One Piece ist eine Geschichte der Superlativen. Riesige Laufzeit, riesige Monster – und riesige Riesen. In der Realserie von Netflix versucht man, all dem gerecht zu werden.
Vieles davon funktioniert mit Computereffekten, doch die Macherinnen und Macher haben sich entschieden, auf praktische Effekte zu setzen, wenn sie können. Das Eric Litman, Filmeditor, in einem Interview mit Screenrant verraten.
Die Riesen sind zu menschlich
Neben der Einführung von Schiffsarzt Chopper haben Fans sich vor allem die beiden Riesen Boogey und Woogey gefreut. Die beiden Giganten, die an Wikinger erinnern, tragen auf der Insel Little Garden einen hundert Jahre andauernden Kampf aus.
Das erste Problem: Boogey und Woogey sind riesengroß, laut dem One Piece-Wiki 21 Meter. Das in Perspektive zu echten Schauspielern zu setzen, ist eine schwierige Aufgabe. Litman sagt dazu:
Da One Piece eine Serie mit sehr aufwendigen visuellen Effekten (VFX) ist, wollten wir immer sicherstellen, dass die Perspektive stimmt, insbesondere bei den Riesen und Dinosauriern, und diese unseren Hauptfiguren gegenüberstellen, die normal groß sind. Wir haben immer den richtigen Winkel verwendet, um sicherzustellen, dass alles Sinn ergibt, der Bildausschnitt für den Zuschauer angemessen ist und keine Perspektivveränderung verursacht wird. Wir haben die Aufnahmen ständig überprüft und verfeinert, damit sie so gut wie möglich aussehen.
Litman erwähnt im Interview, dass es vorrangig immer darum ging, dem Ausgangsmaterial gerecht zu werden.
Das zweite Problem: Boogey und Woogey sind zu menschlich. Wo man bei den Dinosauriern auf Little Garden und anderen Monstern spielend zu CGI greifen konnte, kam eine altbekannte Technik zum Einsatz, die uns bei Herr der Ringe schon in Staunen versetzt hat.
Die Riesen wurden mit praktischen Effekten auf Film gebannt. Mit mehreren Objektiven gelang es ihnen, die Elemente miteinander zu verbinden. Es war ein interessanter Prozess, ein bisschen Old School, ein bisschen New School, und ich fand, dass es wunderbar funktioniert hat.
Ames-Raum oder: Forced Perspective
Die optische Täuschung, dass Boogey und Woogey größer erscheinen als Ruffy und seine Crew, nennt man im Filmjargon »Forced Perspective« oder »erzwungene Perspektive«. Genutzt wurde die schon bei Herr der Ringe.
Hobbits und Zwerge sind deutlich kleiner als Menschen oder Elben. Damit das auch so wirkt, hat Peter Jackson also eine optische Illusion genutzt, bei der Gandalf deutlich größer wirkt als Frodo, weil er näher zur Kamera positioniert ist.
Link zum YouTube-Inhalt
Wenn ihr mehr zu diesem Effekt lesen wollt, schaut euch gerne den Artikel zum Ames-Fenster an, auf dem diese optische Täuschung beruht.
Dasselbe in einem deutlich größeren Maßstab passiert bei Boogey und Woogey in One Piece. Die wurden am Computer vergrößert und dann eingefügt, während die normal großen Schauspielerinnen und Schauspieler so gespielt haben, als würden sie mit Riesen agieren.
Litman betont zusätzlich, dass die ersten beiden Staffeln von One Piece mit den Fans im Blick produziert wurden. Er würde aber nicht von Fan-Service sprechen.
Ich würde nicht sagen, dass wir Fan-Service betrieben haben, es dient immer der Geschichte, um sicherzustellen, dass wir die Charaktere angemessen und korrekt würdigen und dass ihr euch für alle interessiert und sich um sie sorgt.
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