Eigentlich ist das Setup bei den meisten von euch (und bei mir auch) klar verteilt: Wenn ich in der Küche ein Rezept brauche oder im Bett noch eine Serie schaue, greife ich zum Tablet.
Mein 11-Zoll-iPad reicht für mich persönlich für die meisten Aktivitäten aus, doch wer etwa draußen im Garten beim Grillen die Mediatheken oder Streaming-Apps nutzen will, sehnt sich nach größeren Geschützen (bis hin zum richtigen Fernseher, den wir alle schon mal in den Garten geschleppt haben).
Genau hier kommt eine Alternative ins Spiel, die ich so bisher auch noch nicht auf dem Schirm hatte: Ein gigantisches 24,5-Zoll-Tablet, das eigentlich ein mobiler Fernseher ist. Ich hatte die Gelegenheit, den KTC A25Q5 ausgiebig auszuprobieren.
Doch ist das nur ein überdimensioniertes Spielzeug oder eine geniale Lösung für alle, die ihren Content überallhin mitnehmen wollen – vom Schlafzimmer bis in den Campingwagen?
In den letzten Wochen habe ich das Gerät durch die Wohnung gewuchtet, im Schlafzimmer als Zweit-TV genutzt und sogar im Kofferraum mit auf Tour genommen. Ob das riesige Display im Freien wirklich überzeugt, wie flüssig Android 14 auf so einer Fläche läuft und ob der Akku einen langen Filmabend durchhält, erfahrt ihr jetzt in meinem kompakten Praxis-Check.
Was ist der KTC A25Q5 eigentlich für ein Gerät?
Man kann den KTC A25Q5 am besten als riesiges Android-Tablet beschreiben, das einen stabilen, ausziehbaren Klappständer besitzt. Mit 24,5 Zoll (ca. 62 cm) Diagonale und Full-HD-Auflösung ist es deutlich größer als jedes normale Tablet, kann dank des Tragegriffs an der Oberseite aber schnell transportiert werden – das Gewicht hält sich mit 5,5 Kilo im Rahmen.
Links: Die Rückseite mit dem drehbaren Ständer und Tragegriff sowie Bedienknöpfen für Power, Lautstärke und Stummodus; rechts: Der Ständer lässt sich ausfahren, um den TV vertikal aufzustellen.
Dank der EDLA-Zertifizierung ist der Google Play Store direkt an Bord. Das bedeutet: Netflix, YouTube oder Disney+ laufen nativ und ohne nervige Umwege über den Browser. Und natürlich stehen euch alle Spiele und weitere Apps des Play Stores zur Verfügung.
Ihr könnt damit also fast alles machen wie mit einem normalen Tablet: Surfen, Arbeiten, Videocalls, Spielen, Streamen oder Fotos als Diashow laufen lassen.
Der Clou: Der tragbare Fernseher läuft auch ohne Strom. Im Gehäuse steckt ein 5.000-mAh-Akku, der bei mir im Schnitt zwischen 4 und 6 Stunden durchgehalten hat – je nachdem, wie hell ich den Bildschirm eingestellt habe.
Das reicht locker für zwei Filme oder eine Mini-Serie. Der Standfuß ist zudem flexibel: Ihr könnt das Display in der Höhe verstellen und um 90 Grad drehen. Das ist zum Beispiel nützlich, wenn ihr den Fernseher als Zweitmonitor für euren Laptop oder Computer benutzt.
Ich sehe den Einsatzzweck vor allem dort, wo man keinen festen Anschluss hat. Beim Camping im Van, als mobiler Bildschirm für Videocalls (eine 8-MP-Kamera ist verbaut) oder eben als flexibler Fernseher für Räume, in denen kein Kabel liegt. In der Küche war er mir persönlich zwar fast schon zu präsent, aber für aufwendige Koch-Tutorials auf YouTube ist die Größe natürlich ein Brett.
Das hat mir im Alltags-Check gefallen
Überrascht hat mich vor allem, wie flüssig das Ganze flutscht. KTC hat dem Gerät 8 GB RAM und 128 GB internen Speicher spendiert, was für Android-Verhältnisse ordentlich ist. Apps öffnen schnell und der Touchscreen reagiert auch beim schnellen Tippen zuverlässig. Es fühlt sich daher weniger wie ein billiger Smart-TV, sondern wie ein herkömmliches Tablet an, nur größer.
Ein cleveres Detail ist die Fernbedienung. Die bietet neben den nötigsten Tasten zum Navigieren auch einen Mausmodus. Der funktioniert wie ein Pointer: Ihr zeigt auf den Bildschirm und navigiert den Cursor – extrem bequem, wenn man gerade auf dem Sofa oder im Bett lümmelt.
Auch mechanisch wirkt das Teil durchdacht. Der Tragegriff ist stabil und hält magnetisch an der Rückseite, wenn er nicht gebraucht wird. Die Kamera lässt sich mit einem Schieber abschirmen. Und die beiden Anschlüsse für Netzteil und USB-C sind hinter einer Gummikappe versteckt.
Unerwartet gut fand ich die Soundqualität. Die vier integrierten Lautsprecher haben deutlich mehr Volumen als das, was man sonst von flachen Monitoren kennt. Für Filme draußen auf der Terrasse oder Musik beim Schrauben in der Garage reicht das absolut aus, ohne dass man direkt eine Bluetooth-Box daneben stellen muss. Auf voller Lautstärke geht allerdings auch der Akku schneller zur Neige, klar.
Und was ist mit dem Bildschirm? Das macht ebenfalls einiges her. Zumindest konnte ich, was Farben und Kontraste angeht, keine großen Kritikpunkte ausmachen. Egal, ob ich abends ein Lagerfeuer auf die Mattscheibe warf, oder eine Tierdoku auf YouTube schaute – bei normalem Abstand ist alles schön scharf und frei von Artefakten oder Lichthöfen. An die Qualität eines OLED-TVs reicht das Panel natürlich nicht heran.
Was mir eher nicht gefallen hat
Was mich dagegen am Panel stört, sind die starken Spiegelungen. In Innenräumen ist das meist kein Problem, aber draußen wird es bereits an einem bewölkten Tag schwierig, noch etwas zu erkennen – bei direkter Sonne sieht man kaum noch etwas.
Das ist schade, da der mobile TV gerade dazu einlädt, ihn mit nach draußen zu nehmen. Ein mattes Display oder eine hellere Maximalhelligkeit wären wünschenswert gewesen. So ist der Einsatz im Freien eher abends zu empfehlen.
Eine Sache, die ich vor allem als Videospiel-Fan vermisse, ist ein HDMI-Eingang. Ihr könnt also keine PS5, Nintendo Switch und auch keinen PC direkt anschließen. Zocken geht nur via Streaming, etwa mit PS Remote Play oder Steam Link, oder eben nativ über eine App aus dem Play Store. Einen Controller könnt ihr per USB-C oder via Bluetooth einfach verbinden.
Unter der Haube arbeitet zudem ein Prozessor der Snapdragon-662-Klasse. Für Streaming und Office ist das völlig ausreichend, für High-End-Gaming aus dem Play Store fehlt dem Chip aber die Puste.
Auch bei der Software muss man realistisch sein. Wir haben mittlerweile 2026 und Android 14 ist schlichtweg nicht mehr das aktuellste System. Während moderne Smartphones bereits mit neueren Versionen laufen, hängt man hier auf einem Stand fest, der zwar stabil ist, aber eben nicht mehr die neuesten Features oder Sicherheitsstandards der aktuellen Android-Generationen bietet.
Und noch ein kleiner Hinweis, weil es eine häufige Frage ist: Eine VESA-Halterung gibt es nicht. Das Gerät ist fest mit seinem Standfuß und Griff verheiratet – eine Montage an einem Monitorarm ist nicht vorgesehen.
Transparenzhinweis & Rabattcode: Geekmaxi hat mir das KTC MegaPad kostenfrei zur Verfügung gestellt. Der Hersteller hatte keine Einsicht in den Inhalt des Artikels und es bestand keine Verpflichtung für einen Test. Bei Geekmaxi ist der tragbare TV deutlich günstiger als bei Amazon. Mit dem Code KJBRJILU könnt ihr weitere 10 Euro sparen.
Zwei Alternativen zum KTC MegaPad
Wenn ihr über so ein Konzept nachdenkt, gibt es einige Alternativen, je nachdem, was euch wichtiger ist:
- Berger 12V Fernseher Classiq 24": Das ist ein klassischer Camping-TV. Er hat zwar keinen integrierten Akku für den Betrieb auf der Wiese, läuft aber über 12V im Auto oder Wohnmobil. Er bietet einen Triple-Tuner für echtes Fernsehen via Satellit oder Kabel, was dem KTC komplett fehlt. Dafür ist er kein
Riesentablet
und hat keine Touch-Bedienung. - LG StanbyME (oder StanbyME Go): Das ist quasi das Original. Der klassische StanbyME steht auf einem Rollfuß, während die
Go
-Variante in einem robusten Koffer verbaut ist. Beide bieten webOS und eine erstklassige Verarbeitung, kosten aber gut das Doppelte und sind beim App-Angebot geschlossener als das reine Android von KTC.
Fazit zum mobilen TV KTC A25Q5
Der KTC A25Q5 ist durchaus eine attraktive Lösung für alle, die einen mobilen Fernseher suchen, sei es für den Garten, Outdoor-Aktivitäten oder auch daheim als Zweitgerät. Er ist vor allem dann sinnvoll, wenn euch ein gängiges Tablet zu klein ist.
Wenn ihr allerdings einen Monitor für eure Konsole sucht, ist das Gerät eher nichts für euch. Für das Szenario Netflix gucken beim Grillen
oder Filmabend beim Campen
ist es aber eine komfortable Lösung. Bedenkt aber, dass ihr mit diesem Gerät keine TV-Sender empfangen könnt, sondern aufs Streamen beziehungsweise Apps angewiesen seid.



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