Möglicherweise werdet ihr schon bald überall Laptops mit 8-GB-RAM sehen, da die Hersteller Konfigurationen mit mehr Arbeitsspeicher wahrscheinlich unbezahlbar machen

Der DRAM-Speichermangel trifft die PC-Branche hart. Was bedeutet das für die Laptop-Preise und eure Kaufentscheidungen?

RAM wird nächstes Jahr sehr viel teurer werden. (Bildquelle: Crucial) RAM wird nächstes Jahr sehr viel teurer werden. (Bildquelle: Crucial)

Die Zeichen stehen auf Sturm in der Lieferkette: Der lang erwartete DRAM-Speichermangel hat die PC-Branche mittlerweile mit voller Wucht getroffen. Und die Konsequenz ist eine, die viele von euch vermutlich mit Sorge betrachten dürften. 

Denn die aktuell hohen Preise für Arbeitsspeicher werden im nächsten Jahr auch deutlich auf die Preise von Laptops durchschlagen. Die Analysten des renommierten taiwanesischen Unternehmens TrendForce sagen sogar voraus, dass Laptops mit nur 8-GB-RAM vom einstigen Auslaufmodell selbst in höheren Preisklassen wieder zum Standard werden könnten.    

Die Analysten von TrendForce malen ein düsteres Bild für 2026. (Bildquelle: TrendForce) Die Analysten von TrendForce malen ein düsteres Bild für 2026. (Bildquelle: TrendForce)

Schuld ist KI

Der mit Abstand größte Preistreiber ist der ständig wachsende Bedarf an Speicher für KI-Server und Rechenzentren. KI-Beschleuniger und Server-GPUs benötigen High-Bandwidth-Memory (HBM). Um diesen Bedarf zu decken, haben die Schwergewichte unter den Speicherherstellern (Samsung, SK Hynix, Micron) große Teile ihrer Produktionskapazitäten von klassischem DDR/LPDDR-RAM auf die Herstellung von HBM-Speicher umgestellt. 

Man muss an dieser Stelle sicher nicht sagen, dass sich mit HBM deutlich mehr Geld verdienen lässt. Dazu kommt, dass viele KI-Server auch große Mengen an modernen LPDDR5X-Chips und DDR5-RAM geradezu verschlingen. 

Arbeitsspeicher wird zum Luxusgut. (Bildquelle: Corsair) Arbeitsspeicher wird zum Luxusgut. (Bildquelle: Corsair)

Da diese auf den gleichen Fertigungslinien wie der PC- und Laptop-RAM produziert werden, reduziert die Priorisierung der Großkunden (Cloud-Anbieter, KI-Firmen wie OpenAI) das verfügbare Kontingent für den Consumer-Markt drastisch. Es gibt Berichte, wonach einzelne KI-Konzerne bis zu 40 Prozent der weltweiten DRAM-Produktion aufkaufen (via KI News Daily).

8-GB-RAM wird der neue Standard

Darunter leiden natürlich die Hersteller von Laptops, Smartphones und Consumer-PCs stark. Um ihre Margen und Lieferketten aufrechtzuerhalten, wird der Rotstift dort angesetzt, wo am meisten eingespart werden kann und das wird 2026 leider der Arbeitsspeicher sein.

Konfigurationen mit 16 GB oder gar 32 GB RAM werden im nächsten Jahr äußerst kostspielig, 64 GB sogar purer Luxus. Viele Laptop-Hersteller verlangen bereits jetzt über 200 Euro für das Upgrade von 16 GB auf 32 GB, dabei wird es aber wohl nicht bleiben. 

Die Marktanalysten von TrendForce prognostizieren, dass das volumenstärkste Mid-Range-Notebook-Segment, also quasi das, was man als den Massenmarkt bezeichnet, vermutlich auf 8-GB-RAM zurückfallen wird. 

Die Aufpreise für mehr Arbeitsspeicher sind bereits jetzt saftig und das ist erst der Anfang. (Bildquelle: XMG) Die Aufpreise für mehr Arbeitsspeicher sind bereits jetzt saftig und das ist erst der Anfang. (Bildquelle: XMG)

Das Copilot-Paradoxon

Microsoft hat mit dem Aufkommen von KI-Funktionen wie Copilot und der Etablierung von Windows 11 faktisch eine 16-GB-Basis-RAM-Anforderung für das als AI PC vermarktete Ökosystem etabliert.

Die Realität des Marktes macht dieser Vision nun einen Strich durch die Rechnung, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Anstatt des geforderten 16-GB-Minimums werden die meisten Midrange-Geräte im Jahr 2026 wohl nur noch mit 8-GB-Arbeitsspeicher verkauft.

Das heißt im Endeffekt nichts anderes, als dass ein Großteil der 2026 verkauften Laptops die von Microsoft selbst gesetzten Kriterien für ein optimales, KI-zentriertes Nutzungserlebnis nicht erfüllen wird.

Kauft jetzt, billiger wird es 2026 nicht

Für euch bedeutet das jetzt oder nie: Wenn ihr einen zukunftssicheren Laptop mit 16 GB oder mehr benötigt, dann solltet ihr nicht länger zögern. Die Preise für 16 GB-RAM oder mehr werden in den kommenden Quartalen weiter steigen. 

Ihr solltet auch verstärkt darauf achten, dass der RAM nicht verlötet ist, so könnt ihr auf eventuelle RAM-Schnäppchen reagieren und selbst aufrüsten.

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