Wenn ich morgens um 8 den Rechner hochfahre und mit der Arbeit beginne, öffne ich routinemäßig Chrome und Teams.
Ein kurzer Blick in die Mails und die anstehenden Termine des Tages, danach ein Check, wie sich die Zahlen auf den Websites entwickeln und im Anschluss werden die neuesten SEO- und Online-Marketing Artikel gescannt.
Und schon sind 20 Tabs offen.
Die Tastenkombination Strg + Alt + Entf
gedrückt (die es übrigens nicht gegeben hätte, wäre es nach Bill Gates gegangen, wie ihr im Video unten sehen könnt) und kurz gespickt, wie viel RAM Chrome nach der ersten Stunde verwendet: satte drei Gigabyte. In der aktuellen RAM-Krise von 2026, in der 32 GB Arbeitsspeicher aufgrund des KI-Booms fast 500 Euro kosten können, ist jedes gesparte Megabyte für viele Nutzer pures Geld wert.
Wie ich dem Ganzen mit einem praktischen Tool Herr geworden bin, erfahrt ihr jetzt.
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»Strg + Alt + Entf«: Wäre es nach Bill Gates gegangen, gäbe es die berühmte Tastenkombination nicht
Mein Weg zur Lösung
Nach dem ersten Meeting schließe ich einige Tabs und öffne sogleich neue, da die nächsten Aufgaben für den Tag nicht auf sich warten lassen.
Bereits jetzt habe ich das Gefühl, dass Chrome langsamer und träger reagiert. Trotz 32 GByte Arbeitsspeicher im PC werde ich nervös und deaktiviere Chrome-Erweiterungen, die ich für die aktuellen Aufgaben nicht benötige. Zwar hat Google mit den Chrome-Versionen 140 bis 145 (Release Ende 2025/Anfang 2026) den integrierten Speicher-Schonmodus
massiv verbessert und bietet nun verschiedene Stufen (Standard, Moderat, Maximal) an, doch bei extrem vielen gleichzeitig aktiven Tabs stößt auch die native Verwaltung an ihre Grenzen.
Mittlerweile habe ich mir die Einstellungen für die Chrome-Erweiterungen schon an meine Tab-Leiste gepinnt, damit ich schneller darauf zugreifen kann.
Zwar lassen sich in Chrome seit einiger Zeit auch Tabs über die »Speicher sparen«-Funktion einfrieren. Doch bei einem regulären Wechsel zwischen den Tabs kommt die Option selten zum Einsatz.
Durch Zufall entdeckte ich nun vor wenigen Tagen eine einfache, geniale und zudem kostenlose Software mit dem simplen Namen »Chromin«.
Warum ich Chromin nicht mehr missen möchte
Chromin ist ein quelloffenes Programm, das unter der GNU-Lizenz entwickelt wird und den RAM-Verbrauch von Chrome kontinuierlich reduziert. Technisch gesehen nutzt das Tool im März 2026 weiterhin den bewährten Windows-Befehl EmptyWorkingSet
, um den Speicher von Chrome in das Pagefile (den virtuellen Speicher auf eurer SSD) auszulagern.
Wer Chrome nicht verwendet und dennoch von einem hohen RAM-Verbrauch betroffen ist, findet mit Firemin (Firefox), Watermin (Firefox alternative) und Edgemin (Microsoft Edge) entsprechende Pendants.
Das Programm selbst ist sehr schlank und schmal gehalten und soll wie erwähnt nur den RAM-Verbrauch reduzieren.
Ich war anfangs skeptisch, da ich nicht noch ein weiteres Programm auf meinem Rechner wollte. Ich entschloss mich dennoch Chromin zu installieren und erblickte beim ersten Start ein schlicht gehaltenes Interface mit wenig Optionen.
Meine anfängliche Skepsis blieb bestehen und so legte ich fest, dass alle 500 Millisekunden der RAM reduziert wird, sofern er über 300 MByte liegt. Allerdings habe ich in den letzten Jahren noch keine Chrome Instanz entdeckt, die mit weniger als 300 MByte auskommt.
Der Klick auf Speichern erfolgte und ich blickte mit einer hochgezogenen Augenbraue auf den Taskmanager.
Und siehe da: Der RAM-Verbrauch von Chrome reduzierte sich tatsächlich im vorgegebenen Intervall. Ohne Chromin liegt die Auslastung bei mehreren Gigabyte, mit nur noch bei einigen hundert MByte, wie auf dem folgenden Screenshot zu erkennen ist:
Meine Gedanken in dem Moment: »Genau und vermutlich läuft jetzt gar nichts mehr in Chrome und alles ruckelt«. Um meine Gedanken zu untermauern, öffnete ich zehn Tabs und meine Tab-Gruppe »SEO Daily« mit 20 Seiten.
Zu meinem Erstaunen wurde alles geladen und beim Wechseln zwischen den Tabs stellte ich keine Performance-Einbrüche fest.
Welche Nachteile hat Chromin?
Chromin hat durchaus auch Nachteile. Es gibt eine minimale Latenz beim Navigieren und Klicken. Beim Schreiben hingegen stelle ich keine »Ruckler« oder Verzögerungen fest.
Die Installation eines weiteren Programms kann auch als Nachteil gesehen werden. Für mich persönlich ist das allerdings kein Nachteil, da der Nutzen für mich überwiegt.
Fazit der Redaktion
Für mich ist Chromin ein kompaktes und effizientes Tool, das mir nicht nur bei meiner täglichen Arbeit eine Erleichterung bietet. Auch bei der Verwendung mehrerer Profile funktioniert Chromin, da Chrome Profile im Task-Manager unter einem Prozess laufen lässt.
Für meine tägliche Arbeit verwende ich nicht nur Chrome, sondern auch andere Browser wie Opera und Firefox. Bei fünf Tabs liegt die Auslastung bei beiden Browsern deutlich über einem Gigabyte:
Chromin hat mich merklich entspannen lassen und nach über einer Woche im Einsatz merke ich, dass ich mir keine Gedanken mehr über die RAM-Nutzung mache.
Bei meiner täglichen Arbeit macht sich Chromin im Hintergrund positiv bemerkbar: Tabs laden schneller und auch aufwendige Dashboards und Tabellen leiden nicht mehr unter Performance-Einbrüchen.
Wer mit vielen Tabs hantiert oder sich an der Speicherauslastung von Chrome stört, sollte Chromin eine Chance geben. Ich bereue es jedenfalls nicht.
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