Die PlayStation 5 Pro ist in den USA »günstiger« als in Deutschland - doch warum eigentlich?

Der Steuerunterschied ist nicht der einzige Grund.

In den USA ist die PS5 Pro zumindest auf den ersten Blick deutlich günstiger als hierzulande. (Bild: Sony) In den USA ist die PS5 Pro zumindest auf den ersten Blick deutlich günstiger als hierzulande. (Bild: Sony)

In der vergangenen Woche präsentierte Sony mit der PlayStation 5 Pro endlich das lang erwartete Mid-Gen-Update der aktuellen Konsolengeneration.

Am Ende der Vorstellung herrschte vielerorts allerdings Ernüchterung: Satte 800 Euro verlangt das japanische Unternehmen hierzulande für das Basismodell der PS5 Pro ohne Laufwerk.

Neben der UVP-Angabe für den Euroraum wurde unter anderem auch genannt, wie viel die PS5 Pro in den USA kosten wird: 700 US-Dollar. Woher kommt diese Diskrepanz?

PS5 Pro: Drei Gründe für den höheren US-Preis

Für die unterschiedlichen Preisangaben zwischen den USA und Europa sind mehrere Ursachen zu nennen.

Netto vs. brutto: In den USA werden Preise grundsätzlich ohne Mehrwertsteuer angegeben; die 700 US-Dollar beziehen sich also erst einmal auf den reinen Nettopreis.

  • Das liegt unter anderem auch daran, dass die MwSt. von US-Bundesstaat zu US-Bundesstaat unterschiedlich ausfällt. Neben der »Sales Tax« auf Bundesstaatsebene erheben auch Gemeinden und Landkreise eine solche Steuer.
  • In Louisiana etwa liegt der durchschnittliche Steuersatz etwa bei 9,56 Prozent, während Bundesstaaten wie Wyoming nur 5,44 Prozent verlangen. Einzelne Staaten wie Delaware haben sogar gar keine MwSt. und gelten als »US-Steuerparadies« (via TaxFoundation).

Keine Währungsparität mehr: Zur regulären PlayStation 5 wurde der Preis zwischen Deutschland und den USA gewissermaßen direkt übernommen.

  • Die Digital Edition der PS5 schlug zum Release mit 400 Euro zu Buche – in den USA ging die für Konsole für 400 US-Dollar über die Ladentheke. Seitdem geht die Schere zwischen Europa und den USA aber immer weiter auseinander.
  • Begründet wird dies in der schwächelnden Yen-Währung, die in Sonys Heimatmarkt gilt. Im Juli erreichte dieser etwa den gegenüber dem US-Dollar schwächsten Wert seit 34 Jahren.
  • Zusammen mit der »Weltwirtschaftslage« sah sich Sony erst jüngst im August 2024 (via Reuters) dazu gezwungen, die Preise der PS5 sowie dem Zubehör in Japan anzuheben – was letztlich auch Auswirkungen auf die UVPs in anderen Märkten hatte.

Video starten 13:49 Werden Spiele wirklich immer teurer? - Video zur Preisentwicklung seit 1989 - Video zur Preisentwicklung seit 1989

Verbraucherfreundlichkeit hat ihren Preis: Hinzukommen Regelungen seitens der Europäischen Union, die für technische Produkte wie eben der PlayStation 5 Pro gelten.

  • So gilt hier etwa eine zweijährige Gewährleistung auf Neuwaren, die in den USA zumindest in dieser Form nicht existiert.
  • Daneben kommen etwa Rücknahme- und Entsorgungsauflagen für elektronische Geräte, die ebenfalls Kosten verursachen und direkt an die europäische Kundschaft weitergegeben werden.

Angesichts dieser Regelungen lässt sich nur ungefähr bestimmen, wie viel günstiger die PlayStation 5 Pro in den USA ist.

  • Vergleichen wir etwa den Bruttopreis der Konsole im US-Staat Louisiana, kommen wir beim aktuellen Wechselkurs auf einen umgerechneten Europreis von 689 Euro - satte 110 Euro weniger als bei uns.
  • Noch schlechter fällt der Vergleich aus, wenn mit den »US-Steuerparadiesen« verglichen wird, wo wir bei einem Preis von rund 627 Euro landen.
  • Aufgrund der Natur der Mehrwertsteuer sowie den schwer bestimmbaren zusätzlichen Kosten in der EU lässt sich also nur bedingt pauschal beantworten, wie hoch der Preisunterschied der PS5 Pro zwischen den USA und Deutschland tatsächlich ausfällt. Dass Sony einen gehörigen Preisaufschlag in der EU ansetzt, dürfte angesichts dieser Daten aber als wahrscheinlich gelten.
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