RTX 3000 und RX 6000 in China so günstig wie nie: Kann das auch hier passieren?

Der Markt für gebrauchte Grafikkarten in China wird gerade von RTX 3080 und Co. geflutet. Einzelne Modelle werden sogar unterhalb der UVP angeboten.

von Alexander Köpf,
09.07.2021 11:50 Uhr

In China werden gebrauchte Grafikkarten gerade zu den niedrigsten Preisen seit Monaten, nämlich etwa zur unverbindlichen Preisempfehlung, verkauft, wie The Block berichtet.

Leider ist das nicht ironisch gemeint, sondern in Anbetracht der zuletzt exorbitant hohen Anschaffungskosten für RTX 3080 und Co. beinahe schon ein Grund zur Freude. Allerdings nur beinahe, denn die Karten sind hierzulande nicht zu erwerben.

RTX 3060 für 229 Euro

In China selbst jedoch kann sich manch ein Käufer sogar freuen, eine RTX 3060 zu einem Preis unterhalb der UVP zu erwerben. So wird beispielsweise eine RTX 3060 des Herstellers Colorful für 1.760 Chinesische Renminbi Yuan (CNY) angeboten. Das entspricht umgerechnet rund 229 Euro.

Die UVP für die RTX 3060 in der Founders Edition beträgt in Deutschland 329 Euro, erhältlich ist sie zu dem Preis aber so gut wie kaum. Das günstigste Angebot liegt laut Geizhals.de derzeit bei rund 580 Euro, via Ebay wechselten die günstigsten Modelle zuletzt für rund 500 Euro ihre Besitzer.

Die Preisvorstellungen der Verkäufer in China sehen derzeit folgendermaßen aus - abgesehen von dem oben genannten besonders günstigen Angebot:

  • RTX 3060: 2.499 CNY = 325 EUR (UVP: 329 EUR)
  • RTX 3060 Ti: 2.999 CNY = 391 EUR (UVP: 399 EUR)
  • RTX 3070: 3.899 CNY = 508 EUR (UVP: 519 EUR)
  • RTX 3080: 5.499 CNY = 716 EUR (UVP: 719 EUR)
  • RX 6800: 4.599 CNY = 599 EUR (UVP: 579 EUR)
  • RX 6800 XT: 5.099 CNY = 664 EUR (UVP: 649 EUR)
  • RX 6900 XT: 7.999 CNY = 1.041 EUR (UVP: 999 EUR)

Wie schnell die einzelnen Grafikkarten sind und in welche Leistungsklasse sie fallen, erfahrt in unserer Übersicht mit mehr als 50 GPUs im direkten Vergleich:

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Warum werden die Karten so »günstig« angeboten?

Die chinesische Regierung hat dem Kryptomining vor einiger Zeit offen den Kampf angesagt (via Spiegel.de). Seither wird die Luft für die Schürfer im Reich der Mitte immer dünner. Viele sehen sich daher gezwungen, ihre Farmen aufzulösen und über den Verkauf der gebrauchten Grafikkarten noch Geld zu machen.

Ist das auch für Deutschland denkbar?

Hierzulande ist das Kryptomining weniger weit verbreitet. Grund hierfür ist, dass sich das Schürfen in Deutschland kaum lohnt: Die Anschaffungskosten für Grafikkarten ebenso wie die Strompreise sind in der Bundesrepublik schlicht zu hoch.

Dennoch können GPUs aus Miningrigs auch bei uns auf den Gebrauchtwarenmarkt gelangen. Unserer Einschätzung nach dürfte das in der breiten Massen an Angeboten jedoch kaum nennenswerte Vergünstigungen nach sich ziehen.

Anders sieht das bei den indirekten Folgen aus: Die Nachfrage nach Grafikkarten für Kryptomining sinkt seit einiger Zeit, was unter anderem an den Maßnahmen in China liegt. Der allgemeine Abwärtstrend bei den Grafikkartenpreisen ist also durchaus auch darauf zurückzuführen.

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Besteht eine Gefahr beim Kauf gebrauchter Karten von Minern?

Die meisten Karten aus der RTX-3000 oder RX-6000-Reihe sind, abhängig vom Modell und Release, nicht länger als neun Monate in Betrieb. Die meisten sogar eher erheblich kürzer.

Selbst wenn die Beschleuniger 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche unter Volllast arbeiten, wird die Lebensdauer damit nicht entscheidend beeinträchtigt - sofern die Miner ordnungsgemäß und innerhalb der vorgesehenen Spezifikationen mit den Karten umgehen. Beim Kauf einer solchen GPU schadet es jedoch nicht, über den Wechsel der Wärmeleitpaste nachzudenken.

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