Ich habe das kostenlose Gemini Deep Research getestet - mir fällt nur ein Grund ein, warum ich Google damit nicht ersetzen sollte

Der größte Konkurrent von Google ist… Google?

Nach Deep Research von OpenAI kam Googles Gemini mit einer sehr ähnlichen Recherchefunktion daher - und die hieß auch noch genau gleich: Deep Research.

Auch wenn sie am Anfang ausschließlich im kostenpflichtigen Abo von Googles KI-Chatbot Gemini war, ist sie mittlerweile für alle Nutzer kostenlos verfügbar und das ist meiner Meinung nach eine herrliche Sache, denn es war nie leichter, euch so viele Informationen auf einmal zu beschaffen, ohne einen Cent zu zahlen.

Das funktioniert so gut, dass man damit herkömmliche Google-Suchen fast vergessen kann. Doch eins nach dem anderen.

Was kann Deep Research?

Der Name verrät es schon: Gemini Deep Research recherchiert für euch diverse Themen, darunter private Unternehmungen, Reisepläne, Marktentwicklungen, Studien und was euch noch so einfällt. Es funktioniert also ähnlich wie ChatGPT mit Online-Suche. 

Der größte Unterschied zu herkömmlichen Chatbots ist die deutlich detailliertere Suche nach Quellen und die noch detaillierteren Antworten inklusive Listen, Vergleichstabellen und vielem mehr. Das alles mit Quellenangaben zum späteren Prüfen von Informationen.

Das klingt jetzt sehr theoretisch und vage, aber lasst mich euch zeigen, wie das aussehen kann:

Beispiel Reiseplanung: Ich war noch nie in Japan und bin bisher kaum außerhalb von Europa verreist. Dennoch möchte ich gerne mal dorthin, doch das kann einschüchternd sein. Dementsprechend habe ich Gemini Deep Research gefragt, was ich beachten muss, wenn ich im August nach Japan möchte. 

Ich habe Gemini Deep Research diese einfache Frage gestellt:

Ich möchte im August nach Japan reisen, was muss ich beachten?

Daraufhin bekam ich nach rund fünf Minuten so viel Informationen, dass ich beinahe überwältigt war. Deep Research scheint an wirklich alles gedacht zu haben und hat mir unter anderem folgende Informationen und Themenbereiche bereitgestellt:

  • Reisevorbereitung
    • Einreisebestimmungen und Visum für deutsche Staatsbürger
    • Vergleichstabelle mit gültigen Reisedokumenten
    • Flugverbindungen und entsprechende Empfehlungen für Flughäfen in meiner Nähe
    • Unterkünfte in Japan bzw. beliebten Reisezielen wie Tokyo, Kyoto und Osaka
    • Packliste
  • Wetter und Warnungen
    • Temperaturen und Luftfeuchtigkeit
    • Vergleichstabellen mit Niederschlagsmengen, Nachttemperaturen und mehr
    • Infos zur Taifun-Saison
  • Kulturelle Gepflogenheiten
    • Grüße und Umgangsformen
    • Essen und Trinken
    • Öffentliche Verkehrsmittel
    • Tempel und Schreine
  • Reisen in Japan
    • Busse
    • Züge
    • Inlandsflüge
    • Sehenswürdigkeiten in beliebten Städten
    • Reiseversicherung

Wenn ihr jetzt denkt, dass das nach ganz schön viel klingt, dann geht es euch genauso wie mir, als ich Gemini Deep Research zum ersten Mal genutzt habe. Es ist überwältigend, aber extrem hilfreich. 

Ich will ehrlich mit euch sein: Ohne Deep Research hätte ich wahrscheinlich nicht mal ansatzweise so viel recherchiert und so viele essenzielle Informationen in so kurzer Zeit aufnehmen können.

Ich werde Google in Zukunft auf jeden Fall durch Gemini ersetzen - zumindest bei bestimmten Themen. Ich werde Google in Zukunft auf jeden Fall durch Gemini ersetzen - zumindest bei bestimmten Themen.

Zum Vergleich: Mein bisheriger Favorit in Sachen Recherche, Perplexity.ai, hat mir für denselben Prompt rund 1600 Zeichen ausgegeben. Das sind weniger Zeichen, als ein kurzer GameStar-Artikel hat. Deep Research hat mir fast 30.000 Zeichen ausgegeben. Beinahe 20-mal so viel wie Perplexity. Dazu Vergleichstabellen und Auflistungen.

Auch die Anzahl an herangezogenen Quellen unterscheidet sich enorm:

  • Gemini Deep Research: 145 durchsuchte Quellen
  • Perplexity: 31 durchsuchte Quellen

Ihr merkt schon: Die Recherchen von Deep Research sind wirklich tiefgehend und kann das Recherchieren von komplexeren Themen extrem kürzen und somit enorm viel Zeit sparen.

Für mich gibt es eigentlich nur einen einzigen Grund, warum ich die herkömmliche Google-Suche nicht ersetzen sollte.

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Der einzige Grund gegen Gemini Deep Research als Google-Ersatz

Bei all den beeindruckenden Funktionen und detaillierten Recherchen, die Gemini Deep Research bietet, gibt es nur einen einzigen Nachteil, der mich davon abhält, Google komplett durch dieses Tool zu ersetzen: die Zeit.

Während Google-Suchanfragen in Sekundenbruchteilen Ergebnisse liefern, benötigt Deep Research durchschnittlich 3 bis 5 Minuten, um seine ausführlichen Recherchen abzuschließen. Bei meiner Japan-Anfrage waren es sogar volle 5 Minuten Wartezeit. 

Das mag für umfangreiche Planungen und tiefgehende Recherchen völlig angemessen sein, aber für schnelle Faktenabfragen wie Wie alt ist Angela Merkel? oder Wann erscheint das nächste Magic-Set ist die klassische Google-Suche einfach effizienter.

Dennoch werde ich Deep Research ab sofort in meinen Alltag integrieren und für komplexere Themen zurate ziehen. Euch lege ich das auch ans Herz, wenn ihr tiefer in ein Thema einsteigen wollt oder einfach euren nächsten Urlaub plant, beispielsweise. 

Übrigens: Der Gemini-Konkurrent Perplexity greift gerade Google Chrome an

Trotzdem sei gesagt, dass ich in diesem Artikel einen sehr einfachen Prompt als Beispiel verwendet habe. Ihr könnt Deep Research natürlich auch genauere Anweisungen geben und nur bestimmte Aspekte eines Themas beleuchten lassen.

Zu guter Letzt der klassische und dennoch wichtige Hinweis: KIs sind nicht perfekt! Sie können Fehler machen und präsentieren Fehlinformationen gerne zwischen Fakten (Stichwort: Halluzinationen). Es empfiehlt sich also, mindestens bei den wichtigen Aspekten eurer Recherche die Quellen zu prüfen.

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