Wir hatten bereits darüber berichtet, dass Laptops aufgrund der anhaltenden RAM-Knappheit im kommenden Jahr deutlich teurer werden. Aktuelle Analysen des Marktforschungsunternehmens IDC deuten darauf hin, dass der Mangel an zur Verfügung stehendem DRAM-Speicher sich auch negativ auf die Preise für Mobiltelefone auswirken wird.
Die Analysten von IDC rechnen im schlimmsten Fall mit einer Preissteigerung von bis zu acht Prozent.
Mangelnder DRAM-Speicher ist der Preistreiber
Ohne DRAM-Chips funktioniert kein Smartphone und der Trend ging in den vergangenen Jahren zu immer mehr davon. Waren 4-GB-Arbeitsspeicher vor nicht allzu langer Zeit noch für alle Anwendungsfälle mehr als ausreichend, sind heute selbst bei vielen Einsteigergeräten 8 GB Standard.
Durch den anhaltenden KI-Boom sehen sich nun Hersteller von Desktop-PCs, Laptops und auch Smartphone in einer bisher nicht gekannten Konkurrenzsituation mit Unternehmen wie OpenAI oder auch Google, deren moderne KI-Anwendungen gigantische Rechenzentren benötigen. Und tausende Server, die dort stehen, brauchen Speicher und zwar extrem viel davon.
Konsumenten oder Profit: Die Halbleiterhersteller haben ihre Entscheidung getroffen
Für die Halbleiterhersteller steht theoretisch eine wegweisende Entscheidung an: Sollen sie die begrenzte Produktionskapazität für Konsumgüter wie Handys reservieren oder die lukrativere Nachfrage der KI-Industrie bedienen? Die anhaltende Verknappung von DRAM-Speicher sollte euch diese Frage allerdings schon beantworten.
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Für die Verbraucher hat diese Verschiebung der Prioritäten unmittelbare finanzielle Konsequenzen. In einem moderaten Szenario rechnen die Experten von IDC mit einem Preisanstieg zwischen drei und fünf Prozent bei Smartphones.
Sollte sich der Druck auf die Lieferketten jedoch weiter verschärfen, halten die Analysten aber auch eine Steigerung von bis zu acht Prozent für realistisch. Das klingt nach einem moderaten Aufschlag, bedeutet bei einem modernen Mittelklasse- oder Premium-Gerät jedoch schnell einen zweistelligen oder gar niedrigen dreistelligen Euro-Betrag zusätzlich.
Das Ende vom Smartphone-Schnäppchen
Besonders hart wird es laut IDC für Hersteller wie Xiaomi, Oppo oder Realme, die traditionell mit sehr schmalen Gewinnmargen kalkulieren, um ihre Geräte preiswert anbieten zu können.
Wenn die Kosten für die Komponenten nun drastisch steigen, haben diese Unternehmen kaum Spielraum, um die Teuerung abzufedern. Am Ende bleibt diesen Anbietern dann nichts anderes übrig, als die Kosten eins zu eins an die Käufer weiterzugeben.
Auch für Käufer von Flaggschiff-Modellen von Branchenriesen wie Samsung oder Apple gibt es wenig Grund zur Entspannung. Bisher waren wir es gewohnt, dass die Preise für ältere Modelle sinken, sobald eine neue Generation auf den Markt kommt.
Doch die aktuelle Knappheit könnte diesen Preisverfall zum Erliegen bringen. Wer darauf gehofft hat, ein Vorjahresmodell zum Schnäppchenpreis zu ergattern, wird im Jahr 2026 vermutlich in die Röhre schauen.
Smartphone Absatz geht 2026 deutlich zurück
Zusätzlich zu der zu erwartenden Preissteigerung prognostizieren die Marktforscher eine Abkühlung des gesamten Smartphone-Marktes. Im pessimistischsten Szenario könnte der Absatz weltweit um mehr als fünf Prozent zurückgehen. Viele Kunden dürften angesichts der steigenden Preise zögern und ihre aktuellen Geräte länger nutzen als geplant.
Letztlich zeigt diese Entwicklung die Kehrseite des KI-Booms: Während die Technologie neue Möglichkeiten eröffnet, sorgt ihr enormer Ressourcenbedarf dafür, dass der Zugang zu moderner Hardware für den Endverbraucher deutlich kostspieliger wird. Die Zeiten, in denen Speicherbausteine ein günstiges Massenprodukt waren, scheinen vorerst vorbei zu sein.
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