Realtest in Norwegen: Deutsches E-Auto schlägt sogar Chinas Reichweitenkönig

Der BMW iX3 50 xDrive fuhr im norwegischem Härtetest der Konkurrenz sprichwörtlich davon.

Gleich drei deutsche E-Autos landeten im Reichweitentest unter den ersten fünf Plätzen. (Bildquelle: BMW) Gleich drei deutsche E-Autos landeten im Reichweitentest unter den ersten fünf Plätzen. (Bildquelle: BMW)

Fast 800 Kilometer durch skandinavische Landschaften, ohne auch nur einen Gedanken an die nächste Ladesäule zu verschwenden. Was für viele E-Auto-Fahrer wie ein Traum klingt, machte der BMW iX3 50 xDrive beim diesjährigen norwegischen Sommer-Reichweitentest zur Realität.

Auf der Teststrecke von Oslo hoch in den Norden des Landes hängte das deutsche Auto mit beeindruckenden 781 Kilometern das gesamte Testfeld ab – darunter auch Reichweiten-Riesen wie den Lucid Gravity.

Durchgeführt vom norwegischen Motors-Magazin, glänzte das E-Auto von BMW mit einem sehr niedrigen Verbrauch und sicherte sich damit die Krone des skandinavischen Härtetests.

Video starten 1:38 Wie fit ist der Akku von einem 9 Jahre alten E-Auto?

Ein Blick auf die Zahlen: Deutsche Premium-Stromer dominieren das Feld

Das Ranking des norwegischen Automagazins zeigt auch, wie weit das Testfeld auseinanderliegt. Hinter dem Spitzenreiter BMW iX3 mit 781 Kilometern sichert sich ein neues Modell der chinesischen Firma Lucid mit 720 Kilometern den zweiten Platz.

Das Podest komplettiert ein weiterer deutscher Hersteller: Der Mercedes CLA 350 4Matic Shooting Brake kam beim Test auf 675 Kilometer, dicht gefolgt vom Mercedes-Benz GLC 400 4Matic mit 665 Kilometern und dem Polestar 3 Dual Motor mit 601 Kilometern.

Am anderen Ende der Reichweitenskala fanden sich hingegen Kleinwagen und Kompakte, wie der Kia EV2 (324,7 km) oder der Hyundai Inster (372,5 km) wieder – was die norwegischen Tester jedoch auf die deutlich kleineren Akkugrößen und die unterschiedliche Aerodynamik zurückführen.

Der Lucid Gravity landet in dem Test auf dem zweiten Platz. (Bildquelle: Lucid) Der Lucid Gravity landet in dem Test auf dem zweiten Platz. (Bildquelle: Lucid)

Der heimliche Sieger nach WLTP kommt jedoch aus China

Die absolute Distanz spiegelt nicht die ganze Wahrheit wider. Eine wichtige Frage im Härtetest ist, wie stark ein Fahrzeug die offiziellen Werksangaben übertreffen kann.

Gut zu wissen: WLTP steht für Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure. Es ist das weltweit gültige, standardisierte Prüfverfahren, mit dem gemessen wird, wie viel ein Auto verbraucht, wie viele Abgase es ausstößt und – ganz besonders wichtig bei Elektroautos – wie hoch die offizielle Reichweite ist.

Beim Test des Magazins Motor rückt bei der Analyse des Wertes ein anderes Fahrzeug in den Fokus. Während der Testsieger den Wert um 1,5 Prozent übertraf, rückte das E-Auto Xpeng X9 aus China mit 11,4 Prozent deutlich von der Konkurrenz ab. Statt der angegebenen 580 Kilometer standen bei den Testern am Ende 646 Kilometer in der Endabrechnung.

Mit weniger Strom ans Ziel

Dass in diesem Jahr solche beeindruckenden Gesamtdistanzen erreicht wurden, lag neben dem milden Sommerwetter und dem moderaten norwegischen Tempolimit von maximal 110 km/h auch an einem effizienten Energiehaushalt.

Mehr zum Thema: Nach 600 Kilometern im E-Auto: Warum meine Sorgen vor der Reichweite völlig unbegründet waren

So glänzte der BMW iX3 mit einem niedrigen Durchschnittsverbrauch von nur 14,3 kWh auf 100 Kilometern. Noch sparsamer waren die Schlusslichter im Test: Der Kia EV2 verbrauchte lediglich 12,5 kWh auf 100 Kilometern, kam aufgrund seiner kleinen Batterie aber dennoch nicht weit.

Jetzt ist eure Meinung gefragt. Fahrt ihr bereits ein E-Auto oder spielt mit dem Gedanken, eins zu kaufen? Auf welche Werte legt ihr hier besonders viel Wert? Schreibt uns dazu unten gerne einen Kommentar.

zu den Kommentaren (0)

Kommentare(1)
Kommentar-Regeln von GameStar
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.