Es ist so weit: Google rollt Gemini, sein multimodales Sprachmodell, das als KI-Assistent fungiert, auf seine Google Services aus. Slides, Sheets, Docs und sogar der Kalender und Gmail sollen mit einer smarten Einbindung von Gemini noch effizienter werden. Die Einbindung des Services lässt sich Google in einem Abo-Modell mit knapp 23 Euro pro Monat schon etwas kosten.
Doch gerade für Präsentationen ist es spannend, mit KI zu beschäftigen. Hier gibt es viele kleinere Schritte, wie Inhalte sortieren, Layout basteln, Folien designen, Effekte einstellen, die sich vielleicht schon bald durch einfaches Prompten lösen lassen könnten. Ich selbst musste oft beruflich mit Google Slides arbeiten und habe akribisch Bilder gesucht, Formatierungen angepasst und Elemente so setzen müssen, dass alles perfekt symmetrisch ist. Und das oft unter Zeitdruck. Häufig habe ich versucht, mir gute Vorlagen aus dem Internet zu ziehen, landete aber meist bei kostenpflichtigen Seiten oder unseriösen Anbietern.
Gemini erstellt Slides, formuliert aus, strukturiert und nimmt mir damit Aufgaben ab, für die ich früher Stunden gebraucht habe. Doch es gibt einen Haken.
Wie aktiviere ich Gemini in Google Slides?
Wenn ihr Gemini im bezahlten Abo aktiviert habt, findet ihr in euren Google Services den vierstrahligen Stern des KI-Tools oben rechts neben eurem Profil. Mit einem Klick darauf öffnet ihr die Gemini-Sidebar und könnt losprompten.
Alternativ könnt ihr auch über das Menü oder Pop-Ups nun eingeladen werden, Gemini zu nutzen. Klickt ihr auf ein Bild, fragt euch Gemini zum Beispiel, ob ihr es mit der KI ersetzen wollt. Klickt ihr oben im Menü auf Einfügen
, könnt ihr den Befehl Erstelle eine Folie für mich auswählen
. Gemini selbst, losgelöst von Slides, erreicht ihr über https://gemini.google.com/app
Bilderstellung direkt in Slides mit Gemini
Wer keine reine Textwüste präsentieren will, verbringt oft viel Zeit damit, passende Illustrationen aus dem Internet zusammenzusuchen und anzupassen. Mit Gemini könnt ihr Bilder direkt in eurer Präsentation generieren. Dafür gebt ihr bei Gemini einfach den Prompt für das gewünschte Bild ein und es zeigt euch vier verschiedene Vorschläge. Die Bilder könnt ihr auf Wunsch auch mit größerer Breite erstellen lassen, sodass sie sich als Hintergründe eignen.
Wie immer beim Prompten gilt: Je präziser ihr formuliert, desto schneller kommt ihr zu einem Ergebnis, das euch zufriedenstellt. Als ich Gemini jedoch fragte, ob ich die gezeigten Bilder extern verwenden dürfe, hüllte sich die KI in Schweigen. Sie sei nicht in der Lage, mir Informationen über die Nutzung zu geben.
Das ist problematisch, denn generell gilt, dass KI-Bilder aus Gemini grundsätzlich frei genutzt werden dürfen, solange ihr dabei keine Persönlichkeits-, Marken- oder Urheberrechte Dritter verletzt, keine illegalen Inhalte erzeugt und euch an Googles Nutzungs‑ und Prohibitions‑Policy haltet. Da diese jedoch nicht jeder kennt und auch komplex sind, wäre eine einfache Erklärung der eigenen KI bezüglich ihrer Kreationen schon wichtig. Mehr Informationen zu den Benutzungsrichtlinien findet ihr hier.
Slides mit Gemini erstellen
Bei dem Versuch, eine ganze Präsentation aus einem Prompt zu erstellen, stieß ich auf meine große Enttäuschung: Gemini ist nicht in der Lage, euch eine ganze Präsentation auf Basis eines Befehls zu erstellen. Vielmehr muss jedes Slide einzeln geprompted und damit bearbeitet werden.
Gemini ist also weniger ein Creator, sondern eher dazu geeignet, eure bisherige Arbeit zu ergänzen und zu prüfen, anstatt sie euch komplett abzunehmen. Ich gebe zu, auch meine Erwartungen waren groß, dass mir Gemini ganze Präsentationen abnehmen würde, aber soweit sind wir mit Googles KI noch nicht. Vielmehr kann sie euch Inspiration, eine Prüfung eurer Inhalte oder klare Zusammenfassungen bieten. Ich habe euch ein Beispiel angehangen.
Ein Trick, den ich euch empfehlen würde: Versucht eure Präsentationsstruktur im normalen Gemini-Advanced-Chatfenster zu prompten und dann zu kopieren. Denn im normalen Chat mit der KI ist sie durchaus in der Lage euch ein solides Konzept anzubieten. Warum sie dieses nicht mal im Chat bei Google Slides anbietet, ist mir leider nicht bekannt.
Auch hier gilt wie immer: Je präziser ihr formuliert, was ihr braucht, desto besser können die Vorschläge sein. In meinem Beispiel ist der Prompt ja eher simpel. Diesen Text könnt ihr nun in das Gemini eurer Slides kopieren.
Keine Effekte mit der KI
Durch den Trick, die Beschreibungen der Slides aus dem Chat zu kopieren, hatte ich meinen Ärger darum, dass ich keine ganzen Slide Decks erstellen, kann fast schon wieder vergessen. Leider schließt sich dann auf das nächste Problem: Gemini ist nicht in der Lage, eure Präsentation mit individuellen Effekten zu versehen. Gerade das Erstellen und setzten von Effekten kann bei komplexen Präsentationen wirklich lange dauern und eine Menge Arbeit kosten.
Selbst bei der einfachen Frage, ob Gemini das kann, bleibt die Antwort ein klares Nein. Zumindest habe ich eine Anleitung bekommen, wie ich das händisch machen kann. Auf mich wirkt das sogar ein bisschen frech.
Mein Fazit
Ähnlich wie bei Gmail und Google Docs glaube ich nicht, dass sich 22 Euro im Monat wirklich lohnen. Geminis Funktionen sparen tatsächlich Zeit, und die KI ist in der Lage, auch andere Dokumente aus eurem Drive einzubeziehen oder längere Dokumente zusammenzufassen.
Nach der einmonatigen Testphase habe ich mich dazu entschlossen, das Abo nicht weiter fortzuführen. Die Schnittstellen und die Möglichkeiten wirklich Dinge von der KI steuern zu lassen, müssen einfach noch besser werden. Auch wenn der Trick, Chats aus Gemini zu kopieren gut funktioniert hat, kann es doch eigentlich nicht sein, dass die KI das nicht kann beziehungsweise nicht versteht.
Auch bin ich überzeugt, dass ich noch viel mehr aus dem Potenzial von Google Slides herausholen lässt. Das Tool und auch Gemini an sich können ja schon wahnsinnig gute Dinge. Jetzt heißt es nur, diese auch miteinander in Einklang zu bringen. So bin ich generell gespannt, ob Google es schafft, künftig auch die Anordnung von Effekten und Übergängen zu vereinfachen. Wer Slides also eher selten nutzt oder generell wenig mit Präsentationen zu tun hat, kann beruhigt auf das Angebot verzichten.
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