Seit über zwei Jahren verbringe ich die meiste Zeit meiner Arbeit sehr zufrieden auf einem Gaming-Stuhl, den ihr inzwischen nicht mehr kaufen könnt: dem Adept Holo.
Die gute Nachricht lautet, dass das Design und die Ideen dahinter aufgrund der Übernahme durch Recaro weiter leben, genauer gesagt in den Gaming-Stühlen Recaro Aer (ab 399 Euro) und Recaro Nxt (ab 599 Euro).
Wie es ihnen gelingt, an die überzeugende Vorstellung des Adept Holo anzuknüpfen, klärt dieser Vergleich.
Transparenzhinweis: Recaro hat mir die Stühle Aer und Nxt für den Vergleich kostenfrei zur Verfügung gestellt. Recaro hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Artikels. Es bestand keine Verpflichtung zu einer Veröffentlichung.
Holo vs. Aer vs. Nxt: Das Wichtigste auf einen Blick
- Alle drei Stühle setzen auf ein ähnliches Design der Rückenlehne und die gleiche Sitzbasis mit Synchronmechanik und vielen Anpassungsmöglichkeiten. Gemein ist ihnen außerdem der sehr simple Aufbau, der dank durchdachter Vormontage auch alleine in wenigen Minuten erledigt ist.
- Der Recaro Nxt ist das teurere Modell, das abseits von Detail-Anpassungen dem Adept Holo entspricht. Hauptunterschied ist das Wegfallen der Möglichkeit zur Individualisierung über Schriftzüge auf dem Fußkreuz und an der Rückenlehne (siehe auch das Bild unten).
- Der Recaro Aer ist die günstigere Variante, weil er bei der Rückenlehne auf einen Meshbezug statt auf Polster mit verschiedenen Bezügen setzt. Dementsprechend ist er im Gegensatz zum Nxt auch nicht mit einer individuell justierbaren Lordosenstütze lieferbar.
Was die neuen Stühle so interessant macht
Aus meiner Sicht sind das vor allem drei Dinge:
- das Design, das sich mit der speziellen Form der Rückenlehne etwas vom Standard bei Gaming-Stühlen abhebt
- die hohe Verarbeitungsqualität
- die vielen Anpassungsmöglichkeiten, insbesondere im Falle des Nxt mit einstellbarer Lordosenstütze
Beachtet allerdings in Bezug auf den dritten Punkt, dass in der jeweils günstigsten Variante nicht alle dieser Optionen vorhanden sind. Die folgenden Übersichten zeigen das im Detail:
Recaro Nxt
| Standardausstattung | Nur gegen Aufpreis |
|---|---|
| Stoffbezug | Microfaser + Stoff (50 Euro Aufpreis) Microfaser + PU-Leder (80 Euro Aufpreis) |
| Integrierte Lordosenstütze | Höhe und Intensität der Lordosenstütze einstellbar (40 Euro Aufpreis) |
| Rückenlehne in drei fixierten Stufen oder flexibel arretieren | vierte fixierte Stufe für eine besonders aufrechte Sitzhaltung (40 Euro Aufpreis) |
| Anpassbarer Widerstand der flexiblen Rückenlehne | – |
| Sitzhöhe ändern | Sitzkissentiefenverstellung (20 Euro Aufpreis) |
| 4D-Armlehnen (Höhe, Tiefe, Breite und Winkel anpassbar) | 5D-Armlehne (wegklappbar) (40 Euro Aufpreis) |
| Kunststoff-Fußkreuz | Aluminium-Fußkreuz mit Plakette (40 Euro Aufpreis) |
| Harte Rollen | Weiche Rollen (10 Euro Aufpreis) |
Recaro Aer
| Standardausstattung | Nur gegen Aufpreis |
|---|---|
| Meshbezug | – |
| flexible Rückenlehne, die aufrecht arretierbar ist | Anpassbarer Widerstand der flexiblen Rückenlehne + zwei zusätzliche Stufen für die Arretierung (40 Euro Aufpreis) |
| Sitzhöhe ändern | Sitzkissentiefenverstellung (20 Euro Aufpreis) |
| 2D-Armlehnen (Höhe und Breite anpassbar) | 4D-Armlehne (Tiefenverstellung & Rotation) (25 Euro Aufpreis) 5D-Armlehne (wegklappbar) (40 Euro Aufpreis) |
| Kunststoff-Fußkreuz | – |
| Harte Rollen | Weiche Rollen (10 Euro Aufpreis) |
Minimale / Maximale Kosten & Belastbarkeit
- Preis Recaro Nxt: 599 Euro bis 839 Euro
- Preis Recaro Aer: 399 Euro bis 509 Euro
Belastbarkeit: Sowohl für den Aer als auch für den Nxt gibt Recaro eine Belastbarkeit von bis zu 150 Kilogramm an.
Was sich im Vergleich zum Adept Holo gebessert hat
Beim sehr einfachen Aufbau, dem in meinen Augen ansprechenden Look und den Einstellungsmöglichkeiten ähneln die neuen Stühle dem Adept Holo sehr, vor allem der Recaro Nxt.
Es gibt aber auch kleine, feine Verbesserungen, die mir im Praxiseinsatz aufgefallen sind:
- Die Armlehnen sind etwas besser fixiert, so dass es mir seltener passiert, dass ich sie aus Versehen nach vorn oder hinten verschiebe.
- Die Polster sind etwas weicher, was das Sitzen auf Dauer (noch) angenehmer macht.
- Das leichte Bewegungsspiel, das auch bei fixierter Rückenlehne weiter vorhanden ist, fällt etwas geringer aus als noch beim Adept Holo.
- Mit den gegen Aufpreis verfügbaren weichen Rollen gleitet der Stuhl klar besser über meinen Teppich und den Boden darunter (siehe auch das folgende Bild).
Außerdem begrüße ich es generell, dass beim Recaro Nxt auf Wunsch eine vierte Sitzposition zur Verfügung steht, die weiter nach vorn geneigt ist. Das war schließlich einer der wenigen Aspekte, die ich am Adept Holo verbesserungswürdig fand (siehe auch meinen Test des Adept-Stuhls).
Allerdings ist mir die sogenannte Attack
-Position dann doch ein Stück zu weit nach vorn geneigt. Den Vergleich zur Position davor seht ihr auf dem folgenden Bild:
Teurer oder günstiger: Welcher Stuhl ist die bessere Wahl?
Das Duell zwischen dem Recaro Aer und dem Recaro Nxt entscheidet in meinen Augen knapp das günstigere Modell für sich. Folgende Gründe sind dabei entscheidend:
- Meshbezug vs. Lordosenstütze: Beim Aer fehlt zwar die gegen Aufpreis justierbare Lordosenstütze (siehe auch das Bild unten), die durchaus sehr vorteilhaft sein kann. Insgesamt sagt mir der luftige und dennoch ausreichend stabile Meshbezug des Aer aber sehr zu.
- Wenige vs. viele Stufen für die Rückenlehne: Im Alltag nutze ich meist ohnehin nur die fixierte aufrechte Position oder die flexible Rückenlehne. Daher vermisse ich die zusätzlichen Stufen beim Recaro Nxt kaum, die beim Aer nur gegen Aufpreis verfügbar sind.
- Kunststoff- vs. Aluminium-Fußkreuz: Ja, das Alu-Fußkreuz ist schicker. Aber wenn ich auf dem Stuhl sitze, sehe ich es ohnehin nicht. Deshalb kann ich gut darauf verzichten.
Insgesamt lohnt sich der Aufpreis für den Recaro Nxt deshalb für mich nicht, beziehungsweise ich fahre mit dem Recaro Aer fast genauso gut für deutlich weniger Geld.
Bei den optionalen Extras würde ich mich für die 5D-Armlehne und die weichen Rollen entscheiden. Der Preis läge damit insgesamt bei in meinen Augen akzeptablen 449 Euro.
Jede Menge Tipps zum Kauf eines ergonomischen Stuhls in verschiedenen Preisbereichen findet ihr in unserer großen Kaufberatung zu dem Thema:
Fazit der Redaktion
Nils Raettig
@nraettig
Beim Thema Gaming-Stühle scheiden sich bekanntermaßen die Geister. Mir persönlich sind Bezeichnungen und Namen aber ohnehin egal – am Ende zählt nur, wie ergonomisch und flexibel ich für welches Geld auf einem Stuhl sitzen kann.
Vielfältig justierbares und auch auf Dauer angenehmes Sitzen ermöglichen in meinen Augen beide geistigen Nachfolger des Adept-Stuhls. Das Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugt mich beim Recaro Aer aber etwas mehr.
Ich vermisse zwar durchaus die individuell justierbare Lordosenstütze des Recaro Nxt beziehungsweise Adept Holo. Allerdings komme ich mit dem Meshbezug ebenfalls gut zurecht.
Letztlich gelingt es damit aus meiner Sicht beiden Recaro-Stühlen, in die sehr überzeugenden Fußstapfen des Adept-Stuhls zu treten, mit leichten Vorteilen für den Recaro Aer.
Zwei wichtige Hinweise dürfen aber abschließend nicht fehlen:
- Es ist nicht nur entscheidend, ergonomisch und flexibel zu sitzen, sondern immer wieder die Position zu verändern, möglichst auch mal im Stehen zu arbeiten und sich zwischendurch ausreichend zu bewegen, woran mich meine Frau zurecht immer wieder erinnert (sie ist Physiotherapeutin).
- Welcher Stuhl zu euch passt, ist eine sehr individuelle Frage, angefangen von der genauen Form über die von euch bevorzugten Materialien bis hin zu den Einstellungsmöglichkeiten, die euch wichtig sind.
Probiert also am besten verschiedene Varianten aus und schaut, was für euch im Alltag am besten funktioniert. Und falls ihr bereits fündig geworden und sehr zufrieden seid, schreibt gerne in die Kommentare, welcher Stuhl euch überzeugen konnte und wieso.
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