Nubia Z70 Ultra im Test: Schneller als das Galaxy S24 Ultra, aber 700 Euro günstiger

Mehr RAM, mehr Speicher und eine Kamera mit variabler Blende - das Nubia Z70 Ultra bietet für 749 Euro erstaunlich viel. Allerdings gibt es auch einige Schwächen.

Das Nubia Z70 Ultra im Test: Im Vergleich zum Vorjahresmodell gibt es einige Verbesserungen. Das Nubia Z70 Ultra im Test: Im Vergleich zum Vorjahresmodell gibt es einige Verbesserungen.

Im November hat Nubia sein neues Flaggschiff-Handy, das Nubia Z70 Ultra vorgestellt. Ab 749 Euro gibt es ein 6,85-Zoll-Display ohne Notch oder Punch-Hole, einen großen Akku und den neuesten Snapdragon-Prozessor.

Im Vergleich mit dem Vorgänger, dem Z60 Ultra, stehen außerdem bis zu 1 Terabyte Speicherplatz sowie 24 Gigabyte RAM zur Verfügung. Punkten will der Hersteller auch mit der neuen Hauptkamera, die nun über eine variable Blende verfügt.

Ich hatte das neue Nubia Z70 Ultra eine Woche im Alltagstest. Wie es sich geschlagen hat und für wen sich das Smartphone lohnt, lest ihr nachfolgend.

Transparenzhinweis: Nubia hat mir das Z70 Ultra für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.

Nubia Z70 Ultra
Nubia Z70 Ultra
Das Nubia Z70 Ultra ist ein starkes Gesamtpaket: Mega-Display, viel Leistung und eine tolle Kamera, mit der vor allem bei Tag richtig gute Aufnahmen gelingen. Das gibt es zum verhältnismäßig günstigen Preis von 749 Euro. Dafür müsst ihr aber auch Abstriche hinnehmen: Es gibt weder Wireless-Charging noch eSIM-Support, die Akkulaufzeit fällt vergleichsweise bescheiden aus und potenzielle Käufer könnten von der Update-Politik des Herstellers abgeschreckt werden.
  • Viel Leistung dank Snapdragon Elite 8
  • Großes, randloses und helles OLED-Display mit 144 Hertz
  • Sehr gute Hauptkamera
  • IP68/IP69-Zertifizierung mit Schutz vor Staub und Hochdruckwasser
  • Shortcut-Tasten für Kamera und andere Funktionen
  • Elegantes Design, makellose Verarbeitung
  • Kein eSIM-Support
  • Kein Wireless-Charging
  • Akkulaufzeit unterdurchschnittlich
  • Qualität der Selfie-Kamera schlecht
  • Unterdurchschnittliche Update-Politik

Lieferumfang

Dem Nubia Z70 Ultra liegen ein ein Meter langes USB-C-auf-USB-C-Kabel, ein SIM-Eject-Tool, eine Schnellstartanleitung sowie eine Schutzhülle aus Silikon bei. Letztere ist zweckdienlich, macht jedoch keinen hochwertigen Eindruck. Der Qualitätsstandard liegt etwa auf dem Niveau weniger Euro teurer Hüllen aus dem Versandhandel.

Eine Display-Schutzfolie ist zwar ab Werk angebracht, allerdings keine Panzerglasfolie. Sie ist daher deutlich kratzempfindlicher und sollte aus meiner Sicht gegen ein hochwertigeres Schutzglas ersetzt werden.

Ich habe vom Hersteller die US-Version des Smartphones erhalten, da Testgeräte aus der EU-Charge nicht zur Verfügung standen. Diese unterscheidet sich in einem Detail von der EU-Version: Meinem Z70 Ultra liegt ein Netzteil mit 80 Watt bei (mit US-Stecker), das bei der EU-Variante fehlt.

Laut Nubia können Kunden aus der EU auch die US-Version beim Hersteller ordern, müssen diese aber explizit anfordern. Bedenkt dabei aber, dass ihr dann einen Steckdosenadapter benötigt.


Design und Verarbeitung

Mit einem Gewicht von 228 Gramm und Maßen von 164,3 x 77,1 x 8,6 Millimetern ist das Nubia Z70 Ultra weder ein Leichtgewicht, noch etwas für kleine Hände. Früher einmal nannten wir solche Handys »Phablets«.

Die Dicke bezieht sich im Übrigen nicht auf den Bereich der Kamerainsel. Dieser ragt deutlich aus dem Gehäuse heraus und ich messe rund 14,2 Millimeter an der Hauptlinse.

Bei den Materialien setzt Nubia auf Glas und Aluminium. Beim Displayglas handelt es sich um das sogenannte »Longxi Durable Glass« der zweiten Generation. Es soll laut Hersteller kratzfest sein und damit die Bildschirmhaltbarkeit verbessern.

Auch die Rückseite ist aus Glas gefertigt, hier in einer matten, leicht angerauten Variante. Der Geräterahmen besteht aus Aluminium. 

Wünschenswert beim Gehäuserahmen eines Flaggschiffhandys wäre aus meiner Sicht zwar robustes Titan oder Edelstahl. Das hätte das Handy aber unter Umständen noch schwerer gemacht und / oder den Preis in die Höhe getrieben.

Die Verarbeitungsqualität ist dafür makellos. Das Z70 Ultra vermittelt einen hochwertigen Eindruck. Spaltmaße oder scharfe Kanten suche ich vergebens. Das Gehäuse wirkt insgesamt sehr robust und steif.

Auch sämtliche Knöpfe haben einen guten Druckpunkt und fühlen sich nicht schwammig an. Der Robustheit zuträglich ist auch die IP-Zertifizierung nach IP68 und IP69 – damit ist das Handy geschützt gegen Hochdruckwasser und Staub.

Ein Handschmeichler ist das Smartphone aber nicht. Das liegt einerseits an der Größe, andererseits am kantigen Design. Eine einhändige Bedienung fällt mir schwer, obwohl ich keine kleinen Hände habe.

iPhone 13 Pro vs. Nubia Z70 Ultra – die Einhandbedienung ist selbst mit großen Händen herausfordernd. iPhone 13 Pro vs. Nubia Z70 Ultra – die Einhandbedienung ist selbst mit großen Händen herausfordernd.

Designtechnisch finde ich das Nubia Z70 wirklich schick. Es ist schlicht und wirkt zurückhaltend elegant. Vor allem die roten Farbakzente bei Kameraring und Power-Button gefallen mir.

Werfen wir noch einen kurzen Blick auf die verbauten Knöpfe und Anschlüsse:

  • An der rechten Geräteseite sitzen neben der Lautstärkewippe der An- und Ausschalter sowie ein Schnellstartknopf und Auslöser für die Kamera.
  • Auf dem oberen Geräterahmen befindet sich ein Infrarot-Blaster. Mithilfe einer entsprechenden App kann das Handy somit als Fernbedienung eingesetzt werden, um etwa den Fernseher oder Verstärker zu steuern.
  • An der linken besitzt das Z70 Ultra einen Schiebeschalter. Dieser kann in den Einstellungen mit verschiedenen Schnellzugriffen konfiguriert werden und schaltet unter anderem die Taschenlampe ein und aus.

Damit hat das Handy zwar mehr physische Schaltflächen als viele andere Smartphones. Ich empfinde die Schnellstarttasten aber als praktisch, gerade den Taschenlampenmodus jetzt im Winter.

Im SIM-Kartenfach auf der Unterseite finden zwei SIM-Karten Platz, daneben befindet sich die USB-C-Buchse. Zudem hat der Hersteller zwei Mikrofone sowie zwei Lautsprecher verbaut.


Prozessor und Speicher

Im Nubia Z70 Ultra arbeitet der aktuelle Top-Chipsatz von Qualcomm, der Snapdragon 8 Elite. Im Vergleich mit dem Vorgänger, dem Snapdragon 8 Gen3, soll er rund 45 Prozent schneller und bei gleicher Leistung dennoch deutlich sparsamer sein.

Ferner erhöht sich die Leistung der Grafikeinheit um etwa 40 Prozent. Auch die GPU profitiert dabei von einer besseren Energieeffizienz.

So teste ich die Performance
Ich teste die Leistungsfähigkeit von Smartphones einerseits mit Apps und Spielen im Alltag. Gleichzeitig messe ich die CPU sowie Gesamtperformance mit den Benchmark-Apps »Geekbench 6« sowie »AnTuTu Benchmark«, um eine objektive Vergleichbarkeit zwischen Smartphones herzustellen. Geekbench prüft die Single- und Multi-Core-Performance des Gerätes, AnTuTu die Gesamtleistung. Beide Programme geben am Ende eine Punktzahl aus und bieten auf ihrer Webseite zudem ein Ranking mit vielen anderen Geräten an.

Bei meinem Testgerät handelt es sich um die Variante mit 12 Gigabyte Arbeits- sowie 256 Gigabyte Gerätespeicher. Daneben bietet Nubia das Z70 Ultra auch noch mit 16 Gigabyte RAM und 512 Gigabyte Speicher sowie mit stolzen 24 Gigabyte Arbeits- und einem Terabyte Gerätespeicher an.

Geekbench 6: Die CPU-Leistung des Z70 Ultra übertrifft unter anderem das Samsung Galaxy S24 Ultra. Geekbench 6: Die CPU-Leistung des Z70 Ultra übertrifft unter anderem das Samsung Galaxy S24 Ultra.

Doch selbst in der »kleinsten« Ausstattungsvariante gelingt es mir im Alltag nicht, das Z70 Ultra ans Limit zu bringen. Die Leistung ist enorm und Ruckler oder Aussetzer suche ich in Apps oder Mobile Games vergebens, die Ladezeiten sind zudem angenehm kurz. 

AnTuTu Benchmark: Auch hier ist das Nubia Z70 Ultra sehr gut aufgestellt. AnTuTu Benchmark: Auch hier ist das Nubia Z70 Ultra sehr gut aufgestellt.

In den Benchmark-Tests von Geekbench und AnTuTu schneidet das Z70 Ultra im Vergleich mit anderen Smartphones extrem gut ab. Es ist beispielsweise deutlich performanter als das Samsung Galaxy S24 Ultra, welches für stolze 700 Euro mehr in den Handel kam.

Was jedoch auffällt: Unter Last, etwa in den Benchmark-Tests oder auch bei Spielen wie Genshin Impact oder Call of Duty: Mobile wird das Smartphone nach einiger Zeit vor allem im oberen Bereich ziemlich heiß. Hier fehlt es dem Z70 Ultra womöglich an einem effizienteren, passiven Kühlsystem.

Schade: Erweiterbar ist der Speicher nicht, denn das Handy bietet keinen Speicherkarten-Steckplatz. Ihr solltet euch also im Vorfeld überlegen, wie viel Speicherplatz ihr benötigt.


Display

Nubia verbaut im Z70 Ultra ein AMOLED-Panel. Das 6,85 Zoll große Display liefert eine Auflösung von 1,5K (2.688 x 1.216 Pixel) bei einer Pixeldichte von rund 431 ppi (pixel per inch). Die Bildwiederholrate liegt bei 144 Hertz, die lokale Spitzenhelligkeit bei 2.000 Nits.

Bei letzterer bieten andere Hersteller schon mehr, teilweise über 6.000 Nits. Allerdings sind die Werte im Alltag vernachlässigbar, denn die Spitzenhelligkeit wird nur auf kleinen Bereichen des Bildschirms, etwa bei Spielen oder HDR-Videos, erreicht.

Sie sagt also nichts darüber aus, wie hell ein Display im Alltag wirklich ist. Im direkten Vergleich mit meinem iPhone 13 Pro, bei dem die Display-Helligkeit bei rund 1.000 Nits (reguläre Spitzenhelligkeit) liegt, ist das Z70 Ultra merklich heller.

Allerdings ausschließlich im Modus »automatische Helligkeit« – nur hier wird die maximale Helligkeit erreicht. Im manuellen Modus liegt die Spitzenhelligkeit deutlich darunter, der Bildschirm ist dann nicht ganz so hell wie der meines iPhone 13 Pro.

Manuelle Helligkeit Automatische Helligkeit Manuelle Helligkeit Automatische Helligkeit

Im manuellen Modus hat das iPhone die Nase vorn, im Automatikmodus das Z70 Ultra. Hinweis: Die Kamera stellt das iPhone beim zweiten Foto etwas dunkler dar, tatsächlich ist es aber genauso hell wie auf dem ersten Foto.

Aufgrund des aktuell trüben Winterwetters konnte ich den Bildschirm nicht bei gleißendem Sonnenlicht testen. Das Display ist meiner Einschätzung nach aber ausreichend hell, denn auch mein iPhone 13 Pro bringt mich problemlos durch sonnige Sommertage.

Durch die Bildwiederholrate von 144 Hertz wirken Bewegungen beim Spielen oder Scrollen butterweich. Den Unterschied zwischen 120 Hertz (bei vielen Konkurrenzmodellen) und 144 Hertz sehe ich persönlich jedoch nicht.

Ansonsten empfinde ich das Display als hervorragend. Auflösung, Kontraste und Farben bewegen sich auf hohem Niveau und können problemlos mit anderen Top-Smartphones mithalten. Unterstützt wird im Übrigen auch der HDR-Standard für Videos. Allerdings kommt es hierbei auf die Videoplattform an. Bei Netflix steht beispielsweise kein HDR zur Verfügung. 

Was den Bildschirm des Z70 Ultra auszeichnet, sind noch zwei andere Dinge:

  • Die Displayränder messen gerade einmal 1,25 Millimeter. Dadurch wirkt der ohnehin große Bildschirm nochmals größer.
  • Zudem verzichtet der Hersteller auf eine Notch oder ein Punch-Hole für die Frontkamera. Diese sitzt hinter dem Display, wie wir es beispielsweise von der Samsung Galaxy Fold-Reihe kennen.

Beim Verstecken der Selfie-Kamera hat Nubia ganze Arbeit geleistet. Mit bloßem Auge ist es schwierig, den Bereich der Kamera auszumachen – er ist minimal dunkler. 

Das fällt allerdings kaum auf und ist nur bei hoher Helligkeit und einem hellen Wallpaper ganz leicht sichtbar. Die versteckte Kamera hat aber auch einen Nachteil - dazu später mehr.

Ebenfalls unter dem Display sitzt der Fingerabdrucksensor, zum Entsperren des Handys. Dieser reagiert schnell und zuverlässig. Alternativ lässt sich das Gerät auch per Gesicht entsperren. Nubia gibt hierbei allerdings an, dass die Variante weniger sicher ist als die Entsperrung per PIN oder Fingerabdruck.


Akkulaufzeit

Der verbaute Akku des Z70 Ultra bietet eine Kapazität von 6.150 Milliamperestunden. Nubia setzt hier auf die neue Akkutechnologie mit Silizium-Kohlenstoff-Anode

Sie bietet den Vorteil, dass Akkus bei gleicher Größe eine höhere Energiedichte aufweisen als jene mit Lithium-Ionen. Neigt der Akku sich dem Ende, kann er mit bis zu 80 Watt aufgeladen werden. Ein vollständiger Ladezyklus hat bei mir knapp 43 Minuten gedauert.

Was leider fehlt: Wireless Charging ist nicht an Bord, das Handy muss also immer ans Kabel.

Die Akkulaufzeit ist eine sehr subjektive Sache, da jeder das eigene Smartphone im Alltag anders nutzt. Es ist daher schwierig zu sagen, ob das Handy nun einen oder vielleicht auch zwei Tage durchhält. Wenn ihr stundenlang bei TikTok Videos schaut oder viel spielt, dürfte das schwierig sein. 

So teste ich die Akkulaufzeit
Ich verwende die Android-Software »PCMark«, um einen Akkubenchmark durchzuführen und eine Vergleichbarkeit mit anderen Smartphones zu schaffen. Die App erledigt dabei Alltagsaufgaben wie Web-Browsing, Video-Wiedergabe, Textverarbeitung und Bildbearbeitung, bis der vollständig aufgeladene Akku unter 20 Prozent fällt. Am Ende gibt das Programm eine Zeitdauer als Gesamtergebnis aus.

Das Nubia Z70 Ultra hat im Benchmark von PCMark 9 Stunden und 47 Minuten erreicht. Dieses Ergebnis ist im Vergleich mit anderen Smartphones unterdurchschnittlich.

Die Akkulaufzeit des Nubia Z70 im Vergleich mit anderen Smartphones. Die Akkulaufzeit des Nubia Z70 im Vergleich mit anderen Smartphones.

Das Google Pixel 9 kommt bei PCMark etwa auf 15 Stunden und 12 Minuten, das Samsung Galaxy S24+ auf 15 Stunden und 50 Minuten. Bei meiner Alltagsnutzung muss ich allerdings sagen, dass mich das Nubia trotzdem problemlos durch den Tag gebracht hat.


Kamera

Das Z70 Ultra bietet auf der Rückseite drei Kameras. Hauptkamera und Ultraweitwinkel nehmen Fotos mit maximal 50 Megapixeln auf, die Telekamera liefert 64 Megapixel. Bei der Hauptlinse setzt der Hersteller auf den Sony IMX 9-Sensor mit optischer Bildstabilisierung (OIS) ein. Zudem gibt es bei dieser eine variable Blende - f/1.6 - 4.0.

Das hat drei Vorteile:

  • Einerseits profitiert ihr bei schlechteren Lichtverhältnissen von einem geringeren Bildrauschen, da mehr Licht in die Linse gelangt.
  • Andererseits habt ihr den Vorteil, auf F/4.0 abblenden zu können, um die Tiefenschärfe zu erhöhen. Das kann bei Markoaufnahmen oder Landschaften nützlich sein.
  • Nicht zuletzt lässt sich mit der großen F/1.6-Blende auch ein schönes Bokeh herstellen.
Blende 1.6 Blende 4.0 Blende 1.6 Blende 4.0

Dank der variablen Blende lässt sich einerseits ein Bokeh erzeugen. Andererseits könnt ihr mit kleiner Blende für mehr Tiefenschärfe sorgen.

Die Bildqualität der 35-Millimeter-Hauptkamera gefällt mir richtig gut, auch wenn Aufnahmen etwas weniger natürlich als auf meinem iPhone wirken, da sie stärker gesättigt sind und insgesamt »knalliger« aussehen. Die Schärfe ist hervorragend und es gelingen wirklich tolle Fotos bei guten Lichtverhältnissen.

Bei der Telekamera ist die Schärfe ebenfalls gut, bei den Farben ist die Kamera deutlich zurückhaltender. Aufnahmen wirken so einerseits natürlicher, allerdings sehen sie andererseits stellenweise etwas verwaschen aus.

Der Ultraweitwinkel arbeitet solide, büßt jedoch etwas an Schärfe ein. Dafür bietet er in meinen Augen eine ausgewogene Farbbalance.

Apple iPhone 15 Pro Nubia Z70 Ultra Apple iPhone 15 Pro Nubia Z70 Ultra

iPhone 15 Pro und Nubia Z70 im Vergleich. Das iPhone zeigt mehr Details und ist schärfer.

Im Nachtmodus reicht das Nubia Z70 Ultra nicht an Top-Geräte wie das iPhone 15 Pro (iPhone 16 Pro habe ich leider nicht da) heran. Haupt- und Telekamera liefern hier gute Ergebnisse, wenn es im Bild noch einige Lichtquellen gibt.

Insgesamt werden Nachtaufnahmen aber relativ stark »glatt gebügelt«, um das Rauschen zu beseitigen. Hier könnte der Hersteller softwareseitig noch nachjustieren und vor allem aus der wirklich guten Hauptkamera noch mehr herausholen.

Die Ultraweitwinkelkamera schneidet im Low-Light-Modus am schlechtesten ab. Die Ergebnisse sehen auf dem Display zwar noch OK aus, beim Vergrößern haben die Fotos jedoch eine ungenügende Qualität. Sie sind extrem weichgezeichnet und unscharf.

Wie oben bereits erwähnt, hat Nubia die Frontkamera hinter dem Bildschirm versteckt. Das sieht natürlich gut aus, hat aber einen entscheidenden Nachteil: Die Qualität der Aufnahmen reicht nicht an die offenliegender Linsen heran.

Selfies wirken stark weichgezeichnet, ihnen fehlt es an Details. Aus meiner Sicht reicht die Qualität für Videochats oder Schnappschüsse, gute Fotos gelingen aber nicht.

Die Aufnahmen mit der Selfie-Kamera sind stark weichgezeichnet, die Qualität ist eher schlecht. Die Aufnahmen mit der Selfie-Kamera sind stark weichgezeichnet, die Qualität ist eher schlecht.

Die Kamera-Software ist vielseitig, könnte für den einen oder anderen aber etwas überfordernd sein. Glücklicherweise gibt es einen abgespeckten Hauptmodus »Foto«, bei dem sich kaum Parameter einstellen lassen. Für Schnappschüsse ideal.

Daneben steht ein »Pro«-Modus bereit: Hier lassen sich sämtliche Einstellungen für Verschlusszeit, Blende und Co. ändern. Daneben integriert der Hersteller noch diverse Szenenmodi, unter anderem für Aufnahmen des Nachthimmels oder Makro.

Im Videomodus liefert das Z70 Ultra bei Tag gute Ergebnisse. Die Aufnahmen werden auf Wunsch stabilisiert, die Auflösung lässt sich zwischen 720p (HD-Ready) und 8K einstellen.

Ihr habt zudem die Möglichkeit, die Bildrate einzustellen. 4K-Aufnahmen können mit 30, 60 oder 120 Bildern pro Sekunde gedreht werden. In den anderen Auflösungsmodi ist die Wahl jedoch beschränkt, bei 8K sind beispielsweise nur 30 Bilder pro Sekunde möglich.

Hinweis: Aufgrund der trüben winterlichen Lichtverhältnisse in Norddeutschland konnte ich die Kamera des Nubia Z70 Ultra nicht bei Sonnenschein testen. Ich werde meine Eindrücke aber entsprechend hinzufügen, wenn das Wetter wieder etwas besser wird.


Lautsprecher

Das Nubia Z70 Ultra besitzt zwei Lautsprecher, wodurch der Sound von zwei Seiten kommt. Das ist deutlich angenehmer als bei Geräten mit nur einem Lautsprecher. 

Die Audioqualität selbst ist nicht besonders gut, der Klang ist eher flach. Die maximale Lautstärke ist zwar sehr hoch, allerdings tut es dann auch schon in den Ohren weh, da der Sound teils etwas verzerrt und übersteuert.

Für TikTok, Podcasts und Co. reichen die verbauten Lautsprecher aus - für alles andere solltet ihr aber lieber zu Bluetooth-Kopfhörern oder -Lautsprechern greifen.


Konnektivität

In Sachen Konnektivität lässt das Z70 Ultra für mich kaum Wünsche offen: 5G, WiFi 7, NFC, GPS sowie vier weitere Satelliten-Ortungssysteme, USB-C 3.2, Dual-SIM und Bluetooth 5.4 sind an Bord. Leider gibt es keine Unterstützung für eSIM; das ist aus meiner Sicht nicht mehr zeitgemäß.

Video starten 0:53 nubia Z70 Ultra: Das neue Smartphone im Trailer

Dafür punktet das Smartphone in Bezug auf Audio: Unterstützt werden unter anderem Snapdragon Sound sowie aptX Adaptive und aptX Lossless. Mit kompatiblen Kopfhörern erhaltet ihr so also richtig gute Audioqualität beim Musik-Streaming.


Betriebssystem und Updates

Ausgeliefert wird das Nubia Z70 Ultra mit Android 15 sowie der herstellereigenen Oberfläche »Nebula AIOS«.

Positiv: Das Handy kommt ohne Bloatware aus. Vorinstalliert sind lediglich wenige Nubia-eigene Apps wie ein Browser, Dateimanager oder ein Cleaner. Ansonsten sind lediglich die üblichen Google-Apps zu finden.

Der Hersteller wirbt zudem mit praktischen KI-Funktionen. Allerdings halten sich diese in Grenzen. Unter anderem nutzt Nubia Künstliche Intelligenz, um die Kommunikation über 5G und Dual-SIM zu verbessern.

Daneben lässt sich eine KI-Seitenleiste mit den installierten Apps einblenden, die nach dem Darauftippen in einem kleinen, schwebenden Fenster geöffnet werden. Praktisch finde ich tatsächlich das »AI Translate«-Feature. Telefonate lassen sich damit in Echtzeit übersetzen – sowohl per Untertitel als auch Sprachansage.

Im Hinblick auf die Update-Politik hat sich Nubia in der Vergangenheit nicht mit Ruhm bekleckert und tut das auch beim Nubia Z70 Ultra nicht. Versprochen werden drei Jahre Sicherheitsupdates sowie ein OS-Update auf Android 16 – das ist sehr mager. Zum Vergleich: Samsung versorgt seine Geräte sieben Jahre mit Updates.

Wissenswertes zum Test
So habe ich getestet

Ich habe das Nubia Z70 Ultra rund eine Woche im Alltag genutzt und dabei versucht, so viel wie möglich an diesem Gerät zu machen. Ganz ersetzen kann ich mein Hauptgerät (iPhone) nicht, da meine Kommunikation größtenteils über iMessage läuft und ich zudem verschiedene Geräte über Apple HomeKit steuere.

Spezifikationen
Technische Daten des Nubia Z70 Ultra
DisplayAMOLED, 6,85 Zoll, 1.216 x 2.688 Pixel, 2.000 Nits lokale Spitzenhelligkeit
Abmessungen164,3 x 77,1 x 8,6 Milimeter
Gewicht228 Gramm
OS-VersionAndroid 15 (Nebula AIOS)
Geplante Updates3 Jahre Software-Updates, 1 OS-Update
KameraHauptkamera: 50 MP, f/1.6-4.0, 35mm
Telezoom: 64 MP, f/2.5, 70mm
Ultraweitwinkel: 50 MP, f/2.0, 13mm
Selfiekamera: 16 MP, f/2.5, 24mm
Prozessor / GPUQualcomm Snapdragon 8 Elite
RAM / Speicher256GB+12GB RAM, 512GB+16GB RAM, 1TB+24GB RAM
Akku6.150 mAh
Display-EntsperrmethodeFingerabrucksensor, Gesicht, PIN
AnschlussUSB-C 3.2
IP-ZertifizierungIP68 und IP69
KonnektivitätWiFi 7, Bluetooth 5.4, NFC, 5G, GPS + 4 weitere Satellitenortungssysteme, Infrarot
FarbenSchwarz, Gelb
Preis (UVP)749 Euro / 849 Euro / 969 Euro

Preis und Verfügbarkeit

Das Nubia Z70 Ultra ist ab 749 Euro in der Variante mit 12 Gigabyte RAM und 256 Gigabyte Speicherplatz erhältlich. Die höheren Ausstattungsvarianten liegen bei 849 beziehungsweise 969 Euro. Erhältliche Farbvarianten sind Schwarz und Gelb. Bestellbar ist es zu diesen Preisen nur direkt im Herstellershop, andere Händler verlangen mehr.


Solltet ihr euch das Nubia Z70 Ultra kaufen?

Das Nubia Z70 Ultra lohnt sich für euch, wenn …

  • … ihr ein Handy mit Top-Performance und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis sucht.
  • … ihr ein Smartphone mit großem Display und guter Hauptkamera kaufen wollt.

Mögliche Alternative zum Nubia Z70 Ultra

Samsung Galaxy S24 Ultra: Das Samsung-Flaggschiff von Anfang 2024 ist im Preis gefallen und teils schon ab 850 Euro erhältlich. Es bietet viel Leistung, ein exzellentes Display und eine lange Akkulaufzeit. Auch die Kamera liefert hervorragende Ergebnisse. Das S24 Ultra erhält sieben Jahre lang Updates vom Hersteller.

Google Pixel 9 Pro: Das Smartphone bietet viele tolle Kamerafunktionen. Außerdem verfügt das Gerät über zahlreiche KI-Funktionen, bekommt sieben Jahre OS-Updates und regelmäßige Funktions-Updates. Mit mindestens 935 Euro ist es allerdings deutlich teurer als das Z70 Ultra.

Ich habe das Nubia Z70 Ultra in meiner Testwoche wirklich liebgewonnen. Vor allem Display und Leistung gefallen mir sehr, ebenso die neue Hauptkamera. Hier würde ich mir aber wünschen, dass Nubia beim Low-Light-Modus softwareseitig nacharbeitet - da geht mehr!

Habt ihr euch das Nubia Z70 Ultra selbst gekauft? Was gefällt euch besonders daran und was findet ihr verbesserungswürdig? Teilt mir eure Erfahrung gerne in den Kommentaren mit.

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