Es gibt sooo viele Gaming-Tastaturen auf dem Markt, und ich habe alleine in den letzten Jahren über 150 davon getestet. Selten kann nach meiner langen Zeit im Job und derart vielen Testmodellen noch ein Produkt wirklich herausstechen.
Der NZXT Function Elite MiniTKL gelingt das aber – und zwar mit einem besonderen Detail, auf das der Hersteller selbst aber praktisch nicht eingeht: Die Tastatur hat eine herausragende Haptik.
Was daran so toll ist, und insbesondere, warum ich die Tastatur für dieses kleine Detail liebe, erzähle ich euch in diesem Testbericht.
Transparenzhinweis: NZXT hat mir die Function Elite MiniTKL für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor dem Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
Die Technik ist Hochleistungsstandard
In diesem Test werde ich mich nicht lange mit den technischen Aspekten der Tastatur aufhalten. Das meiste davon ist im Jahr 2025 längst zum Standard für High-End-Gaming-Tastaturen geworden.
Wir bekommen mit der NZXT Function Elite MiniTKL eine Polling-Rate von bis zu 8.000 Hertz, magnetische Schalter mit Rapid-Triggern, zwei einstellbare Auslösepunkte und Hot-Swap. Letztere Funktion ist nur mit den hauseigenen Hall-Effekt-Schaltern kompatibel.
Auch die kontrovers diskutierte Snap-Tap-Funktion (auch Snap-Overrides
), die im professionellen Bereich in manchen Spielen verboten wurde, ist optional verfügbar.
Snap-Overrides sorgt dafür, dass bei gleichzeitiger Eingabe von entgegengesetzten Richtungen (etwa links und rechts) die zuletzt gedrückte Taste sofort die vorherige Aktion überschreibt. Es ist eine Software-Optimierung, die darauf abzielt, Verzögerungen bei Richtungswechseln in schnellen Spielen zu verhindern, indem bei gleichzeitigem Drücken entgegengesetzter Tasten die Priorität immer der zuletzt gedrückten Richtungstaste gegeben wird, wodurch die vorherige sofort als losgelassen
interpretiert wird.
Anpassungen werden via NZXT-Software vorgenommen. Diese liefert alle Funktionen, die man heute erwarten darf – aber eben auch keine Besonderheiten darüber hinaus.
Beim Spielen und Schreiben mit der Tastatur war ich stets zufrieden. In Metal: Hellsinger konnte ich zielsicher wegballern, was wegzuballern war. Die Präzision lässt keine Wünsche offen. In Shootern lösten die Schalter ohne Verzögerungen aus.
Der Klang ist zwar nicht butterweich, aber durchaus angenehm. Auf den PBT-Tastenkappen fanden meine Fingerkuppen sicher Halt, obwohl sie nicht so rau sind wie bei hochpreisigen Razer- oder SteelSeries-Tastaturen.
Interessant wird es beim Tastaturdesign
Das ... äh ... 78 (?)-Prozent-Format
In meiner Übersicht zu Tastaturformaten seht ihr einige Optionen, zwischen denen Käufer einer Gaming-Tastatur auswählen können. Das Format der NZXT Function Elite MiniTKL ist nicht dabei. Der hintere Namensteil MiniTKL
gibt jedoch einen Ausblick darauf, wo dieses Modell zu verorten ist.
Es handelt sich um eine Variante zwischen TKL (80-Prozent-Format, Tenkeyless) und 75-Prozent-Format. Bei all den bereits gängigen Formaten eine weitere Zwischengröße zu generieren, könnte man als übertrieben auffassen. In diesem Fall finde ich die Designlösung aber durchaus sinnvoll.
Spezifikationen
- Format: MiniTKL
- Verbindung: Kabelgebunden (abnehmbares USB-C nach USB-A Kabel, textilummantelt, 2 Meter)
- Kompatibilität: PC (Windows), PlayStation 5, PlayStation 4, Xbox Series X|S, Xbox One
- Schalter: Magnetisch, linear (NZXT Swift Magnetic Switches)
- Auslösepunkt (Actuation Point): Einstellbar von 0,6 bis 4,0 Millimeter (40 einstellbare Punkte)
- Vorgeschmiert: Ja
- Abtastrate (Polling Rate): 8000 Hertz
- Hot-Swap: Ja (aber nur mit kompatiblen NZXT Magnetic Switches)
- Rapid-Trigger: Ja
- Snap Overrides: Ja (priorisiert die letzte Eingabe, nützlich für präzises Gegen-Strafing in Shootern)
- Tastenkappen: Double-Shot PBT (Shine-through)
- Gehäuse: CNC-gefrästes Aluminium (Oberteil), Kunststoff (Unterseite)
- Software: NZXT CAM Software (für Anpassungen von Beleuchtung, Performance-Einstellungen, Profilen, Makros)
- Beleuchtung: RGB-Beleuchtung, nur anpassbar via Software (per-Key 45-LED-Perimeter-Beleuchtung (Rahmenbeleuchtung))
- Onboard-Speicher: 4 Profile
- Gewicht: 1.091 Gramm
- Abmessungen (L x B x H): 348,42 x 132,8 x 37,8 Millimeter (Länge x Breite x Höhe)
- Lieferumfang: Tastatur mit abnehmbarem Kabel, 3 x Ersatzschalter, Tastengreifer
Preis und Verfügbarkeit
- Release: Bereits erfolgt (März 2025)
- Preis: 200 Euro (UVP), inzwischen ab 160 Euro verfügbar (im Angebot deutlich günstiger)
So habe ich getestet
Ich hatte das Produkt rund fünf Wochen lang im Einsatz. Während dieser Zeit habe ich damit täglich gearbeitet und nach Feierabend sowie an den Wochenenden gespielt. Darunter waren viele kleinere Indie-Titel, der Shooter Metal: Hellsinger und ein paar Runden in Counter-Strike 2.
Reguläre TKL-Tastaturen sind nicht so klein, wie man meinen könnte. Lediglich der Nummernblock wird eingespart. Zwischenräume wie über den Pfeiltasten oder unter der F-Tastenreihe bleiben erhalten. Die Platzersparnis ist zwar dennoch beachtlich, aber nicht wirklich kompakt.
Dafür bleibt jedoch der gesamte Home-Tastenblock erhalten. Beim 75%-Format wird dieser in der Regel weggekürzt und die Tasten oft näher aneinander gezogen. Die NZXT-Tastatur geht hier einen logischen Mittelweg:
Der Home-Block des TKL-Formats wird vollständig beibehalten, die überflüssigen Zwischenräume aber fast komplett eingespart. Alle Tasten liegen direkt beieinander, lediglich neben der linken Pfeiltaste befindet sich ein 3,5 Millimeter breiter Streifen Freifläche, die aufgrund des deutschen Layouts mit großer Entertaste entsteht.
Anfassen lohnt sich – die Haptik
Die Tastatur wirkte auf mich zunächst ziemlich unspektakulär. Erst beim Herausnehmen aus der Schachtel fiel mir das hohe Gewicht (über ein Kilo) positiv auf. Ich mag schwere Tastaturen, die wie ein Fels in der Brandung auf meinem Schreibtisch ruhen.
Das ist einigermaßen erstaunlich, denn ich bin gleichzeitig jemand, der seine Tastatur ständig bewegt. Es dauerte also nicht lange, bis ich die NZXT Function Elite MiniTKL vom Schreibtisch abzog, um sie runter ins Wohnzimmer zu tragen. Und hierbei bemerkte ich dann erst bewusst ihr Alleinstellungsmerkmal.
Mit beiden Händen links und rechts hob ich das gewichtige Stück leicht hoch und bemerkte die fantastisch griffigen Gummielemente links und rechts am Gehäuse. Sie geben der Tastatur eine unglaublich schöne und vor allem robuste Haptik.
Durch die rutschsichere Gummierung kann man das Schwergewicht dennoch mit einer Hand tragen. Kurvige Einlassungen perfektionieren den Griff. (Bildquelle: Nele Wobker/GameStar Tech)
Ich hatte direkt das Gefühl, dass ich das Board trotz des hohen Gewichts auch locker mit nur einer Hand halten kann und siehe da, ich hatte recht.
Selbst, wenn ich sie hätte herunterfallen lassen, bin ich davon überzeugt, dass sie diesen Sturz locker überstanden hätte. Die massive obere Basisplatte aus Aluminium trägt zur Stabilität bei, obwohl die Unterseite aus Kunststoff ist.
Beleuchtung – anders als erwartet
Auf den Produktbildern des Herstellers erinnert die NZXT Function Elite MiniTKL an die 2021 erschienene Roccat Magma (Test bei MeinMMO) (inzwischen Turtle Beach). Bei der Roccat-Tastatur ist die gesamte Basisplattenoberfläche ausgeleuchtet, also nicht bloß um die Tasten herum.
Die abgebildete NZXT-Tastatur scheint den Bildern nach eine ähnliche Beleuchtung zu haben, das stimmt jedoch nicht. Lediglich hinter den Tastenkappen und in einem circa 0,3-Millimeter-breiten Rahmen um das Tastenfeld herum wurde RGB integriert.
Das ist vollkommen ausreichend, auf den Produktbildern wird dennoch unter Umständen ein falscher Eindruck vermittelt.
Mit den potenziell falschen Erwartungen an die Beleuchtung wurde der Tastatur ein Stein in den Weg gelegt, denn die tatsächliche Lichtoptik kann sich wirklich sehen lassen. Sämtliche Zeichen sind wunderbar kräftig ausgeleuchtet. Sogar die Tertiär-Symbole sind wunderbar ablesbar.
Das ist bei vielen anderen Modellen oft nicht der Fall, weil sich Produzenten auf eine Ausrichtung der unter den Tastenkappen befindlichen LED festlegen müssen. Meistens entscheidet man sich bei Komplett-Tastaturen hier für north-faced-LEDs, also LEDs, die nach oben (Norden) ausgerichtet sind.
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Function Elite MiniTKL: NZXT stellt neue Gaming-Tastatur mit vielen Anpassungsmöglichkeiten an
Solltet ihr euch die NZXT Function Elite MiniTKL kaufen?
Die NZXT Function Elite MiniTKL lohnt sich für euch, wenn ihr ...
- ... eine griffige Kompakttastatur wollt, die ruhig etwas schwerer sein darf.
- ... Wert auf eine kräftige Ausleuchtung legt.
- ... eine Hochleistungstastatur mit Gaming-Features wie Rapid-Triggern sucht.
Alternativen zur NZXT Function Elite MiniTKL
Die folgenden drei Alternativen könnten für euch infrage kommen, wenn ihr die NZXT Function Elite MiniTKL zwar interessant findet, aber einzelne Aspekte nicht zu euch passen. Gleich vorweg möchte ich aber auch hier noch einmal betonen, dass es kaum Produkte mit ähnlich haptischen Seitenteilen gibt.
- Wooting 80HE (Test) oder Wooting 60HE, wenn ihr eine Tastatur im ähnlichen Preisbereich vom Rapid-Trigger-König wollt. Die 60HE lässt sich zudem dank Trageschlaufe besser transportieren.
- SteelSeries Apex Pro TKL Wireless (Test), wenn ihr Shooter mögt, und noch mehr Gaming-Features sucht, könnte dieses High-End-Modell zu euch passen.
- Logitech G Pro X TKL Rapid (Test), wenn ihr euch für unseren Preis-Leistungs-Tipp interessiert, der Qualität und Budget trotz hoher Spezifikationen vereint.
Weitere Alternativen zur NZXT Function Elite MiniTKL findet ihr in unserer großen Kaufberatung zum Thema:
Mit der Function Elite MiniTKL erfindet NZXT das Rad nicht neu. Rapid-Trigger, einstellbare Auslösepunkte und Polling-Rates von 8.000 Hertz sind keine Seltenheit mehr. Aber durch die Haptikelemente an den Seiten sticht diese Gaming-Tastatur für mich dennoch heraus.
Mit einer UVP von rund 200 Euro ist das gute Stück aber trotz Besonderheit kein Schnäppchen. Wer von den griffigen Seiten so begeistert ist, wie ich, findet auf dem Markt dennoch kaum etwas Vergleichbares. Es lohnt sich jedoch, auf ein günstiges Angebot zu warten, sollte die Tastatur eine Option sein.

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