Manche Grafikkarten sind nicht tot zubekommen. Die Nvidia GeForce RTX 3050 scheint eine davon zu werden, denn der Hersteller scheint die fünfte Auflage der GPU in Arbeit zu haben.
Dies geht aus den Releasenotizen der aktuellen GPU-Z-Version v2.67.0 hervor, die von hinzugefügter Unterstützung der »RTX 3050 A (AD106-A)« spricht - und eine solche GPU bis hierhin zumindest nicht existiert.
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RTX 3050: Fünf auf einen Streich
Da die Nennung der GPU in diesem Update nicht explizit erklärt, ob es sich hierbei um eine mobile Grafikkarte handelt, könnte es sich Portalen wie Tom's Hardware zufolge eben auch um eine Desktop-Version handeln.
Der spannende Punkt steht allerdings in den Klammern: AD106 ist eigentlich ein Chip der Ada-Lovelace-Reihe, wie er in der RTX 4060 Ti zu finden war – die RTX 3050 stammt hingegen aus der Ampere-Generation und gab sich bisher entweder mit dem GA106 oder GA107 zufrieden.
Entsprechend ist außerordentlich spekulativ, worum es sich bei dieser Grafikkarte tatsächlich handeln könnte. Versuchen wir uns an einer Einordnung:
- Nvidia nimmt den AD106-Chip mit 36 SMs und kürzt diesen herunter. Als wahrscheinlich stufen wir hier eine Reduktion um mindestens die Hälfte, wenn nicht sogar mehr ein - mit 16 SMs würde die RTX 3050 A auf 2.048 CUDA-Kerne kommen.
- Auch die Speicherfrage ist nicht so einfach zu beantworten. Die »reguläre« RTX 3050 kam über die Jahre ihrerseits sowohl in einer 6- als auch 8-GByte-Variante auf den Markt.
- Beide Optionen wären auch für die Neuauflage machbar: 6 GByte GDDR6-Speicher per 96-Bit-Interface oder 8 GByte GDDR6 bei einem 64-Bit-Interface (per »Clamshell«).
- Die Leistungsaufnahme dürfte sich angesichts der effizienteren 4N-Fertigung auf einem ähnlichen Niveau wie die jüngste RTX 3050 bewegen, die bei 70 Watt landete.
Mit diesen (spekulativen!) Daten sähe die zu einer ganzen Familie angewachsene RTX-3050-Serie so aus:
| RTX 3050 8 GB | RTX 3050 4 GB (Laptop) | RTX 3050 8 GB (GA107) | RTX 3050 6 GB | RTX 3050 A | |
|---|---|---|---|---|---|
| Chip | GA106 (Ampere / 8N) 2.560 CUDA-Kerne | GA107 (Ampere / 8N) 2.048 CUDA-Kerne | GA107 (Ampere / 8N) 2.560 CUDA-Kerne | GA107 (Ampere / 8N) 2.304 CUDA-Kerne | AD106 (Ada Lovelace / 4N) 2.048 CUDA-Kerne |
| Speicher | 8 GByte GDDR6 128-Bit | 4 GByte GDDR6 128-Bit | 8 GByte GDDR6 128-Bit | 6 GByte GDDR6 96-Bit | 6/8 GByte GDDR6 64/96-Bit |
| TDP | 130 Watt | 80 Watt | 115 Watt | 70 Watt | 70 Watt |
Auch die Idee hinter der Grafikkarte bleibt ein Mysterium
Dass eine solche RTX 3050 auf Basis von Ada Lovelace erscheint, gilt angesichts der GPU-Z-Notizen als gesichert - Entwickler solcher Tools bekommen durchaus Vorabinformationen über anstehende Releases, um ihre Software entsprechend vorbereiten zu können.
Bleibt nur noch die Frage: Warum das Ganze? Für die Notwendigkeit einer solchen Neuauflage gibt es verschiedene Möglichkeiten.
- So ist denkbar, dass Nvidia schlicht noch Verträge mit einer RTX 3050 bedienen muss, die Produktion von Ampere-Chips aber schon längst gestoppt ist. In der Folge muss ein Chip her, der möglichst nahe dran ist oder sich entsprechend herunterkürzen lässt – womit wir beim AD106 wären.
- Alternativ könnte es sich hierbei auch schlicht um eine Art »Resteverwertung« vorhandener AD106-Chips handeln, wie Nvidia sie gerne mal bei überschüssigen Chips durchführt.
- Möglicherweise haben eine hohe Menge an AD106-Chips bei der Fertigung mit Defekten zu kämpfen gehabt – etwa bei einem der GPCs (»Graphics Processor Cluster«), dem RAM-Controller oder Teilen des Caches. Die wegzuwerfen, wäre brachial verschwendetes Geld, sodass wir wieder zu einer kleineren GPU kommen.
Warum diese neue Grafikkarte dann allerdings ausgerechnet »RTX 3050 A« heißen muss, erschließt sich mir ebenso wenig wie der Preis, den Nvidia für diese GPU verlangen könnte. Zur Erinnerung: Die RTX 3050 mit 6 GB kam zu einer UVP von 185 Euro in den Handel.
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