Wer hat Angst vor der KI? Nvidia-CEO Jensen Huang hat in einem Podcast über die Zukunft von KI gesprochen. Dabei verurteilt er auch seine Branchenkollegen scharf. Der Vorwurf: KI würde durch Weltuntergangsszenarien
einiger Kollegen zu negativ dargestellt werden – und das schade allen.
Wenn es um die Sorgen der Menschen vor Arbeitsplatzverlust durch KI geht, hat Huang vor allem eines übrig: Noch mehr Optimismus. Kritiker meinen, gerade ihm dürfte der besonders leicht fallen.
Jensen Huang: Weltuntergangsszenarien sind nicht hilfreich
Jensen Huang sprach im KI-Podcast No Priors über die seiner Ansicht nach massiven Fortschritte im KI-Bereich im Jahre 2025 und gibt einen optimistischen Ausblick für die Zukunft der KI-Ära.
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Dabei zeigt sich der CEO des derzeit wertvollsten Unternehmens der Welt frustriert über die negative Stimmung rund um KI, die gerade von anderen Größen der Tech-Branche verbreitet würden:
[Es ist] ehrlich gesagt extrem schädlich, und ich denke, wir haben durch sehr angesehene Leute, die ein Weltuntergangsnarrativ gezeichnet haben, bereits viel Schaden angerichtet.
Wen Huang damit meinen könnte: Einerseits warnt etwa einer der größten Vordenker der KI-Entwicklung, Yoshua Bengio, wie Fortune berichtet, immer wieder vor den möglichen Bedrohungen durch hyperintelligente Maschinen
.
Andererseits ist da aber auch etwa Sam Altman, CEO von OpenAI, der sich gerne öffentlich, wie etwa 2023 vom Handelsblatt berichtet, für strengere KI-Regulierung ausspricht. Und auch Elon Musk bezeichnete noch vor zwei Jahren KI als eine der größten Bedrohungen der Menschheit (zitiert via Times News).
Konkret nennt Huang die aber nicht, sieht im Schüren der KI-Angst aber etwas, das schlecht für alle ist:
- »Es ist nicht hilfreich«:
Es ist nicht hilfreich für die Menschen. Es ist nicht hilfreich für die Branche. Es ist nicht hilfreich für die Gesellschaft. Es ist nicht hilfreich für die Regierungen.
- Verhinderung von Wettbewerb: Huang vermutet dahinter die Absicht, staatliche Regulierungen zu forcieren, die den Wettbewerb behindern und dazu dienen, neue
Startups zu ersticken
. - Blockade von Fortschritt: Nach Huangs Ansicht schreckt die schlechte Stimmung von Investitionen ab, die KI eigentlich erst
sicherer, produktiver und nützlicher
für die Gesellschaft machen würden.
Wenn es um die Sorgen der Menschen, etwa der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes durch KI geht, bleibt Huang bei seinem Optimismus:
Er argumentiert, dass KI Aufgaben
automatisiere, aber nicht den Zweck
von Berufen ersetzen. Er erwartet, dass die Menschen durch mehr KI produktiver würden und dadurch eine neue Nachfrage entstünde.
Jensen Huang: Der wohl größte Profiteur des KI-Booms
Im Kern folgt Huang einer schlüssigen Logik: Steigert KI die Produktivität, profitiert davon theoretisch die gesamte Volkswirtschaft. Doch dieser Wohlstandseffekt tritt nur ein, wenn die Erträge fair verteilt werden und nicht ausschließlich bei einer kleinen Elite konzentriert bleiben.
Während Huang die große Vision feiert, bleibt für viele Beschäftigte die ganz reale Gefahr, dass ihre Position im Zuge dieser Transformation schlicht wegrationalisiert wird.
In der Presse werden Huangs Aussagen daher eher mit Unverständnis aufgenommen. Auf Gizmodo schreibt AJ Dellinger etwa mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus:
Nvidia-CEO Jensen Huang […] fände es wirklich toll, wenn ihr aufhören würdet, über die potenziellen Gefahren der Technologie zu sprechen, die sein Vermögen so massiv befeuert hat. Es verdirbt ihm schlichtweg die Laune.
Tatsächlich könnte man Huang ohne große Übertreibung als den größten Profiteur des KI-Booms bezeichnen: Mit dem Aufstieg Nvidias zum wertvollsten Unternehmen der Welt schoss auch sein Privatvermögen in die Höhe, wie Forbes zeigt.
Lag der Gesamtwert seines Privatbesitzes im Jahr 2023 noch bei rund 21 Milliarden US-Dollar, liegt es mittlerweile bei rund 161 Milliarden. Man kommt also nicht umhin festzustellen: Bei einer Steigerung des persönlichen Reichtums von rund 660 Prozent innerhalb weniger Jahre hat sich der Optimismus für Huang selbst zumindest bereits definitiv gelohnt.

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