Amazon ist in meinen Augen aus zwei Gründen nicht die beste Anlaufstelle, wenn es darum geht, sich selbst einen Rechner aus Einzelkäufen zusammenzustellen.
- Einerseits, weil dort bei PC-Komponenten meiner Erfahrung nach eher selten Bestpreise zu finden sind.
- Andererseits, weil die Suche nach Produkten vergleichsweise wenig (wirklich hilfreiche) Filtermethoden bietet und voll von gesponsorten Angeboten ist.
Aber was für ein PC und Preis kommen dabei heraus, wenn ich den Rechner nicht nur komplett mit Hardware von Amazon zusammenstelle, sondern dabei sogar ausschließlich direkt die ersten Top-Suchergebnisse verwende?
Machen wir es kurz: In meinem Fall war es die Hardware aus der folgenden Tabelle. Bedenkt dabei, dass sich die Suchergebnisse je nach Zeitpunkt (und möglicherweise auch je nach Account) ändern.
| Exakter Suchbegriff | Top-Ergebnis bei Amazon | Preis bei Amazon |
|---|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 7 5800X | 140 Euro |
| Grafikkarte | Asus TUF Gaming Geforce RTX 5070 | 649 Euro |
| AM4 Mainboard | Asus Prime B450-Plus | 81 Euro |
| DDR4 RAM | Lexar DDR4 RAM 16GB 3200 MHz | 29 Euro |
| SSD | Samsung 9100 PRO NVMe M.2 SSD 2 TB | 246 Euro |
| CPU Kühler | be quiet! Pure Rock 2 Black | 44 Euro |
| Gehäuse | Foifkin F600 | 86 Euro |
| Netzteil | CoolerMaster MWE Gold V2 750 Watt | 100 Euro |
| Gesamtpreis | - | 1.375 Euro |
Passend zum Thema: So sieht es aus, wenn Nils einen Rechner zusammenbaut
36:36
PC-Schnellbau-Meister: Wie Nils euren Gaming-Rechner baute und dabei Leib und Leben riskierte
Wie gut ist der Amazon-PC
?
Erstaunlich gut! Auch wenn es durchaus das ein oder andere Problem damit gibt.
Fangen wir mit den wichtigsten positiven Punkten an:
- Prozessor und Grafikkarte sind richtig schnell: Sowohl der Ryzen 7 5800X als auch die RTX 5070 stellen aktuelle und sehr flotte Komponenten dar, mit denen man oftmals sogar in 4K bei aktuellen Spielen ausreichend flüssige Bildraten erreicht.
- Genug Leistung vom Netzteil: Offiziell empfiehlt Nvidia für die RTX 5070 Netzteile mit 650 Watt. Das Modell von Cooler Master bietet mit 750 Watt also mehr als genug Leistung. Dabei zu beachten: Es geht um die ältere Variante mit ATX 2.52 und ohne nativen 12V-2x6-Anschluss für die GPU.
- Guter CPU-Kühler: Beim Pure Rock 2 Black von be quiet! handelt es sich um einen bekannten und guten Kühler, der bis zu 150 Watt TDP abführen kann, während der Ryzen 7 5800X offiziell auf eine TDP von 105 Watt kommt.
- Ausreichend Speicherplatz: Die Platte von Samsung bietet mit 2,0 Terabyte genügend Raum für Windows und viele Spiele. Die sind heutzutage zwar immer größer und einige werden mindestens zwei solcher SSDs bevorzugen. Aber man kann in Sachen Speicherplatz erst einmal gut damit arbeiten.
- Ordentliches Mainboard: Das B450-Plus ist fast sieben Jahre alt, es verfügt aber über ausreichend Anschlüsse und bietet gute Qualität. Man sollte zwar bedenken, dass es nur PCI Express 3.0 unterstützt (aktuell ist Version 5.0), in Spielen kostet das die RTX 5070 aber nur wenige Prozentpunkte an FPS.
Das sind die größten Haken an dem Rechner:
- Nur ein RAM-Riegel mit 16 GByte: Beim DDR4-Speicher handelt es sich um ein einzelnes 16-GB-Modul. Dadurch kann man nicht von einer schnelleren Dual-Channel-Konstellation profitieren. Des Weiteren werden viele heutzutage eher auf 32,0 GByte setzen wollen (auch wenn der Performance-Verlust in Spielen mit 16,0 GByte meist noch gering sein dürfte).
- Die SSD ist (unnötig) teuer: Samsungs SSD 9100 Pro ist sehr teuer, auch weil sie auf PCI-Express 5.0 setzt. Wie oben angesprochen unterstützt das Mainboard aber maximal PCI Express 3.0. Entsprechende M.2-Modelle sind bei gleicher Größe bereits für weniger als die Hälfte zu haben.
- Das Gehäuse stammt von einem unbekannten Hersteller: Ein allzu großes Problem ist das in diesem Fall allerdings nicht, wenn man den knapp 210 Bewertungen Glauben schenken kann. Durch die Lüfter am Boden ist dort recht wenig Platz für das Anbringen von Kabeln am Mainboard vorhanden, außerdem scheinen die Standfüße empfindlich zu sein und gerne mal defekt anzukommen. Abseits davon sind die meisten aber (sehr) zufrieden mit dem Modell.
Link zum YouTube-Inhalt
Insgesamt hatte ich im Vorfeld offen gestanden mit einem klar schlechteren Ergebnis gerechnet. Der große YouTuber Linus Tech Tips, der mit seinem oben zu sehenden Video zu diesem Thema meine Inspiration für diesen Artikel war, hatte übrigens vor acht Monaten im Gegensatz zu mir großes Pech bei der GPU.
Statt einer RTX 5070 (die damals noch nicht auf dem Markt war), hat er eine stark veraltete Radeon RX 580 bekommen.
Lasst mich in den Kommentaren wissen, ob ihr PC-Komponenten gerne bei Amazon kauft und welche Erfahrungen ihr mit der Suche auf der Plattform bislang so gemacht habt!

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.