Eine 11 Jahre alte Grafikkarte für unter 70 Euro überrascht im Cyberpunk-Test – dabei ist sie nicht mal fürs Spielen gedacht

Die Preise der Grafikkarte haben sich in den letzten Wochen auf dem Gebrauchtmarkt bereits deutlich erhöht.

Die Grafikkarte war bis vor kurzem noch für rund 26 Euro auf Marktplätzen wie ebay erhältlich. (Bildquelle: Budget Builds Official) Die Grafikkarte war bis vor kurzem noch für rund 26 Euro auf Marktplätzen wie ebay erhältlich. (Bildquelle: Budget Builds Official)

Ein BIOS-Mod, 90 Grad Betriebstemperatur und ein 70-Euro-Schnäppchen: Wer hätte gedacht, dass eine fast vergessene Workstation-Grafikkarte aus dem Jahr 2015 plötzlich relativ moderne und beliebte Spiele-Hits stemmt?

Der YouTube-Channel Budget-Builds Official hat Spiele-Tests mit einer Quadro M4000 8-GB-Grafikkarte durchgeführt, um herauszufinden, wie gut sie für moderne Spiele geeignet ist.

Das Ergebnis überrascht: Die 11-Jahre alte Büro-GPU schafft es dank 8 GB VRAM und maximalem Overclocking, auch aktuelle Hochkaräter wie Cyberpunk 2077 auf den Bildschirm zu zaubern.

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Das Geheimnis unter der Haube

Dass die uralte Karte überhaupt noch Frames auf dem Bildschirm berechnen kann, liegt an ihrer Architektur. Die Quadro M4000 basiert auf Nvidias Maxwell-Architektur und ist technisch eng verwandt mit der Geforce GTX 970. Sie verfügt über dieselben 1.664 CUDA-Kerne und ein 256-Bit-Speicherinterface.

Doch es gibt einen großen Unterschied: Während die GTX 970 damals wegen ihres unglücklich beschnittenen 4-GB-Speichers in Verruf geriet, rollte die Quadro als Workstation-Grafikkarte mit vollen, unbeschnittenen 8 GB GDDR5-VRAM vom Band. Genau dieses Speicherplus hilft der Grafikkarte, auch bei aktuellen Spielen noch eine akzeptable Leistung zu bieten.

Hinzu kommt, dass Nvidia die Quadro-Reihe bis heute mit professionellen Treibern versorgt, die moderne Spiele laut Aussagen des Testers ausgezeichnet unterstützen.

Ohne Overclocking geht es nicht

Um die M4000 fit für Cyberpunk 2077 und Co. zu machen, reicht der Werkszustand allerdings nicht aus. Als Büro-Grafikkarte ist sie auf Langlebigkeit getrimmt: Ihr Basistakt liegt bei konservativen 773 MHz, das Power-Limit ist auf 120 Watt gedeckelt.

Zum Vergleich: Die GTX 970 ist von Haus aus mit 1.178 MHz ausgestattet und auf eine TDP von 148 Watt ausgelegt.

Budget-Builds Official griff daher in die digitale Werkzeugkiste. Das BIOS der Grafikkarte wurde durch eine modifizierte Version ersetzt, um die Limits auszuhebeln. Damit wurde der Takt auf 1.350 MHz angehoben. Auch das  Power-Limit wurde auf das der GTX 970 angehoben.

Auswirkungen hatte das Overclocking auch auf die Temperatur. Diese stieg unter Last auf 90 Grad Celsius an, was in den Tests allerdings nicht zu Stabilitätsproblemen geführt hat.

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Benchmarks

Die Kombination von 8 GB VRAM, Overclocking und aktuellen Treibern führt laut dem Tester zu den folgenden Benchmark-Ergebnissen:

  • Cyberpunk 2077: Mit einem Mix aus mittleren und hohen Details (1080p) sowie FSR 3 auf der Einstellung »Balanced« erreicht die Karte im Schnitt 49 FPS. Das Spiel bleibt konstant spielbar und sieht gut aus.
  • Red Dead Redemption 2: Auch hier sind bei nativer 1080p-Auflösung, mittleren bis hohen Settings und sogar Ultra-Texturen völlig flüssige 49 FPS im Durchschnitt drin.
  • Counter-Strike 2: Wer auf E-Sports steht, kommt voll auf seine Kosten. In 1080p, mit kompetitiven Einstellungen liefert die Karte satte 208 FPS.
  • GTA V: Der Dauerbrenner wird von der M4000 auf den höchsten (Ultra) Einstellungen in 1080p mühelos mit fest-eingestellten 60 FPS dargestellt.

Allerdings gibt es einen Haken. Kostete die Grafikkarte vor Veröffentlichung der Tests noch rund 30 Dollar, etwa 26 Euro, gibt es sie mittlerweile auf Marktplätzen wie eBay nur noch ab 65 Euro.

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Damit muss sich die Grafikkarte nun mit leistungsstärkeren Gaming-Karten wie der RX Vega 56 messen (und geschlagen geben), die ebenfalls für diesen Preis erhältlich sind. Als Fund in einem gebrauchten PC oder auf dem Flohmarkt für den ursprünglichen Preis von rund 30 Euro könnte die Quadro M4000 allerdings einen Versuch wert sein, mit möglichst wenig Aufwand eine gute Gaming-Leistung zu erzielen.


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