2025 war ein seltsames Jahr für den PC-Markt. Zu Beginn des Jahres stiegen wir mit neuen Grafikkarten ein, zwischendurch schien alles seinen gewohnten Gang zu gehen, ehe wir im finalen Quartal von der Speicherkrise überrumpelt wurden. Die Marktanalysten von IDC ziehen nun Bilanz (via PC Gamer) - und die fällt für das vergangene Jahr grundsätzlich positiv aus.
Im vierten Quartal 2025 verzeichnete die Branche ein Wachstum von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hinter diesen für die Industrie guten Nachrichten ziehen jedoch dunkle Wolken auf, vor denen der IDC-Forschungsvizedirektor Jean-Philippe Bouchard warnt. Der Grund liegt in der erwähnten Speicherkrise, die uns im laufenden Jahr noch größere Konsequenzen beschert.
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3.000€ für eine Grafikkarte? Die Hardware-Krise ist zurück – und sie ist schlimmer!
Eine Verschiebung der Verhältnisse
Grundsätzlich zählen laut den IDC-Analysten insbesondere die etablierten Hersteller zu den großen Gewinnern des Jahres 2025. Lenovo, HP und Dell bauten ihre Positionen zum Jahresende aus:
- Lenovo erhöhte seinen Marktanteil auf 25,3 Prozent (4Q 2025) gegenüber 24,2 Prozent im Vorjahr und versandte 19,3 Millionen Geräte.
- HP stieg indes auf 20,1 Prozent Marktanteil (15,4 Millionen Einheiten); Dell kommt inzwischen auf 15,3 Prozent (11,7 Millionen Einheiten).
Während die drei Branchenführer ihre Anteile festigten, verloren dafür kleinere und regionale Anbieter zusammen 1,9 Prozentpunkte Marktanteil und kamen am Quartalsende auf 22,8 Prozent (17,4 Millionen Einheiten). Jitesh Ubrani, einer der führenden Forscher bei IDC, sieht demzufolge eine klare Gewinner-Verlierer-Konstellation:
Große Einzelhandelsmarken sind gut positioniert, um ihre Skalierbarkeit und Speicherzuweisungen zu nutzen, um Anteile von kleineren und regionalen Anbietern zu erobern.
Allerdings birgt die Schwere der Knappheit das Risiko, dass kleinere Marken möglicherweise nicht überleben, und Verbraucher, besonders DIY-Enthusiasten, könnten ihre Käufe aufschieben oder ihr Geld für andere Geräte oder Erfahrungen ausgeben.
Bouchard betont in diesem Kontext zentrale Herausforderungen für das Jahr: »Neben dem offensichtlichen Druck auf die Systempreise, den bereits einige Hersteller angekündigt haben, könnten wir auch sehen, dass PC-Speicherspezifikationen im Durchschnitt reduziert werden, um die Speicherbestände unter Kontrolle zu halten. Das anstehende Jahr wird äußerst volatil.«
Grundsätzlich erwartet die IDC, dass Hersteller 2026 ihre Strategie neuausrichten: Statt breiter Produktpaletten dürften sie sich auf Mittelklasse- und Premium-Systeme konzentrieren. Diese Segmente bieten bessere Margen und ermöglichen es, die höheren Komponentenkosten (insbesondere für Speicher) zu kompensieren.
Das bedeutet auch: Budget-Segment und Einsteiger-PCs könnten weniger attraktiv für große Hersteller werden, was Spielraum für kleinere Anbieter schaffen könnte – falls diese die Speicherkrise überstehen.
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