Motion Sickness, oder zu Deutsch Reisekrankheit, ist weitverbreitet. Laut einer wissenschaftlichen Studie haben etwa zwei von drei Menschen schon einmal darunter gelitten – und ich regelmäßig.
Schon seit meiner Kindheit habe ich Probleme damit. Während sich die »coolen Kids« immer ganz hinten in den Bus gesetzt haben, habe ich mir stets die vorderen Sitze ausgesucht, weil mir dort weniger übel wurde. Das ist heute nicht anders. Egal, ob ich hinten im Auto sitze, auf einem Boot stehe oder eine VR-Brille aufhabe; ich könnte jedes Mal kotzen.
Besonders schlimm wird es, wenn ich während einer Fahrt versuche, auf einem Handheld ein Spiel zu spielen. Da dauert es keine fünf Minuten, bis mir richtig übel wird.
Die gute Nachricht: Wie man das Problem lösen kann, zeigen die Handyhersteller! Die schlechte: Ich vermisse sie schmerzlich für Steam Deck und Co.
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2026: Das Schicksalsjahr für Gaming-Handhelds
Warum wird uns beim Spielen auf Reisen übel?
Unser Körper ist eigentlich darauf getrimmt, dass Augen, Gleichgewichtsorgane im Innenohr und Muskeln dieselbe Geschichte erzählen: Wenn wir uns bewegen, sieht und spürt das Gehirn diese Bewegung auch.
Beim Spielen im Auto oder Bus passiert das Gegenteil: Eure Augen starren auf einen kleinen Bildschirm, auf dem sich die Spielwelt hektisch bewegt, während euer Innenohr wenig oder ganz andere Bewegungen wahrnimmt – die des Fahrzeugs.
Dieser Widerspruch zwischen dem, was ihr seht, und dem, was das Gleichgewichtsorgan wahrnimmt, verwirrt unser Gehirn und es kommt bei vielen Menschen zur Übelkeit.
Eine Funktion hilft bei Smartphones – und wäre auf Handhelds realisierbar
Auf Handys gibt es schon eine Funktion, die sich genau diesem Problem widmet. Auf iPhones ist sie nativ ins Betriebssystem integriert, und auf Android-Handys müsst ihr eine App herunterladen.
Ist sie aktiviert, wird auf eurem Bildschirm ein Overlay mit beweglichen Punkten (bei Bedarf auch ein virtueller Horizont) eingeblendet. Diese synchronisieren sich per Gyroskop mit den Bewegungen des Fahrzeugs. Dadurch wird die sensorische Diskrepanz vermindert und die Reiseübelkeit verursacht.
Bei mir funktioniert das überraschend zuverlässig.
So aktiviert ihr die Funktion auf eurem iPhone:
Bei Apple-Smartphones findet ihr die Funktion bei den Bedienungshilfen.
- Öffnet die Einstellungen und navigiert zu den »Bedienungshilfen«.
- Tippt auf »Bewegung«.
- Wählt »Fahrzeug-Bewegungshinweise anzeigen« aus.
- Wählt »Ein« oder »Automatisch« aus.
Mit der Automatisch-Option aktiviert euer iPhone das Feature, sobald es erkennt, dass ihr in einem Fahrzeug seid.
So aktiviert ihr die Funktion auf eurem Android-Handy:
Bei den meisten Android-Handys ist eine solche Funktion nicht im Betriebssystem integriert, aber es gibt eine beliebte kostenlose App, die ich schon seit Jahren nahezu täglich verwende: Kinestop.
Die Funktion ähnelt dem iOS-Pendant: Es werden Punkte auf dem Bildschirm und ein virtueller Horizont eingeblendet, die sich beide mit den Bewegungen des Fahrzeugs synchronisieren.
Das Beste: Die Funktion der App lässt sich über das Schnellmenü in Android aktivieren und deaktivieren. Es ist also nicht nötig, in die Einstellungen zu gehen oder die App vorher zu öffnen.
Und bei Handhelds? Jeder PC-Handheld hat ein Gyroskop verbaut und somit sollte es auch möglich sein, eine solche Funktion gegen Reiseübelkeit zu integrieren.
Es ergibt einfach so viel Sinn: Handhelds werden nicht selten mitgenommen, um eben auf Reisen, langen Autofahrten oder beim Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Zeit mit Spielen zu überbrücken. Bei der weiten Verbreitung von Reiseübelkeit wundert es mich, dass bisher kein Hersteller dieses Problem auf dem Schirm hat.
Es gibt aber eine Ausnahme: Android-Handhelds sind mit der App Kinestop kompatibel. Das ist einer der Gründe, warum der Ayn Odin 2 Mini aktuell mein Lieblingsgerät für unterwegs ist. Er ist klein, schnell – und ich kann unterwegs spielen, ohne das Gefühl zu bekommen, dass mein Magen gerade eine heimliche Achterbahn fährt.
Wie schön wäre es, wenn solche Funktionen irgendwann genauso selbstverständlich wären wie ein Performance-Mode: ein kleiner Schalter im Schnellmenü von Steam Deck, Xbox Ally, Legion Go und Co. mit der Aufschrift »Reisekrankheit reduzieren« und fertig.
Bis dahin hüte ich meinen Odin 2 Mini wie einen Schatz und hoffe, dass die Hersteller verstehen: Für viele von uns entscheidet nicht die FPS-Zahl, sondern der Magen darüber, ob wir unterwegs überhaupt spielen können.
Habt ihr das Problem auch? Was hilft bei euch dagegen? Schreibt es uns gern in die Kommentare!

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