Das RugOne Xsnap 7 Pro gehört zu den IFA-Produkten, die nicht einfach nur technische Verbesserung versprechen, sondern eine ungewöhnliche Idee tatsächlich in Hardware übersetzen. Die Kamera des Outdoor-Smartphones lässt sich mit einem Klick lösen und unabhängig davon als kleine Actioncam einsetzen.
Eine Actioncam, die einfach aus dem Smartphone kommt
Der Ansatz klang für mich zunächst nach einem Gimmick, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich gut. Die 40-Gramm-Kamera kann auf Knopfdruck aus dem Smartphone gezogen werden, verbindet sich schnell und unkompliziert wieder mit dem Gerät und kann danach frei positioniert werden, zum Beispiel an einem Fahrradhelm. Das Smartphone selbst dient weiter als Kontrollmonitor.
Gerade dieser Wechsel macht beim Ausprobieren Spaß: Kamera raus, befestigen und loslegen. Kein kompliziertes Pairing, kein umständlicher Wechsel zwischen zwei Geräten. Die Kamera kann etwa für POV-Aufnahmen am Körper, beim Radfahren oder an ungewöhnlichen Positionen genutzt werden, an denen man das komplette Smartphone nicht befestigen möchte.
Auch die Bildqualität macht auf den ersten Eindruck einen guten Eindruck und ist solide genug, damit die Kamera nicht nur als nette Zusatzfunktion durchgeht. RugOne kombiniert damit zwei bisher meist getrennte Geräteklassen: ein besonders robustes Outdoor-Smartphone und eine kleine modulare Actioncam.
Dass die Idee auffällt, zeigt auch der IFA 2026 Innovation Award, den das Xsnap 7 Pro erhalten hat. Der Hersteller spricht selbst davon, damit eine neue Produktkategorie schaffen zu wollen. Die Idee dahinter ist nachvollziehbar: Wer viel draußen unterwegs ist, soll nicht zusätzlich noch eine separate Actioncam samt Zubehör mitnehmen müssen.
Spannende Idee, aber bleibt es die Nische?
Genau an diesem Punkt wird das Xsnap 7 Pro aber auch interessant für eine kritischere Betrachtung. Denn technisch funktioniert das Konzept gut, aber die größere Frage ist, wen es wirklich begeistern wird.
RugOne nennt Outdoor-Sportler, Reisende, Content Creator und Abenteurer als Kernzielgruppe. Für diese Nutzer kann die Kombination tatsächlich sinnvoll sein. Wer regelmäßig Rad fährt, wandert, Ski fährt oder ungewöhnliche Perspektiven aufnehmen möchte, bekommt zwei Funktionen in einem Gerät und spart zusätzliches Equipment. Genau für diese Zielgruppe hat RugOne seine Smartphones ja bereits sehr robust gemacht.
Für den durchschnittlichen Smartphone-Nutzer dürfte das Argument dagegen deutlich schwächer sein. Wer bereits eine Action-Kamera der großen Marken besitzt, bekommt dort ein gewachsenes Zubehör-Ökosystem und eine Kamera, die ausschließlich für diesen Zweck entwickelt wurde. Und wer gar keine Actioncam braucht, dürfte auch mit der Modularität wenig anfangen können.
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Das Xsnap 7 Pro ist deshalb wahrscheinlich kein Smartphone für alle. Gerade das macht es aber interessant: Die eigentliche Innovation steckt nicht in einem schnelleren Chip oder einem größeren Sensor, sondern in der Kombination zweier bestehender Technologien zu einem neuen Nutzungskonzept. Ob daraus eine neue Gerätekategorie wird oder eine clevere Nischenlösung bleibt, muss sich erst noch zeigen.
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