Der Londoner Handyhersteller Nothing hat im März zwei neue Mittelklasse-Handys in den Handel gebracht: Phone (3a) und Phone (3a) Pro.
Die Unterschiede zwischen den zwei Smartphones sind gering. Unterm Strich verzichtet das Budget-Modell auf den eSIM-Support, zudem gibt es leichte Abstriche beim Kamerasystem.
Bei einem Preisunterschied von 120 Euro bei gleicher Speicherausstattung stellt sich natürlich die Frage, ob sich der Aufpreis für die potenziell bessere Kamera lohnt.
Dem gehe ich in diesem Vergleich nach.
Hauptkamera
Die Hauptkamera ist in beiden Geräten identisch, von daher bedarf es hier keines Vergleichs.
Die wichtigsten Fakten zum Weitwinkel:
- Nothing verbaut einen 1/1.57 Zoll großen Sensor mit einer Auflösung von 50 Megapixeln.
- Der Weitwinkel entspricht einer Brennweite von 24 Millimetern und bietet eine Blende von F/1.88.
- Die Kamera besitzt eine optische Bildstabilisierung, sodass Aufnahmen weniger leicht verwackeln.
Mit der Kamera gelingen schöne Schnappschüsse, die allerdings weniger natürlich wirken, sondern recht stark gesättigt sind. Wer Fan von knalligen Fotos ist, kommt definitiv auf seine Kosten.
Hier sind einige Beispielaufnahmen, die mit dem Weitwinkel der beiden Handys entstanden sind:
Bei Dunkelheit gelingen der Hauptkamera durchaus gute Fotos – zumindest im Hinblick auf den Preisbereich des Smartphones. Teurere Geräte holen mitunter noch einmal mehr aus einer solchen Aufnahme heraus.
Der Hauptkamera gelingen ordentliche Fotos bei Dunkelheit. Mit einem Top-Gerät wie dem Galaxy S25 kann das Smartphone aber nicht mithalten. (Bild: GameStar Tech)
Solltet ihr gelegentlich bei Dunkelheit Fotos machen, rate ich euch, immer die Hauptkamera zu benutzen. Sowohl Ultraweitwinkel als auch Telezoom neigen bei den meisten Smartphones und so auch bei Nothing zu einer relativ starken Weichzeichnung, um das Rauschen zu unterdrücken.
Die qualitativ besten Aufnahmen gelingen mit dem Weitwinkel.
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Xiaomi 15 Ultra: Dieses Video wurde mit der Kamera des neuen Smartphones aufgenommen
Ultraweitwinkel
Auch der Ultraweitwinkel unterscheidet sich zwischen den beiden Geräten nicht.
Technische Informationen:
- Nothing verbaut einen Sony-Sensor mit einer Auflösung von acht Megapixeln.
- Die Brennweite liegt bei 15 Millimetern, die Blende bei F/2.2.
Die Qualität der Aufnahmen ist für ein Mittelklasse-Handy gut. Allerdings wirken die Aufnahmen auch in diesem Fall sehr knallig und weniger natürlich.
Beispielaufnahmen vom Ultraweitwinkel:
Teleoptik
Der Telezoom ist der Hauptunterschied im rückseitigen Kamerasystem. Nothing verbaut nämlich in beiden Modellen unterschiedliche Optiken.
Beim Phone (3a) Pro kommt eine Periskopkamera zum Einsatz, die wir sonst vor allem von Flaggschiff-Smartphones kennen.
Periskopkamera
Eine Periskopkamera in Handys nutzt ein spezielles Linsensystem mit einem Prisma oder Spiegel, um das Licht im 90-Grad-Winkel umzulenken. Dadurch kann ein längerer optischer Zoom in einem schlanken Smartphone-Gehäuse untergebracht werden.
Phone (3a):
- 1/2,74 Zoll großer Samsung-Sensor mit einer Auflösung von 50 Megapixeln
- Die Brennweite entspricht 50 Millimetern, die Blende liegt bei F/2.0
- Zweifach optischer Zoom und vierfacher In-Sensor-Zoom
- 30-facher Ultra Zoom
Phone (3a) Pro:
- 1/1,95 Zoll großer Sony-Sensor mit einer Auflösung von 50 Megapixeln
- Die Brennweite liegt bei 70 Millimetern, die Blende bei F/2.55
- Dreifach optischer Zoom und sechsfacher In-Sensor-Zoom
- 60-facher Ultra Zoom
- Optische Bildstabilisierung
Die Periskopkamera des Phone (3a) Pro erreicht einen weiteren optischen Zoom. Der Unterschied zwischen zwei- und dreifachem Zoom ist durchaus deutlich, wie folgendes Beispiel zeigt:
Zweifach- und Dreifach-Zoom im Vergleich. (Bild: GameStar Tech)
Die Teleoptik des Pro-Modells bietet zudem eine optische Bildstabilisierung. Das ist gerade im Zoombereich ein Vorteil, da man hier aufgrund der Brennweite relativ schnell wackelt. Die Bildstabilisierung hält die Optik ruhig, womit im Zweifel weniger verwackelte Aufnahmen entstehen.
Beispielaufnahmen mit dem Phone (3a):
Bei der Zoomkamera des Nothing Phone (3a) fällt auf: Die Aufnahmen sind auch hier mitunter etwas übersättigt. Dadurch wirken die Fotos sehr farbenfroh und kontrastreich, aber weniger natürlich.
Beispielaufnahmen mit dem Phone (3a) Pro:
Der Kamerazoom des Phone (3a) schneidet im Vergleich etwas schwächer ab als der des Phone (3a) Pro. Allerdings fällt der Unterschied nicht in allen Aufnahmen auf. Bei Blumen oder der Buzz Lightyear-Figur sind die Ergebnisse sehr ähnlich.
Das Pro-Modell punktet jedoch bei den Landschaftsaufnahmen. Sie wirken einerseits mitunter etwas natürlicher, andererseits sind sie schärfer und haben mehr Details.
Die Periskopkamera des Pro-Modells lohnt sich aus meiner Sicht vor allem, wenn ihr den stärkeren Zoom haben möchtet. Ihr kommt einfach näher heran.
Frontkamera
Die Frontkamera liefert beim Pro-Modell eine Auflösung von 50 Megapixeln, beim einfachen Phone (3a) 32 Megapixel.
Bei gutem Licht sehen die Selfies beider Modelle wirklich gut aus. Das Pro-Modell bietet mehr Schärfentiefe und eine etwas größere Brennweite (geringerer Weitwinkel), ansonsten sehen die Aufnahmen nahezu identisch aus.
Beide Frontkameras liefern gute Ergebnisse. (Bild: GameStar Tech)
Bei weniger gutem Licht in Innenräumen verdienen beide Kameras keinen Blumentopf, denn beide neigen zu einem Grünstich.
Beim Phone (3a) fällt dieser jedoch geringer aus als beim Phone (3a) Pro, wie folgender Vergleich zeigt:
Beide Smartphones haben einen leichten Grünstich, das Pro-Modell allerdings einen deutlicheren. (Bild: GameStar Tech)
Lohnt sich der Aufpreis aufgrund der Kamera?
Ob ihr zum Nothing Phone (3a) Pro allein wegen der etwas besseren Zoomkamera greifen solltet, hängt natürlich von euren persönlichen Präferenzen ab.
Ich finde, dass sich die Aufnahmen qualitativ nicht deutlich voneinander unterscheiden. Das Pro-Modell hat vor allem bei Landschaftsaufnahmen leicht die Nase vorn und bietet hier mehr Schärfe und Details.
Das fällt jedoch nur auf, wenn ihr in das Bild hereinzoomt. Wer das nicht tut und die Fotos meist auf dem kleinen Handybildschirm in Gänze betrachtet, wird den Unterschied nicht sofort sehen.
Viel wichtiger ist jedoch die optische Bildstabilisierung und natürlich der weitere Zoom. Das Pro-Modell hält im Zoom das Kamerabild ruhig und ihr kommt deutlich näher an Motive heran, sei es mit dem höheren Dreifach-Zoom oder aber dem sechsfachen In-Sensor-Zoom.
Wenn ihr also mehr Freiheit im Zoombereich möchtet, ist das Pro-Modell eine gute Wahl, ansonsten genügt meiner Meinung auch das reguläre Phone (3a).
Unterm Strich liefern beide Handys gute Aufnahmen, wenn ihr es knallig und kontrastreich mögt.

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