Oblivion Remastered sieht so unfassbar schön aus, dass ich seine Makel fast übersehen hätte

Patrick stürzte sich bereits knapp sechs Stunden in Oblivion Remastered – und die Grafikpracht lässt ihn erschaudern.

Patrick hat schon einige Stunden ins Remastered reingeschaut und zeigt sich sehr begeistert. Patrick hat schon einige Stunden ins Remastered reingeschaut und zeigt sich sehr begeistert.

Bei Sithis! Es ist wahr. Die Tore von Oblivion sind wieder geöffnet und zerren an meiner Zeit. Ich höre das Wispern der Mutter der Nacht. … schau, Zuhörer, diese Grafik … Nein, bitte! Nicht wieder endlose Stunden!

Ich beginne zu meucheln. Heil Sithis. Wie schön das aussieht! Das Blut klebt prächtiger denn je an meinen Händen und diese großen Weiten Cyrodiils und all die Möglichkeiten in einem neuen Gewand.

Mehr habe ich nie gewollt. Ich bin zurück, dunkle Brüder und Schwestern.

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Patrick Schneider
Patrick Schneider

Autor Patrick ist seit Morrorwind dabei und hat sich erst kürzlich wieder nach Himmelsrand gewagt. Bethesda hat ihn durch seine Jugend begleitet und seit dem Tod von Kaiser Titus Mede II wartet er auf ein Remastered von Morrowind oder Oblivion. Auch wenn er vorhat, als Krieger oder Magier zu spielen, landet er doch als Assassine bei der Dunklen Bruderschaft.

Oblivion Remastered: Cyrodiil in todschick!

Hinweis: Kein Technik-Check! Dies ist eine Kolumne unseres Autors Patrick, der auf eine optische Überarbeitung des Spiels von 2006 gehofft hat (und auch bekommen hat). Er geht zwar auf die technischen Verbesserungen ein, aber genaue Zahlen zur Performance sucht man hier vergebens. Das muss ein gesonderter Test zeigen.

Erst vor wenigen Wochen habe ich von den Gerüchten um ein Oblivion Remastered gehört. Kaum zu glauben, dass ich diese Zeilen tippe, während ich erneut als Mitglied der Dunklen Bruderschaft eine leise Spur des Todes in Cyrodiil hinterlasse.

Bisher bin ich nicht enttäuscht worden. Denn alles, was ich mir als Lückenfüller bis The Elder Scrolls 6 gewünscht habe, war genau das: ein optisch überarbeitetes Oblivion (oder Morrowind).

Virtuos Studios hat es geliefert.

Hier soll es aber nicht um meine Abenteuer als Meuchelmörder gehen, sondern darum, was mich technisch an diesem »neuen« Spiel so begeistert - und was einige von euch an Ungereimtheiten auf die Palme bringen könnte.

Was mich an Oblivion Remastered freudig meine Klingen wetzen lässt

Gesichter: Die neue Optik, die auf der Unreal Engine 5 basiert, kann sich sehen lassen. Das merke ich gleich zu Beginn des Spiels in der ikonischen Zelle. Uriel Septim, bist du das?

Vergleicht die beiden Bilder des Kaisers:

Oblivion Remastered Oblivion aus 2006 (Quelle: Fandom) Oblivion Remastered Oblivion aus 2006 (Quelle: Fandom)

Uriel Septim sieht besser aus denn je.

Die fiesen und kantigen Gesichter von 2006 gehören im Remastered der Vergangenheit an. Je nach NPC ist der alte … Charme … teilweise noch vorhanden. Aber es hat sich eine Menge getan!


Lumen: Ich bleibe noch einen Moment in der Zelle, denn ich habe selten eine schönere gesehen (und es wird nicht die letzte sein). Der Schein der Fackel und die Reflexionen sind einfach bezaubernd.

Lumen ist ein Feature der Unreal Engine, das in Spielen (und anderen 3D-Anwendungen) für realistische Beleuchtung und Reflexionen in Echtzeit sorgt.

Optional kann in den Einstellungen »Hardware Lumen« aktiviert werden, das die Technologie (Raytracing) moderner Grafikkarten nutzt, um den Weg von Lichtstrahlen in einer Szene zu verfolgen. Das Ergebnis sind präzisere und dynamischere Lichteffekte, darunter realistischere Reflexionen, globale Beleuchtung und butterweiche Schatten.

Die gute Nachricht: Wenn der Computer nicht mitspielt, gibt es immer noch die Option »Software Lumen«. Diese Methode ist weit weniger hardwarehungrig und sieht trotzdem sehr schick aus. Die Unterschiede lassen sich meiner Meinung nach nur schwer in einem Screenshot festhalten, aber hier ein Vergleich:

Software Lumen Hardware Lumen Software Lumen Hardware Lumen

Die Unterschiede sind nicht gewaltig, je nach Szene.

Meiner Meinung nach sieht man die Unterschiede der Lichtquellen in den verschiedenen Einstellungen bei bewegten Bildern viel besser. In den Grafikeinstellungen habe ich Software Lumen aktiviert und kann mich immer noch nicht an den schönen Fackeln und Lichtern rund um Cyrodiil sattsehen.


Raytracing: Wenn ihr mit aktiviertem Raytracing spielt, deaktiviert die Option »Bildbereichsreflexionen«. Dann bekommt ihr schöne und saubere Wasserreflexionen aufs Bild gezaubert!

Mit Raytracing Mit SSR Mit Raytracing Mit SSR

Besonders in Dungeons kommt Raytracing gut zum Tragen.

Die Sache hat allerdings einen Haken, denn nach ersten Tests läuft Raytracing noch nicht ganz rund. Während ich in Höhlen stehen geblieben bin, um die Tür im Wasser zu bestaunen, fehlen in der offenen Welt hin und wieder Details.

Das macht sich vor allem in der Ferne bemerkbar. Aber auch aus der Nähe sind uns Details aufgefallen, die im Bild fehlen (vor allem bei Bäumen und Blättern). Manchmal ist das nur sporadisch der Fall, aber es fällt auf.

Trotzdem überwiegen für mich eindeutig die Vorteile.

Raytracing (Ferne) In der Ferne fallen die Spiegelungen im Wasser weg ...

Raytracing + SSR ... mit SSR aber nicht.

Raytracing, näher dran Geht ihr etwas näher heran, ploppen sie auf.


Texturen: Selbst bei niedrigen und mittleren Grafikeinstellungen sind mir kaum Pixeltapeten oder matschige Texturen untergekommen. So muss es sein!

Dreht ihr alle Regler auf »Niedrig«, können sich die Texturen noch immer sehen lassen. Dreht ihr alle Regler auf »Niedrig«, können sich die Texturen noch immer sehen lassen.


Detailreichtum: Die Welt wirkt sehr lebendig. Dynamische Wettersysteme, fallende Blätter, Schmetterlinge oder Fische in kleinen Gewässern lassen alles glaubwürdiger erscheinen. Je nach Szene hält man inne und schaut sich genauer um.

Zwar nimmt die Detailtreue mit zunehmender Entfernung ab, aber im Vergleich zum Vorgänger ist dennoch deutlich mehr zu sehen.

»Extrem« Abhängig von den Einstellungen variieren natürlich auch die sichtbaren Objekte in der Nähe und Ferne.

»Hoch« Bei hohen Einstellungen nimmt etwa das Gebüsch links unten im Bild etwas an Details ab.

»Mittel« Bei mittleren Settings fehlen die Sträucher komplett.

»Niedrig« Bei Niedrig verlieren die Schatten an Details. Blumen sind nun ebenfalls kaum mehr vorhanden.

»Niedrig« ohne SSR Wahlweise lässt sich auch SSR deaktivieren, was dazu führt, dass sich die Brücke nicht mehr im Wasser spiegelt.


Effekte: Magie sieht in Oblivion Remastered gut aus! Ein Feuerball, dessen Funken durch das Bild fliegen, oder ein Heilzauber, der durch das Bild wirbelt. Manchmal sind die Farben sehr knallig, was nicht bei allen auf Gegenlieben stoßen könnte. Mir gefällt es.

Feuerball Die Funken sprühen bei einem Feuerball!

Heilung Auch heilende Zauber machen ordentlich was her.

Was gibt es an Oblivion Remastered zu bemängeln?

Nicht alles an Oblivion Remastered lässt mich mit Freudensprüngen durch Cyrodiil stolzieren. Es gibt technische Ungereimtheiten (wie das bereits erwähnte Raytracing) und Altlasten.


KI: »Ich habe gehört, ihr seid ein Idiot. Stimmt das?« Ja. Die Antwort auf das Originalzitat aus Oblivion von 2006 lässt sich auch heute noch 1:1 auf KI-Gegner und NPCs übertragen. Im Kampf gegen drei Banditen legen diese plötzlich den Rückwärtsgang ein und schauen zu, wie ich ihnen in aller Seelenruhe einen Pfeil nach dem anderen in die Brust jage.

NPC #1 Die Gesichter sehen weniger kantig aus und haben einige Details erhalten. Auch die Mimik ist auf einem hohen Niveau.

NPC #2 Bärte und Stirnfalten sind ebenfalls neu.

In der Stadt Skingrad werde ich von einem Burschen angesprochen, der mir »unauffällig« zuzwitschert, ich solle doch mal herkommen. Ich gehe auf ihn zu, nur um zu hören, dass er beschäftigt ist. Zwei Sekunden später wechselt der Bildschirm zur Großaufnahme des NPCs und die Quest beginnt.

Jeder, der das Spiel schon 2006 gespielt hat, weiß, wovon ich spreche. Es kratzt immer noch an der Fassade der Immersion. Positiv ausgedrückt: Der alte Bethesda-Charme ist erhalten geblieben – aber wir reden hier immerhin von einem Remastered.

Das heißt: Die Basis des Spiels beziehungsweise die alte Gamebryo-Engine bleibt bestehen.


Performance: Während es auf meinem System mit einer RTX 4070 TI, 16.0 GByte RAM und Intel Core i7 9700K bisher weitgehend flüssig läuft, gibt es diverse Berichte von Spielern über drastische Leistungseinbrüche, wie die Kollegen von MeinMMO berichten.


Schatten: Ja, die fallenden Schatten in Cyrodiil sehen jetzt wunderbar dynamisch aus. Aber selbst ein geübter Meuchelmörder wie ich kann seinen Körper nicht gänzlich vor dem Licht verstecken.

Das folgende Bild zeigt, was ich meine:

Bei der First-Person-Ansicht gibt es hin und wieder Fehler bei den Schatten.


Grafikfragmente: Dieser Punkt schließt nahtlos an den vorherigen an. Ab und zu fallen seltsame grafische Fragmente ins Bild. Zum Beispiel Blätter, die sich im Wasser dahinter merkwürdig »spiegeln«, oder dass beim Öffnen des Charakterbildschirms plötzlich so etwas zu sehen ist:

Derartige Fehler sind selten, aber vorhanden. Derartige Fehler sind selten, aber vorhanden.

Bislang sind diese Fehler jedoch überschaubar und fallen meist nur bei genauerem Hinsehen auf.


Abstürze: Nach etwa sechs Stunden hat das Spiel bei mir einmal das Zeitliche gesegnet, ohne dass mein System irgendwelche Auffälligkeiten zeigte. Die nächsten Stunden werden zeigen, wie sich das Spiel weiter verhält.


Keine deutsche Tonspur: Es ist kein rein technischer Aspekt, aber auch ich muss gestehen, dass mir die deutsche Sprachausgabe stellenweise fehlt. Das ist für mich zwar absolut kein Dealbreaker, aber es wäre schön gewesen, die alten, derben (und lustigen!) Sprüche noch einmal zu hören.

Video starten 18:46 Oblivion Remaster im Vergleich zum Original: So sehr hat sich das Spiel gewandelt

Wie sieht es mit Ladezeiten aus?

Bethesda und Ladezeiten gehören zusammen wie Dietrich und Dieb.

Das Spiel befindet sich auf der NVMe-M.2-SSD (Samsung 980). Je nach Zonenwechsel sind die Ladezeiten mal länger, mal deutlich kürzer.

Beispiel: Nach Abschluss des Intros sieht man zum ersten Mal die Hauptstadt Tamriels beziehungsweise die umliegende Landschaft. Hier brauchte das System deutlich länger, um aus der Dunkelheit in die offene Welt zu gelangen. Nach rund zwei Minuten war ich vom »ewigen« Ladebildschirm befreit.

Das ist aber zum Glück nicht die Regel. Ansonsten sind die Zeiten, etwa beim Betreten eines Dungeons oder beim Schnellreisen in eine andere Stadt, erträglich. Die Rede ist von etwa fünf bis elf Sekunden.

Die Einstellungen

In den Optionen finden sich alle modernen Regler, um möglichst hohe FPS-Zahlen auf den Bildschirm zu zaubern. Neben DLSS sind auch AMDs sowie Intels Upscaler FSR 3 und XeSS vertreten.

Mit DLSS Ohne DLSS Mit DLSS Ohne DLSS

DLSS lässt sich nach Belieben natürlich auch ausschalten.

Außerdem lassen sich Nvidias Frame Generation sowie AMDs Fluid Motion Frames aktivieren. In beiden Fällen findet man die entsprechende Option unter »DLSS-Bilderstellung« respektive »FSR 3-Bilderstellung«.

Oblivion Remastered: Mehr wollte ich doch nie

Patrick Schneider

Insgesamt bin ich sehr positiv überrascht. Nicht nur, dass wir jetzt Oblivion Remastered spielen können. Rein optisch habe ich mir weit weniger erhofft als das, was uns präsentiert wird. Im direkten Vergleich zum Vorgänger sieht das alles wunderschön aus!

Natürlich fehlt an manchen Ecken und Enden noch der Feinschliff. Aber die aktuelle Version bereitet mir viel Spaß und nostalgische Momente – und das ist es, was für mich bei einem Remaster zählt.

Ich werde den dreistelligen Bereich des Spielstundenzählers locker knacken und meinen nächsten Urlaub zum Teil in Cyrodiil verbringen. Das wird schön!

Ist das Spiel 55 Euro und mehr wert? Dazu habe ich eine klare Meinung: Die Optik kann noch so schön sein, wie gerade bei Oblivion Remastered, sie kann aber nicht über gewisse Altlasten hinwegtäuschen.

Virtuos Studio hat zwar diverse Mechaniken modernisiert, aber die Stumpfsinnigkeit mancher Kämpfe oder NPC-Begegnungen nicht ausgebügelt – dann wäre es aber auch kein Remastered mehr.

Wer schon damals damit zu kämpfen hatte, wird das neue Oblivion kaum mit offenen Armen empfangen. Dann schaut lieber über den GamePass rein. Dort ist das Spiel nämlich auch vertreten.

Und nun entschuldigt bitte den Zuhörer.

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