Seit Jahrzehnten schien die Machtverteilung im PC-Hardware-Markt in Stein gemeißelt – doch dieses Fundament gerät nun potenziell ins Wanken.
In einer live via YouTube von der Hardware-Messe Computex gestreamten Keynote hat Nvidia-CEO Jensen Huang die neue Plattform »RTX Spark« präsentiert und damit einen Frontalangriff auf die Platzhirsche Intel, Apple und AMD eingeläutet.
Dank einer Allianz mit ARM, Mediatek und Microsoft hat der KI-Konzern einen Superchip entwickelt, der den Personal Computer für das Zeitalter der KI in Nvidias Sinne neu aufstellen soll.
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Der N1X-Chip: Kampfansage auch an Apple
Entscheidend ist dabei das Herzstück der neuen Plattform: der N1X-Superchip.
- Bisher dominierten Intel und AMD das Innenleben von Windows-PCs, während Nvidia sich auf Grafikkarten konzentrierte.
- Gemeinsam mit dem Chip-Spezialisten Mediatek hat Nvidia eine eigene, ARM-basierte 20-Kern-CPU entwickelt und sie direkt mit einer Blackwell-Grafikeinheit auf einem einzigen Chip verschmolzen. Dieser soll bis zu 6.144 CUDA-Kerne und 1 Petaflop KI-Leistung bieten.
- Dazu kommen 128 Gigabyte gemeinsamer Arbeitsspeicher. Das Resultat ist ein System, das sehr an Apples M-Chips erinnert, allerdings mit zusätzlicher KI-Leistung von Nvidia und voller Integration in Microsofts Windows-Ökosystem.
Doch während Windows bislang fast ausschließlich auf Prozessoren mit x86-Architektur wie AMDs Ryzen-Modelle oder Intels Core-CPUs ausgelegt ist, kommt bei Nvidias Superchip zwingend die ARM-Version des Betriebssystems zum Einsatz.
Nvidia beschreibt die Leistung des Chips wie folgt:
Mit OptiX und DLSS können Nutzer extrem große 3D-Szenen mit einer Größe von 90 GB rendern, 12K-Videos im 4:2:2-Format mit dem NVIDIA Blackwell-Decoder bearbeiten, große Sprachmodelle mit 120 Milliarden Parametern und einem Kontext von 1 Million Tokens ausführen sowie AAA-Spiele mit einer Auflösung von 1440p und über 100 Bildern pro Sekunde mit Raytracing, DLSS und Reflex spielen.
Konkreter wird Nvidia bei der Unterstützung durch PC-Hersteller. Zum Start der neuen Plattform haben praktisch alle großen PC-Hersteller, darunter Dell, Asus und MSI, entsprechende Geräte in Arbeit. Laut Nvidia sollen erste Geräte bereits ab Herbst in den Regalen der Händler stehen.
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Mehr als »nur« Laptops: Starker Fokus auf KI-Agenten
Die Vision von Nvidia geht dabei weit über klassische Laptops hinaus, da die Plattform speziell für agentische KI entwickelt ist. Huang präsentierte unter anderem winzige, lüfterlose Desktop-PCs, die dafür gedacht sind, rund um die Uhr völlig geräuschlos im Hintergrund zu laufen.
Sie sollen als smarte Kommandozentralen für das eigene Zuhause oder Büro fungieren, ganz ohne teure KI-Cloud-Abonnements.
Die Idee dahinter:
- In Zukunft klicken Nutzer nicht mehr selbst durch unzählige Menüs in Word, Adobe Photoshop oder 3D-Programmen. Stattdessen läuft ein KI-Agent lokal auf dem Gerät.
- Man gibt dem Agenten ein Ziel vor – etwa den Entwurf eines Hauses anhand einer groben Skizze – und der Agent öffnet selbstständig die nötigen Programme, generiert Modelle und korrigiert eigene Fehler.
- Der Mensch wird vom Bediener zum Supervisor. Weil diese Prozesse keine Verzögerung dulden, müssen sie lokal berechnet werden – genau dafür liefert Nvidia nun die Hardware.
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Der PC der Zukunft, so Huang, werde sich weniger wie ein klassisches Arbeitsgerät anfühlen, sondern vielmehr wie ein autonomer Helfer, der wie die Star-Wars-Droiden R2-D2 oder C3PO agiere.
Unabhängige Leistungstests und Preise stehen allerdings noch aus. Besonders spannend wird außerdem die Frage, wie nahe die Windows-Erfahrung mit ARM-Chip der kommt, die wir alle seit Ewigkeiten mit x86-Prozessoren kennen.
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