Ein winziger Roboter soll die Lösung für eine Tragödie mit drastischen Folgen sein: Das für 2025 erwartete Bienensterben der USA

Das globale Bienensterben schreitet voran: Nun ist die Harvard Universität mit der Entwicklung ihrer Roboter-Biene entscheidend vorangekommen.

Eine winzige Drohne soll die wichtige Arbeit von Bienen übernehmen. (Bildquelle: Harvard) Eine winzige Drohne soll die wichtige Arbeit von Bienen übernehmen. (Bildquelle: Harvard)

Die RoboBee kann jetzt crashfrei landen. Warum das wichtig ist? Weil die ultraleichte Drohne eines Tages Blüten bestäuben und Katastrophengebiete erkunden soll. Vor diesen Aufgaben hat sie nun aber zuerst sicheres Landen gelernt.

Die entscheidende Inspiration dafür kam ausgerechnet aus der Natur.

Eine Roboterbiene mit Fliegenbeinen

Das Mikrobiotik-Labor der Harvard Universität arbeitet seit Jahren an der RoboBee. Die winzige Drohne kann fliegen wie eine Biene. Doch während eine echte Biene zielgenau von Blüte zu Blüte schwebt, gelangen der RoboBee bis jetzt nur Bruchlandungen.

Der Landeprozess sah laut einem Statement von Christian Chan, einem Mitentwickler der RoboBee, bisher recht unbeholfen aus:

Wenn wir landen wollten, haben wir das Fluggerät kurz über dem Boden einfach abgeschaltet und es fallen lassen – in der Hoffnung, dass es aufrecht und unbeschadet aufkommt.

Das geringe Gewicht und die kurzen Flügel sorgten allerdings beim Aufprall gerne für Kollisionsschäden. Nun hat die RoboBee Beine bekommen, die eine sanftere Landung ermöglichen.

Die verschiedenen Entwicklungsstufen der RoboBee und ein US-amerikanischer Penny zur Größenreferenz. (Quelle: Harvard) Die verschiedenen Entwicklungsstufen der RoboBee und ein US-amerikanischer Penny zur Größenreferenz. (Quelle: Harvard)

Die Inspiration für die neuen Körperteile brachte – wie das Paper verrät – keine Biene, aber ein anderer alter Bekannter aus der Natur.

Die Tipuloidea ist eine Überfamilie der Schnaken. Das sind die Insekten, die aussehen wie fliegende Weberknechte. Mit deren grazilen Gelenkbeinen ausgestattet, ist der RoboBee inzwischen eine sanfte Landung möglich.

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Darum sind Bienen so wichtig für uns

So niedlich die winzige RoboBee auf den ersten Blick erscheinen mag, ihre Entwicklung hat einen ernsten Hintergrund: Seit Jahren wird weltweit ein massives Bienensterben dokumentiert. Besonders in den USA schlagen Fachleute Alarm: Für das Jahr 2025 prognostizieren Forscher der Washington State University Verluste von bis zu 70 Prozent der kommerziellen Honigbienenvölker – ein trauriger Rekordwert.

Die Ursachen für das Bienensterben sind komplex. Laut NABU geht man derzeit von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus, darunter:

  • Krankheitserreger
  • Pestizide und Monokulturen
  • Wegbrechen von Lebensräumen
  • Luftverschmutzung
  • Klimawandel

Video starten 10:43 Die DJI Air 3S zeigt, warum eine Drohne zu meinen Pflichtkäufen von 2025 gehören wird

Die Folgen könnten gravierend sein: Laut dem US-amerikanischen Landwirtschaftsministerium – so berichtet ABC News – sind rund 35 Prozent der globalen Nahrungsmittelproduktion auf tierische Bestäuber wie Bienen angewiesen, darunter Obst, Gemüse, Nüsse, Kaffee oder Kakao.

Hier setzt die Forschung an der RoboBee an: Sie soll künftig als künstliche Bestäuberin einspringen. Vorsichtige Hoffnung macht aber nicht nur die Technik: Auch eine Studie der Universitäten Halle und Göttingen aus dem letzten Jahr zeigt, dass ökologischer Landbau sich positiv auf die Gesundheit der umliegenden Bienenvölker auswirkt.

Wir sollten uns also auch in unserem eigenen Interesse bemühen, möglichst viele echte Bienen zu erhalten. Denn auch wenn die RoboBee nun crashfrei landen kann, noch kommt sie nicht ohne Steuerungskabel aus. Denn ein Akku wäre für das zarte Gerät mit einem Gewicht von 0,1 Gramm zu schwer.

Das ist der nächste Schritt, der der RoboBee bevorsteht. Eine Entwicklung, die die herkömmliche Honigbiene von sich aus mitbringt – bei einem Gewicht von 0,1 Gramm und ganz ohne Akku.

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