Was ist das wichtigste Tech-Produkt in eurem Besitz? Ihr dürft nur eines nennen! Habt ihr euch entschieden? Bei mir ist es ohne Zweifel die Kamera, nicht das reMarkable 2. Aber das E-Ink-Tablet schafft es mit Leichtigkeit auf das Siegertreppchen direkt hinter meine Fujifilm.
Das neue reMarkable Paper Pro – der Nachfolger meines wertvollen Gadgets – macht im Test so viel richtig, dass ich es nicht mehr aus der Hand geben möchte. Obwohl ich eine Eigenschaft des Vorgängers vermisse.
Was genau das reMarkable für eine Art Tablet ist, lest ihr hier nach: Ein spezielles Tablet ist für mich das beste Gadget überhaupt und ich wünschte, ich könnte es jedem empfehlen
Transparenzhinweis: reMarkable hat mir das Paper Pro für den Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keinen Einfluss auf den Artikelinhalt und bekam keine Einsicht vor Erscheinen des Tests. Es bestand keine Verpflichtung zu einem Testbericht.
reMarkable Paper Pro: Die offensichtlichen Verbesserungen
Nach zwei Jahren mit dem reMarkable 2 vermisse ich immer noch eine Hintergrundbeleuchtung. Umso erfreulicher ist es, dass der Nachfolger mit einer dezenten, aber absolut ausreichenden Displaybeleuchtung aufwartet.
Damit steht dem Arbeiten auch in dunkler Umgebung nichts mehr im Wege. Ein klarer Pluspunkt. Allerdings sollte man die Erwartungen nicht zu hoch schrauben. Die Beleuchtung ist ausreichend. Das war's.
Auch das Display ist von 10,3 auf satte 11,8 Zoll gewachsen. Das hat viele Vorteile, aber einen für mich entscheidenden Nachteil, auf den ich später noch näher eingehen werde.
Bleiben wir zunächst bei den Vorteilen:
- Mehr Anzeigefläche bedeutet natürlich auch mehr Arbeitsfläche. Ihr habt mehr Platz für Skizzen, Notizen und mehr.
- Schnallt ihr die Tastatur an, ist mehr von dem ganzen Text zu sehen, was beim Tippen wirklich hilft – mir zumindest.
- Ich scrolle viel weniger. Für mich der praktischste Vorteil der Bildschirmvergrößerung.
Und dann ist da noch die größte Neuerung. Das reMarkable kann jetzt Farbe!
Das neue Farbdisplay
Während die Vorgänger des neuen E-Ink-Tablets nur die zwei Farben Schwarz und Weiß beherrscht, kommt das Paper Pro dank der Gallery-Display-Technologie mit einer Farbpalette.
Im Gegensatz zur Kaleido-Display-Technologie, die ebenfalls auf E-Ink basiert, sind die Schaltzeiten deutlich länger. Dafür erreicht Gallery potenziell sattere Farben.
Wie funktioniert das in der Praxis? Gut, Punkt. Generell bin ich sehr dankbar, dass ich beim Schreiben oder Notieren auf verschiedene Farben zurückgreifen kann. Das wertet die Kritzeleien potenziell auf, gibt mehr Übersicht und … es macht einfach Spaß.
Am Anfang ist der neue Bildschirm beziehungsweise das Zeichnen mit Farben gewöhnungsbedürftig.
- Ihr wählt eine Farbe aus und zeichnet, logisch.
- Wenn ihr fertig seid, aktualisiert sich der Bildschirm und das Gezeichnete wird in die zuvor gewählte Farbe umgewandelt.
- Zu Beginn hat mich das irritiert. Aber auf Dauer fällt es kaum noch auf, zumindest mir nicht.
Abgesehen davon hat das neue Farbdisplay noch weitere Vorteile: PDFs oder digitale Bücher mit farbigem Inhalt sehen auf dem Paper Pro richtig schick aus und haben ihren eigenen Charme.
Das Schreibgefühl ist anders
Mit dem neuen Display kommt auch ein anderes Schreibgefühl. Das Kritzeln auf dem reMarkable 2 fühlt sich »rau« an, wie mit einem frisch gespitzten Bleistift auf Papier. Beim Paper Pro ist dieses Gefühl für mich weicher.
Es ist nicht unbedingt schlechter, aber anders. Nach wie vor macht es großen Spaß, seine Gedanken auf die kleine Leinwand zu bringen.
Mit der neuen Generation kommen auch neue Stifte, über die es nichts Neues zu berichten gibt. Immerhin liegt jetzt ein obligatorischer Stift im Lieferumfang bei. Wer allerdings bequem mit der Rückseite einen »Radiergummi« benutzen möchte, muss zum 50 Euro teuren Maker Plus greifen.
Lange Akkulaufzeit, lange Ladezeit
Die Akkulaufzeit des Paper Pro ist immer noch ein Segen, trotz Hintergrundbeleuchtung, trotz des größeren Displays und trotz der Farben. Im Großen und Ganzen stimme ich dem Hersteller zu: Bei moderater Nutzung sind etwa zwei Wochen drin.
Allerdings zeigt das Tablet auch beim Aufladen eine beachtliche Leistung, im negativen Sinne. Über mehr als zwei Stunden hing die Flunder mit einem 65-Watt-Netzteil an der Steckdose, bis die Anzeige 100 Prozent anzeigte.
Das Paper Pro zeigt eine willkommene Performance mit kleinen Macken
Manchmal habe ich geflucht, manchmal habe ich die langsame Reaktionszeit des reMarkable 2 als Tugend empfunden. Schließlich steht hier entschleunigtes Arbeiten im Vordergrund und nicht ein schneller und effizienter Workflow.
Das Paper Pro navigiert dank neuem Prozessor flüssiger durch das Menü und wirkt insgesamt weniger träge – für ein E-Ink-Tablet.
Stellenweise weist das System (noch) kleinere Fehler auf. Will ich das E-Ink-Tablet aus seinem Dornröschenschlaf wecken, klappt das nicht immer auf Anhieb. Auch hat die Flunder gelegentlich Probleme zu erkennen, dass sie an die Tastatur angesteckt wurde.
Mittlerweile gibt es aber schon Updates und ich bin mir sicher, dass die Probleme zeitnah der Vergangenheit angehören werden.
reMarkable Paper Pro: Der Nachteil
Die größte Stärke des reMarkable 2 ist für mich seine außergewöhnliche Kompaktheit. Das Tablet ist kaum dicker als ein USB-C-Anschluss und dabei erstaunlich leicht und klein. Es schreit förmlich danach, seinen festen Platz auf dem Schreibtisch und im Rucksack einzunehmen.
Beim Paper Pro ist dieses Gefühl schneller verflogen, als die Tinte von Schwarz auf Blau wechselt. Mit 525 Gramm ist das Tablett schwerer als sein Vorgänger (404 Gramm). Die zusätzlichen Pfunde auf der Waage und die neue Größe machen sich im Alltag bemerkbar.
Das Paper Pro liegt nicht mehr so gut und leicht in der Hand wie sein kleiner Bruder. Insgesamt verliert es durch die neue Größe und das Gewicht in meinen Augen das Attribut »kompakt«.
Man kann eben nicht alles haben. Trotz des schmerzlichen Nachteils gegenüber dem reMarkable 2 überwiegen die Vorteile der neuesten Generation. Das liegt nicht zuletzt an der Tastatur.
Die Tastatur des Paper Pro macht vieles wieder gut
Mit der neuesten Generation seines E-Ink-Tablets bringt der Hersteller auch eine passende Tastatur mit, die einiges richtig macht.
- Das Tippgefühl ist eines der besten überhaupt und hält locker mit meinem MacBook Pro mit.
- Die Tastatur hat eine Hintergrundbeleuchtung, allerdings nicht für Sonderzeichen.
- Ihr wählt zwischen Windows- und Mac-Shortcuts.
- Die Verarbeitung ist sehr hochwertig. Die raue Rückseite erinnert mich an ein hochwertiges Buch, das ich aus dem Regal nehme.
Wie beim Vorgänger kann man das Tablet mit der Tastatur in zwei verschiedenen Positionen aufstellen.
Ich schreibe gerade den gesamten Artikel mit der Tastatur auf dem reMarkable Paper Pro und das funktioniert tadellos. Sobald der Artikel fertig ist, wechsle ich zur App auf meinem Computer und kopiere den Text mit wenigen Klicks.
Natürlich ersetzt der Paper Pro nicht den Arbeits-PC, aber wenn man konzentriert, ohne Ablenkung und mit Spaß an Texten arbeiten möchte, bietet das neue reMarkable ein hervorragendes Paket. Der Hersteller lässt sich dies aber auch ordentlich kosten.
Abonnement: Der Hersteller bietet ein monatliches Abonnement in Höhe von 2,99 Euro pro Monat an. Beim Kauf des Tablets das Abo für ein ganzes Jahr gratis dazu. Was genau beinhaltet das Abo-Modell »Connect«?
- Austausch des Gerätes bei Defekt innerhalb von drei Jahren
- Unbegrenzter Cloud-Speicher
- Synchronisation der App mit dem reMarkable 2
Das reMarkable Paper Pro ist Luxus
Ich arbeite zur Zeit sehr viel mit dem Paper Pro, fast jeden Tag - kritzle, schreibe, dokumentiere und plane meine Projekte. Immer wieder schleicht sich ein kurzes, aber wohliges Luxusgefühl ein, und das liegt nicht nur an der hervorragenden Verarbeitung.
Denn je nach optionalem Zubehör müsst ihr für das Teil eine ordentliche Stange Geld hinblättern.
- reMarkable Paper Pro (mit Standard Marker): 650 Euro
- Marker Plus: 50 Euro
- Tastatur: 250 Euro
So wie das Tablet vor mir steht, werden also stolze 950 Euro fällig. Gut, aktuell gewährt der Hersteller einen Rabatt von immerhin 50 Euro. Also sind es »nur« noch rund 900 Euro. Immerhin wächst der interne Speicher dafür auf satte 64 GByte an. Mehr als ausreichend viel Platz für eure Dokumente.
Für mich ist das reMarkable Paper Pro eines dieser Produkte, die man sich am Ende des Jahres nach viel Arbeit, Mühe und Erfolg als Belohnung selbst zu Weihnachten gönnt.
Spezifikationen
Größe: 11,8 Zoll
Gewicht: 525 Gramm
Dicke: 5,1 Millimeter
Display: Gallery-Display (20.000 Farben)
Auflösung: 2160 x 1620 (229 PPI)
Hintergrundbeleuchtung: Ja
Textur: Strukturiertes Glas
Akkulaufzeit: rund zwei Wochen
Aufladen: über zwei Stunden bis 100 Prozent
Schreiblatenz: 12 Millisekunden
Konnektivität: USB 2.0 (Typ C), WLAN 2,4 GHz und 5 GHz
Interner Speicher: 64 GByte
So habe ich getestet
Das reMarkable Paper Pro ist seit vier Wochen in meinem Besitz. Ich habe es hauptsächlich für meine Arbeit verwendet: Notizen, Projektplanung, Video-Timeline und mehr. Bis jetzt habe ich das Gerät nahezu jeden Arbeitstag benutzt.
Preise und Verfügbarkeit
Das reMarkable Paper Pro ist auf der offiziellen Webseite des Herstellers bereits ab 650 Euro erhältlich.
Solltet ihr euch das reMarkable Paper Pro kaufen?
Das reMarkable Paper Pro lohnt sich für euch, wenn ihr …
… es täglich und ausnahmslos zum Arbeiten verwendet.
… eine Hintergrundbeleuchtung heiß ersehnt habt.
… ein Farbdisplay für elementar wichtig haltet.
… den hohen Preis nicht scheut.
… neben dem Arbeiten auch eBooks darauf lesen möchtet.
Alternativen zum reMarkable Paper Pro
Das reMarkable 2 ist nach wie vor ein sehr solides E-Ink-Tablet, das dem Schreibgefühl auf Papier sehr nahe kommt und es teilweise sogar übertrifft. Es ist der ideale Einstieg in die Welt der E-Ink-Tablets. Allerdings fehlt hier eine Hintergrundbeleuchtung und ein Farbdisplay.
Auf Seiten der Konkurrenz gibt es das Amazon Scribe, das im Test beim Schreibgefühl überzeugen konnte. Positiv sind auch die lange Akkulaufzeit und die hochwertige Verarbeitung des Gerätes. Amazon hat gerade den Nachfolger angekündigt, ebenfalls mit Farbdisplay.
Neben den beiden großen Herstellern tummeln sich viele weitere Geräte auf dem Markt. Eine große und detaillierte Übersicht bietet die Webseite ewritable.com. Vielen Dank an den Plus-Nutzer wanty, der uns auf diese Seite aufmerksam gemacht hat.
Sollte der Blick dennoch immer wieder auf das reMarkable Paper Pro fallen, sprechen zumindest die hochwertige Verarbeitung, das Schreibgefühl sowie die willkommenen Extras wie Hintergrundbeleuchtung und Farbdisplay für das Tablet. Ob das Gerät seinen Preis wirklich wert ist, muss jeder für sich und seinen Geldbeutel entscheiden.

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