Galaxy S25 Ultra
3201
Honor Magic7 Pro
3186
Nubia Z70 Ultra
3135
Poco F7 Pro
2216
Nothing Phone (3)
2201
Poco F7
2078
Samsung Galaxy A56
1359
Nothing Phone (3a) Pro
1167
Samsung Galaxy A36
1080
Samsung Galaxy A26
1012
CMF Phone 2 Pro
1003
Poco M7 Pro
945
HMD Fusion
922
  • 0
  • 660
  • 1320
  • 1980
  • 2640
  • 3300

Geekbench CPU Multi Core
Nothing Phone (3)

  • Bewertung
Samsung Galaxy S25
10188
Samsung Galaxy S25 Ultra
10137
Honor Magic7 Pro
9863
Nubia Z70 Ultra
9602
Nothing Phone (3)
7020
Poco F7 Pro
6700
Poco F7
6434
Samsung Galaxy A56
3884
Nothing Phone (3a) Pro
3273
Samsung Galaxy A36
2945
Samsung Galaxy A26
2858
CMF Phone 2 Pro
2783
Poco M7 Pro
2315
HMD Fusion
2226
  • 0
  • 2200
  • 4400
  • 6600
  • 8800
  • 11000

AnTuTu Benchmark
Nothing Phone (3)

  • Bewertung
Honor Magic7 Pro
2765339
Samsung Galaxy S25 Ultra
2721019
Samsung Galaxy S25
2676028
Nubia Z70 Ultra
2461787
Nothing Phone (3)
2012758
Poco F7 Pro
2007206
Poco F7
1943634
Samsung Galaxy A56
906542
Nothing Phone (3a) Pro
820500
CMF Phone 2 Pro
688504
Samsung Galaxy A36
614277
Samsung Galaxy A26
583689
Poco M7 Pro
463683
HMD Fusion
444558
  • 0
  • 560000
  • 1120000
  • 1680000
  • 2240000
  • 2800000

Apps öffnet das Handy schnell. Multitasking mit mehreren geöffneten Programmen ist dank genügend RAM überhaupt kein Problem für das Smartphone. Selbst anspruchsvolle Spiele wie »Genshin Impact« laufen flüssig und auf hoher Detailstufe. Das ist beispielsweise bei den günstigeren Phone (3a)-Modellen nicht der Fall.

Nothing Phone (3) Nothing Phone (3a) Nothing Phone (3) Nothing Phone (3a)

Das Spiel »Genshin Impact« fordert Handys einiges an Leistung ab, um mit hoher Detailstufe zu laufen. Beim Nothing Phone (3) klappt das problemlos. Den Unterschied zu schwächeren Nothing (3a)-Reihe sieht man etwa beim Schatten der Spielfigur. (Bildquelle: GameStar Tech)

Wie sieht es im Vergleich zu deutlich teureren Flaggschiffen mit Snapdragon-Elite-Prozessor aus? Im Alltag bemerke ich hier kaum Unterschiede. Mitunter fallen die Ladezeiten bei Spielen etwas kürzer aus.

Daneben dürfte ihr den Leistungsvorsprung jedoch höchstens bei anspruchsvollen Tätigkeiten wie Videoschnitt bemerken oder aber in einigen Jahren nach mehreren Android-Updates, wenn die Systemanforderungen an die Geräte steigen.

Das Nothing Phone (3) gibt es mit 12 Gigabyte Arbeits- und 256 Gigabyte Gerätespeicher sowie mit 16 und 512 Gigabyte. Eine Speichererweiterung per microSD ist nicht möglich.


Display

Das 6,67 Zoll große AMOLED-Display bietet eine hohe Auflösung (1.260 x 2.800 Pixel), sodass einzelne Pixel oder Pixeltreppen bei Buchstaben mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Der Bildschirm ist knackscharf und bietet tolle Farben und Kontraste.

Mit 120 Hertz Bildwiederholungsrate sorgt der Bildschirm für eine flüssige Darstellung beim Scrollen oder schnellen Bewegungen in Videos, Spielen und Co. Die Spitzenhelligkeit liegt bei hohen 1.600 Nits, wodurch der Bildschirminhalt selbst bei hellem Sonnenlicht problemlos ablesbar ist.

Vergleich: das iPhone 13 Pro mit 1.000 Nits und das Nothing Phone (3) mit 1.600 Nits. (Bildquelle: GameStar Tech) Vergleich: das iPhone 13 Pro mit 1.000 Nits und das Nothing Phone (3) mit 1.600 Nits. (Bildquelle: GameStar Tech)

Bei HDR-Videos erreicht das Display des Phone (3) mit HDR10+-Zertifizierung sogar bis zu 4.500 Nits. Das gilt aber nur für sehr kleine Bereiche des Bildschirms. Entsprechende HDR-Videoinhalte sehen wirklich gut aus.

Die Displayränder fallen mit nur 1,87 Millimeter sehr dünn aus, sodass der 6,67 Zoll große Bildschirm nochmals etwas größer wirkt. Die Frontkamera sitzt mittig in einem kleinen Punch-Hole (rundes Loch), wie wir es von diversen Handys kennen.

Nothing verbaut unter dem Display einen optischen Fingerabdrucksensor. Premium-Geräte wie das Honor Magic7 Pro setzen auf hochwertigere Ultraschallsensoren, allerdings entsperrt auch das Phone (3) blitzschnell, zuverlässig und selbst mit feuchten Fingern.


Akkulaufzeit

Nothing setzt beim neuen Modell auf einen Silizium-Kohlenstoff-Akku mit einer Kapazität von 5.150 Milliamperestunden ein. Im Gegensatz zu herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus bieten die neuen Akkus eine höhere Energiedichte und sind bei gleicher Kapazität kleiner. Hinzukommt, dass sie unter anderem resistenter gegenüber extremen Temperaturen sind.

Gegenüber dem Vorgängermodell ist zum einen die Kapazität gestiegen (4.700 Milliamperestunden beim Phone (2)), zum anderen die Ladegeschwindigkeit von 45 auf nun 65 Watt. Vollständig aufgeladen ist das Nothing Phone (3) mit leerem Akku in knapp einer Stunde.

So teste ich die Akkulaufzeit
Zum Ausklappen antippen / anklicken

Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.

Das ist nicht rekordverdächtig – das Poco F7 Pro kann beispielsweise mit 90 Watt geladen werden – jedoch immer noch schneller als beim Samsung Galaxy S25 mit nur 25 Watt Ladeleistung.

Daneben wird kabelloses Laden mit bis zu 15 Watt unterstützt, Reverse-Charging mit 7,5 Watt sowie Reverse-Wireless-Charging mit 5 Watt sind an Bord. Damit lässt sich das Handy als Powerbank für andere Geräte verwenden.

PCMark Akku-Benchmark
Nothing Phone (3)

  • Bewertung
HMD Fusion
26,15
Nothing Phone (3a) Pro
18,55
CMF Phone 2 Pro
18,40
Poco F7 Pro
18,09
Poco F7
18,09
Samsung Galaxy S25 Ultra
18,02
Poco M7 Pro
17,57
Samsung Galaxy S25
17,37
Nothing Phone (3)
17,18
Samsung Galaxy A36
16,16
Samsung Galaxy A56
15,49
Honor Magic7 Pro
14,38
Nubia Z70 Ultra
9,47
  • 0,00
  • 6,00
  • 12,00
  • 18,00
  • 24,00
  • 30,00

Im Akku-Benchmark schneidet das Nothing Phone (3) mit 17:18 Stunden ordentlich ab und liegt in etwa auf dem Niveau des Galaxy S25 – welches aber auch einen kleineren 4.000-Milliamperestunden-Akku besitzt.

Im Vergleich zur Nothing Phone (3a)-Reihe fällt die Laufzeit etwas geringer aus, gegenüber der Samsung-Mittelklasse à la Galaxy A56 wiederum etwas länger.

In meinem Test hat mich das Handy locker durch den Tag gebracht und musste je nach Umfang meiner Tätigkeiten nach anderthalb bis zwei Tagen ans Ladegerät.


Kamera

Das Nothing Phone (3) wartet mit einem Vierfach-Kamerasystem auf, das seinem Vorgänger überlegen ist. Hinzugekommen ist nämlich ein Telezoom, zudem lösen alle Kameras mit 50 Megapixeln auf.

Die Hauptkamera verfügt über einen großen 1/1.3-Zoll-Sensor mit f/1.68-Blende und optischer Bildstabilisierung. Mithilfe von Sensor-Cropping (nur ein Teil des Bildsensors wird verwendet) bietet sie außerdem einen zweifachen Zoom, der gegenüber einem herkömmlichen Digitalzoom verlustfrei arbeitet. Die optische Bildstabilisierung bietet mehr Flexibilität bei wenig Licht oder Videos.

Die Telezoom-Kamera bietet einen dreifach optischen Zoom mit optischer Bildstabilisierung. Hier gibt es per in-sensor-zoom eine zweite, sechsfache Zoomstufe.

Die Ultraweitwinkel-Kamera deckt mit 114 Grad ein breites Sichtfeld ab und bietet zumindest eine elektronische Bildstabilisierung.

Für Filmer wichtig: Videoaufnahmen gelingen mit dem Phone (3) in 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde.

Alle drei Kameras machen bei gutem Licht richtig tolle Aufnahmen. Für meinen Geschmack sind sie stellenweise zu stark gesättigt und dadurch nicht immer ganz natürlich – aber das ist immer auch eine Geschmacksfrage und typisch für Nothing.

Qualitativ konnten mich alle drei Linsen überzeugen, vor allem der Ultraweitwinkel ist im Vergleich zur Nothing-Phone-(3a)-Reihe oder dem Poco F7 (Pro) um Längen besser.

Bei schlechtem Licht am Abend gelingen dem Kamerasystem ebenfalls gute Fotos, auch wenn Hersteller wie Google oder Samsung mitunter softwareseitig noch etwas mehr aus den Bildern herausholen können.

Überraschend gut schneidet die Ultraweitwinkelkamera bei Dunkelheit ab: Nothing arbeitet hier mit einer mehrsekündigen Belichtung, wodurch die Ergebnisse im Vergleich zu vielen anderen Handys wirklich brauchbar sind – selbst gegenüber einem Galaxy S25.

Die folgenden Testbilder am Abend wurden 45 Minuten nach Sonnenuntergang aufgenommen – es war also ziemlich dunkel, aber eben noch nicht stockdunkel:

Die Frontkamera mit 50 Megapixeln eignet sich optimal für Selfies und Videoanrufe. Bei direktem Tageslicht sind die Aufnahmen qualitativ richtig gut, bei schlechterem Licht im Innenraum in jedem Fall noch brauchbar.

Hier werden die Fotos etwas weichgezeichnet, um das Rauschen zu unterdrücken:

Bei direktem Tageslicht Bei weniger Licht im Innenraum Bei direktem Tageslicht Bei weniger Licht im Innenraum

Die Frontkamera bietet bei Tageslicht eine gute Qualität. Bei weniger Licht zeichnet sie erwartungsgemäß weich, um Rauschen zu unterdrücken. Aber auch hier ist die Qualität noch annehmbar. (Bildquelle: GameStar Tech)

Kurzfazit zur Kamera:

Die Kamera des Nothing Phone (3) kommt aktuellen Flaggschiff-Modellen wie etwa dem Honor7 Magic Pro sehr nahe. Die Qualität ist wirklich gut, ihr müsst jedoch den knalligen Nothing-Look mögen. Wer hingegen natürliche Farben bevorzugt, dem werden viele Aufnahmen zu stark gesättigt sein.

Lautsprecher

Das Nothing Phone (3) verfügt über Dual-Stereo-Lautsprecher mit einer sehr hohen maximalen Lautstärke. Auf höchster Stufe fängt der Sound jedoch an zu verzerren und klingt nicht mehr gut.

Auf unterer und mittlerer Lautstärke ist der Klang klar, es fehlt jedoch an Bass, womit der Sound insgesamt recht dünn ausfällt.

Ein Ersatz für Bluetooth-Lautsprecher ist das Nothing Phone (3) keinesfalls, doch man kann mit dem Handy problemlos Videos auf dem Sofa schauen oder nebenbei Podcasts laufen lassen – dafür genügt es allemal.


Konnektivität

Beim Thema Konnektivität zeigt sich das Nothing Phone (3) zeitgemäß und für ein Top-Smartphone entsprechend ausgestattet:

  • WiFi 7
  • Bluetooth 6.0
  • 5G 
  • NFC
  • Dual-SIM mit eSIM-Unterstützung
  • GPS und sechs weitere Satellitenortungssysteme
  • USB-C

Die verbaute 360-Grad-Antenne soll laut Nothing für besseren Empfang sorgen, wenn das Gerät gedreht wird. Insgesamt lässt das Smartphone nichts vermissen und stellt sich dank WiFi 7 und Bluetooth 6 zukunftssicher auf.


Betriebssystem und Updates

Das Nothing Phone (3) startet mit Android 15 und Nothing OS 3.5. Das Betriebssystem unterscheidet sich designtechnisch von Stock-Android – der unveränderten von Google bereitgestellten Android-Version – ansonsten liegt es aber sehr nah am Original.

Typisch Nothing: Es gibt keine Bloatware, also vorinstallierte Drittanbieter-Software. Lediglich die üblichen Google-Apps sowie einige Herstellerprogramme sowie -widgets sind vorinstalliert.

Der Update-Support ist dem Verkaufspreis angemessen: Fünf Jahre große Android-Updates und sieben Jahre Sicherheitspatches versprechen eine lange Nutzungsdauer, auch wenn Hersteller wie Samsung sogar sieben Android-Updates anbieten.

Android 16 und Nothing OS 4.0 sind für Q3 2025 angekündigt.

Der »Essential Space« befindet sich aktuell noch in der Entwicklungsphase. (Bild: GameStar Tech) Der »Essential Space« befindet sich aktuell noch in der Entwicklungsphase. (Bild: GameStar Tech)

Mit dem Start der Phone (3a)-Reihe hat Nothing KI-Funktionen in Form des »Essential Space« integriert. Mit der gesonderten, physischen Taste am Smartphone können so schnell Screenshots angefertigt und mit Notizen oder Sprachaufnahmen versehen werden. Das klappt natürlich auch beim Phone (3).

Mit dem Start des neuen Modells kommen einige Funktionen hinzu: Mit der Essential-Taste können nun auch ganze Meetings transkribiert und zusammengefasst werden, außerdem integriert der Hersteller eine neue »Essential Search«.

Mit der Suchleiste lassen sich Inhalte wie Kontakte, Fotos oder Dateien finden. Darüber hinaus kann die Suche Wettervorhersagen, Währungsumrechnungen und vieles mehr ausgeben. Das Feature ist also vergleichbar mit der Spotlight-Suche vom iPhone.


Besondere Features

Das Herzstück des Nothing Phone (3) ist die neue Glyph Matrix – ein kreisförmiges Display aus 489 individuell ansteuerbaren LEDs. Die ersetzt die Glyph-Streifen der Vorgänger. Laut Nothing ist man diesen Schritt gegangen, um Nutzern noch mehr Interaktionsmöglichkeiten zu geben.

Das sei über das Pixel-Display deutlich besser möglich als mithilfe der LED-Streifen.

Grundfunktionen der Glyph Matrix:

  • Kontakt-basierte Benachrichtigungen mit pixeligen Avataren
  • App-spezifische Signale für Mitteilungen
  • Anrufer-ID-Anzeige ohne Umdrehen des Telefons
  • Glyph Toys: Mini-Anwendungen wie eine Digitaluhr, Flaschendrehen, Batterieanzeige oder Stoppuhr.

Der neue, rückseitige Glyph Button ermöglicht die Steuerung: Antippen wechselt zwischen den Tools, langes Drücken aktiviert sie.

Weitere Glyph-Features:

  • Visueller Countdown bei Kamera-Timer
  • Glyph Torch als Taschenlampe-Alternative zum Blitzlicht oder als Fülllicht für Fotos
  • Lautstärke-Indikator als Animation
  • NFC-Animation bei Aktivierung

Wie beim Hersteller üblich, kann die Community über das GitHub-SDK eigene Glyph-Anwendungen erstellen. Zusätzlich will Nothing künftig selbst neue Inhalte bereitstellen.

Ich empfinde die Glyph Matrix als sinnvolle Neuerung und deutlich nutzwertiger als die bisherigen LED-Streifen. Selbst nutze ich das Display in erster Linie für die Uhrzeit, die ich einfach ablesen kann, wenn das Handy umgedreht auf dem Tisch liegt. Aber auch die anderen Funktionen sind durchaus praktisch oder im Falle des Flaschendrehens ein witziges Gimmick.


Solltet ihr euch das Nothing Phone (3) kaufen?

Das Nothing Phone (3) lohnt sich für euch, wenn…

  • ihr ein außergewöhnliches Design mit innovativen Features schätzt.
  • euch eine lange Update-Garantie und eine adäquate Leistung wichtig sind.
  • ihr ein vielseitiges Kamerasystem mit hoher Auflösung und Flexibilität wollt.

Mögliche Alternativen zum Nothing Phone (3)

Xiaomi Poco F7 Pro: Das Poco bietet ab rund 430 Euro eine gleichwertige Performance mit dem Snapdragon 8 Gen 3, gleichwohl ohne die einzigartigen Nothing-Features und mit schwächerer Kamera. Wenn die Leistung im Vordergrund steht, bekommt ihr ein starkes Gesamtpaket zu einem deutlich günstigeren Preis.

Samsung Galaxy S25: Samsungs Flaggschiff ist preislich auf unter 700 Euro gefallen. Es bietet eine hervorragende Kamera, den leistungsfähigeren Snapdragon 8 Elite-Chip, längeren Update-Support und viele praktische KI-Funktionen.

Samsung Galaxy S25
Samsung Galaxy S25
Das Standard-Flaggschiff
Das Basismodell bietet die gleiche Leistung wie das S25 Ultra, ist dabei aber mit 6,2 Zoll deutlich kompakter.
Samsung Galaxy S25+
Samsung Galaxy S25+
Für Fans von großen Displays
Das Galaxy S25+ punktet mit einem größeren, 6,7 Zoll großen Display. Zudem ist der Akku im Vergleich zum S25 etwas größer und die Ladegeschwindigkeit höher.
Samsung Galaxy S25 Ultra
Samsung Galaxy S25 Ultra
Die Highend-Variante
Wer keine Kompromisse eingehen will, greift zum S25 Ultra – dem Flaggschiff-Modell. Es bietet das beste Kamerasystem sowie den praktischen S Pen für Skizzen und Notizen.

Honor Magic7 Pro: Das Magic7 Pro hat mich im Test vor allem durch seine herausragende Kamera mit variabler Blende überzeugt. Hier gibt es den leistungsstarken Snapdragon 8 Elite und viel Arbeitsspeicher. Dafür fehlen jedoch eSIM-Support und Wireless Charging.

Das Nothing Phone (3) markiert aus meiner Sicht einen Wendepunkt für den Londoner Hersteller. Nicht nur das Design hat sich maßgeblich geändert; mit dem deutlich höheren Einstiegspreis möchte man sich offenbar nun verstärkt in der Oberklasse positionieren statt in der oberen Mittelklasse.

Der Sprung zum Flaggschiff ist größtenteils gelungen, denn technisch steht das Phone (3) aktuellen Top-Smartphones in kaum etwas nach: Der Snapdragon 8s Gen 4 ist zwar kein High-End-Chipsatz. Er bietet dennoch viel Leistung.

Das Display ist klasse und die Kamera liefert in den meisten Situationen gute Ergebnisse. Die neue Glyph Matrix ist ein gewagtes, aber innovatives Feature, das Nothing von der Konkurrenz abhebt. Wenn man bedenkt, dass andere Hersteller für ihre Oberklasse-Modelle über 1.000 Euro verlangen, ist der Preis von 799 Euro für die Basisversion durchaus fair.

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