Der Prolo Ring ist auf den ersten Blick ziemlich unscheinbar, hat aber überraschend viel drauf. Das kleine Wearable sitzt am Zeigefinger und soll Maus, Presenter und Media-Remote in einem Gerät vereinen. Spannend ist dabei vor allem die Idee dahinter: Mehrere Geräte nicht mehr ständig über Touchscreens oder separate Eingabegeräte bedienen, sondern mit einer minimalen, vernetzten Steuerung direkt am Finger.
Weniger Bildschirm, mehr direkte Steuerung
Bedient wird der Prolo Ring mit dem Daumen. Über eine kleine Oberfläche lassen sich verschiedene Funktionen auslösen: scrollen, klicken, den Cursor bewegen oder Elemente per Drag-and-drop verschieben. Dazu kommen Media-Shortcuts und eine Steuerung für Präsentationen. Eine weitere, kleinere Fläche dient als Klickfeld.
Im Grunde übernimmt der Ring damit mehrere Aufgaben, für die heute meist Maus, Presenter oder Touchscreen zum Einsatz kommen. Besonders interessant ist, dass er nicht an ein einzelnes Gerät gebunden bleibt. Über Standard Bluetooth HID lässt sich der Ring mit mehreren, unterschiedlichen Devices verbinden und zwischen ihnen hin und her wechseln. Bis zu drei Geräte können dabei hinterlegt sein.
In der Praxis könnte das beispielsweise bedeuten: Eine Präsentation läuft auf dem Laptop, anschließend wird mit demselben Ring durch Inhalte auf einem Tablet gescrollt und kurz darauf die Medienwiedergabe auf einem weiteren Gerät gesteuert. Statt jedes Mal nach Maus, Smartphone oder Fernbedienung zu greifen, bleibt die Steuerung direkt am Finger.
Die Hardware selbst ist dabei bewusst zurückhaltend. Der Ring misst rund 18 x 30 Millimeter, wiegt nur etwas mehr als fünf Gramm und soll mit einer Akkuladung bis zu 30 Tage durchhalten. Das Gehäuse besteht aus PVC, angeboten wird das Gerät in verschiedenen Farben und Bundles.
Ein mögliches Interface für eine Welt nach dem Touchscreen
Technisch erfindet der Prolo Ring weder Bluetooth-Steuerung noch Gesteneingaben neu. Interessant ist aber, wie konsequent er verschiedene grundlegende Bedienfunktionen in ein möglichst kleines Interface zusammenführt, das nicht optisch auffallen muss.
Unsere Gerätewelt vernetzt sich immer stärker, während sich die Bedienung weiterhin stark um einzelne Displays dreht oder in eine Sprachsteuerung wechselt. Für viele Aktionen greifen wir noch immer zum Smartphone, öffnen eine App oder wechseln zwischen verschiedenen Eingabegeräten. Der Prolo Ring denkt dieses Prinzip ein Stück weit andersherum: Nicht der Nutzer geht zum Interface, sondern das Interface bleibt beim Nutzer.
Gerade mit Blick auf Smart Glasses, XR-Geräte oder stärker vernetzte Smart Homes könnte dieser Ansatz spannend werden. Dort ist ein Touchscreen entweder gar nicht vorhanden oder nicht zwangsläufig die angenehmste Form der Bedienung. Ein kleiner Controller am Finger könnte dann Menüs auswählen, Inhalte verschieben oder Geräte steuern, ohne dass dafür eine große Fernbedienung oder komplexe Gestenerkennung notwendig ist.
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Ob man dafür wirklich dauerhaft einen Ring tragen möchte, ist natürlich eine andere Frage. Und auch das Konzept steht und fällt damit, wie präzise Cursorbewegungen, Klicks und Gerätewechsel im Alltag funktionieren. Im ersten Test klappte jedoch alles einwandfrei, auch wenn eine gewisse Fingerfertigkeit erst erlernt werden muss.
Trotzdem steckt im Prolo Ring eine interessante Idee: Die Zukunft der Gerätesteuerung muss nicht zwangsläufig aus immer mehr Touchscreens bestehen. Vielleicht werden Interfaces stattdessen kleiner, unauffälliger und stärker miteinander vernetzt. Der Prolo Ring ist dafür zumindest ein ziemlich kompakter Vorgeschmack.
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