PS5 vs. PC bei 120 FPS: Welche PC-Hardware ist vergleichbar schnell?

Die Hardware-Experten von Gamers Nexus zeigen in einem YouTube-Video, welche Komponenten ein PC benötigt, um mit der Leistung der PS5 im 120 FPS-Modus gleichzuziehen.

von Leon Marlon Klein,
18.01.2021 14:21 Uhr

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Seit rund zwei Monaten kann Sonys neue Heimkonsole ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen - wenn man es denn schafft, ein Modell zu kaufen. Das Team des englischsprachigen YouTube-Kanals Gamers Nexus hat die PS5 jetzt mit verschiedenen PC-Komponenten in drei Spielen gegenübergestellt.

Am Ende des zu Beginn dieses Artikels zu sehenden Videos kommt Host Steve Burke zum folgenden Fazit, das sowohl bemerkenswert ist als auch hinterfragt werden kann:

"Die PS5 ist eine bezahlbare Wohzimmer-Box, äquivalent zu der Spieleleistung eines Mittel- bis High-End-Gaming-PCs vor ungefähr fünf Jahren."

Er betont eingangs gleichzeitig, dass es ihm nicht um ein Kräftemessen zwischen den Plattformen ginge, sondern darum, einen empirischen Vergleich zu schaffen. Ziel sei es, PC-Komponenten aufzuzeigen, die ein ähnliches Spielerlebnis wie die PS5 bieten können.

Wie Gamers Nexus dabei vorgeht und welche Schwierigkeiten solche Verallgemeinerungen mit sich bringen, schauen wir uns im Folgenden genauer an.

Wenn ihr genau wissen möchtet, welche Hardware in der PlayStation 5 und in der Xbox Series X steckt und wie sie im Vergleich zu einem aktuellen Windows-PCs abschneidet, erfahrt ihr das in unserer Gegenüberstellung:

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Testkriterien und Methodik

Burke betont, dass sein Team und er sich für dieses Video bewusst auf ein einziges Merkmal der PS5 beschränken würden, das Sonys neue Konsole von der alten Generation abhebt. Mit der 120 FPS-Funktion haben sie sich dabei für ein Novum entschieden, das zuvor dem PC vorbehalten war.

Die gewählten Spiele werden gleichzeitig allesamt durch klassische Rasterisierung auf den Bildschirm gebracht. Die Raytracing-Performance der PS5 spielt in diesem spezifischen Vergleich also keine Rolle.

Diese Spiele hat Gamersnexus getestet:

  • Devil May Cry 5 (PS5: Special Edition)
  • Dirt 5
  • Borderlands

Die Grafikeinstellungen der PC-Versionen seien laut Burke akribisch auf ihre Konsolen-Pendants angepasst worden. Fälle, in denen dies nicht getreu möglich war, werden im Video transparent kommuniziert.

Außerdem entschied sich das Team, alle drei Spiele auf beiden Plattformen in einer Auflösung von 1920x1080 zu testen, um eine dynamische Skalierung der Auflösung in den PS5-Versionen zugunsten einer einfacheren Gegenüberstellung weitgehend zu vermeiden.

Während die Leistung der PC-Konfigurationen mithilfe konventioneller Methoden intern gemessen werden kann, erfordert die PS5 den Einsatz einer Capture Card.

Letztere zeichnet die von der GPU ausgegebenen Bilder auf. Anhand der Bilder lassen sich im Anschluss die jeweiligen Renderzeiten sowie die durchschnittlichen Bilder pro Sekunde und somit auch die Rechenleistung der Konsole ableiten.

Wie gut ist die PlayStation 5 generell? Das erfahrt ihr im folgenden Fazit-Video zu der neuen Sony-Konsole:

PlayStation 5 in unter 10 Minuten 9:06 PlayStation 5 in unter 10 Minuten

PS5 und PC in der Gegenüberstellung

Obwohl sich ein Achtkern-Prozessor mit 16 Threads im Herzen der PS5 befindet, genügt am PC laut Gamers Nexus bereits ein Ryzen 3 3300X, um ein vergleichbares Leistungsprofil in den drei getesteten Spielen zu erzielen. Die Anforderung an die Grafikeinheit variieren den Testergebnissen zufolge allerdings stärker.

  • Devil May Cry 5 erreicht im PS5-Testdurchlauf eine durchschnittliche Bildwiederholrate von 109 FPS. Derweil stellt eine Nvidia Geforce GTX 1060 mit 6,0 GByte die gleiche Szene am PC mit durchschnittlich 142 Bildern pro Sekunde dar. Darüber hinaus merkt Burke in seiner Analyse an, dass die PS5-Version unter vereinzelten Framerate-Einbrüchen leide. Die Renderzeiten am PC blieben indes konsistent.
  • In Dirt 5 verzeichnete Gamers Nexus einen Durchschnittswert von 119 FPS auf der PS5. Der PC konnte in Kombination mit einer Geforce GTX 1080 hingegen lediglich 109 FPS im Durchschnitt erreichen. Nach wie vor gilt jedoch, dass die Renderzeiten am PC konsistenter sind. Laut Burke sei außerdem zu beachten, dass sich beide Dirt 5-Versionen nicht bis ins Detail angleichen ließen. Dazu zähle auch, dass die Auflösung der PS5 in manchen Szenarien sowohl niedriger als auch höher als 1080p ausfallen könne.
  • Für den Vergleich in Borderlands 3 nutzt das Team eine Geforce GTX 1070 Ti, die durchschnittlich 130 FPS auf den Bildschirm bringt. Die PS5 reiht sich bei 119 FPS ein. In puncto Renderzeiten hat erneut der PC die Nase vorn.

Das Testurteil von Gamers Nexus

Diese Ergebnisse führen zu der eingangs zitierten Aussagen von Burke, laut der sich die PS5 auf dem Leistungsniveau eines ungefähr fünf Jahre alten Mittelklasse- bis High-End-PCs befindet. In Bezug auf das Preis-Leistungs-Verhältnis würde sich die Konsole aber durchaus lohnen.

Burke betont gleichzeitig noch einmal, dass mit dieser Aussage keine Plattform in ein besseres Licht gestellt werden solle. Vielmehr stünde die Erwartungshaltung von Konsolen- sowie PC-Spielern an ihre jeweilige Hardware im Fokus.

Das ist ein wichtiger Punkt, der auch für vergangene Zeiten und ältere Konsolen gilt. Wenn ihr wissen wollt, auf welchem kuriosen Weg die erste PlayStation entstanden ist, erfahrt ihr das in unserem Plus-Report:

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Verallgemeinerungen fallen schwer

Es ist wichtig, erneut darauf hinzuweisen, dass es sich hierbei nur um einen Test der PS5 im 120 FPS-Modus handelt. Grundsätzlich könnte sich das Leistungsprofil der PC-Konfigurationen bzw. der PS5 in unterschiedlichen Anwendungsbereichen ändern.

Auch die Titelauswahl kann eine große Rollen spielen. Außerdem laufen zwei der getesteten Spiele praktisch mit 120 FPS. Geht man davon aus, dass in den Spielen nicht mehr als 120 FPS auf der PS5 dargestellt werden können, schöpft sie hier also nicht unbedingt ihr volles Potenzial aus.

Unterschiede durch das Spiel zeigen sich auch bei den Kollegen von Digital Foundry. Sie geben beispielsweise an, dass die Grafikleistung der PS5 in Assassin's Creed Valhalla dem Niveau einer Geforce RTX 2080 ähnelt. Hier liegt aber auch ein rein GPU-gebundenes Szenario vor.

Im 120 FPS-Vergleich von Gamers Nexus sind hingegen die Auswirkungen verschiedener Faktoren zu sehen, die sich auf die Leistung auswirken - dazu könnte unter anderem eine verhältnismäßig niedrige Einzelkern-Leistung der PS5-CPU zählen.

Eine Frage der Perspektive

Nicht zu vergessen ist auch, dass es auf die Perspektive ankommt. Nennt man beispielsweise statt einer RTX 2080 die nur leicht schnellere sowie aktuelle RTX 3060 Ti oder statt einer GTX 1070 Ti die ähnlich flotte RTX 2060 aus Nvidias folgender GPU-Generation, klingt das gleich weniger alt. Und der von GamersNexus genutzt Ryzen 3 3300X ist sogar erst 2020 erschienen, wie ihr in unserem Test erfahrt:

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Die Analyse von GamersNexus ist also durchaus interessant, aus unserer Sicht handelt es sich aber um eine Momentaufnahme mit begrenzter Aussagekraft.

Das ist letztlich auch Burke durchaus bewusst, der am Ende des Videos auf bislang nur bedingt ausgeschöpfte Möglichkeiten der PlayStation 5 hinweist.

Einerseits geht es dabei um den schnellen Datenspeicher sowie das Streaming (mehr dazu lest ihr bei den Kollegen der GamePro), andererseits um die Raytracing-Fähigkeiten. Bei fünf Jahre alten PC-Grafikkarten sind letztere schließlich gar nicht vorhanden, zumindest mit Blick auf eine passende Hardware-Beschleunigung.

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