RTX 3090 langsamer als RX 5600 XT? Testvideo schlägt hohe Wellen

In einige Tests mit älteren, leistungsschwächeren Prozessoren soll die Nvidia Geforce RTX 3090 schlechter abschneiden als die Radeon RX 5600 XT - wie das?

von Alexander Köpf,
15.03.2021 14:49 Uhr

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Nvidias stärkste Spielergrafikkarte Geforce RTX 3090 soll in einigen Testszenarien langsamer sein als AMDs untere Mittelklasse aus der letzten Generation Radeon RX 5600 XT. Das wollen Benchmarks der Experten des bekannten YouTube-Kanals Hardware Unboxed (oben eingebettetes Video) zeigen.

Das Video schlägt verständlicherweise hohe Wellen, sodass sich auch der renommierte deutsche Technik-Spezialist Igor Wallossek (igor'sLab) nun eingeschaltet hat. Was steckt dahinter?

Wie die RTX 3090 im Allgemeinen abschneidet, lest ihr im ausführlichen GameStar-Test mit Benchmarks:

Geforce RTX 3090 im Test   408     14

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RTX 3090 langsamer als RX 5600 XT?

Hardware Unboxed hat sich die Performance mehrerer Grafikkarten im Zusammenspiel mit verschiedenen Prozessoren aus der Einsteiger- und Mittelklasse angesehen. Demnach soll die Bildrate der RTX 3090 massiv einbrechen, sobald ein leistungsschwächerer Prozessor verwendet wird. Die Einbußen fallen den Daten zufolge überproportional größer aus als bei den getesteten Radeons von AMD.

Watch Dogs: Legion (Bildquelle: Hardware Unboxed)

Horizon Zero Dawn (Bildquelle: Hardware Unboxed)

Besonders deutlich wird das bei Watch Dogs Legion. Ab dem Ryzen 5 3600X und darunter liefert die Radeon RX 5700 XT demnach mehr Bilder pro Sekunde als die Geforce RTX 3090. Ab dem Ryzen 5 2600X liegt dann sogar die Radeon RX 5600 XT vor Nvidias inoffiziellem Flaggschiff (offiziell wird nämlich die RTX 3080 als Flaggschiff bezeichnet).

Treiber soll schuld sein

Hardware Unboxed vermutet, dass das Problem im Grafiktreiber von Nvidia zu finden ist. Es soll sich um einen sogenannten Treiber-Overhead handeln.

Was ist ein Overhead?

Vereinfacht gesagt, ist damit der »Verwaltungsapparat« gemeint, also alles, was an Performance nicht auf die Straße gebracht, sondern an anderer Stelle verbraucht wird oder liegenbleibt.

Andere Gründe

Igor zweifelt die Messergebnisse von Hardware Unboxed nicht an. Seine Schlussfolgerung auf Basis eigener Tests geht allerdings in eine »leicht andere Richtung«. Er würde einen »pauschal deklarierten Overhead eigentlich ausschließen wollen«. Vielmehr sieht er das Problem im sogenannten Asynchronous Computing, bei dem AMD Nvidia voraus sein soll.

Was ist Asynchronous Compute?

In einer Grafikkarte werden Prozesse wie beispielsweise das normale Rendering sowie Physikberechnungen nicht parallel, sondern sequenziell, also hintereinander abgearbeitet. So kann es beispielsweise vorkommen, dass die GPU mit einem Compute-Workload nicht vollständig ausgelastet ist und Leistung brachliegt.

Asynchronous Compute ermöglicht es, Graphics- und Compute-Workloads gleichzeitig auszuführen. Im Idealfall führt dies zu mehr Bildern pro Sekunde.

Testszenario entspricht kaum der Realität

Egal wie die Abweichungen letztlich zustande kommen, sie scheinen ausschließlich mit älteren Prozessoren, bei sechs Kernen und weniger aufzutreten. Das könnte ein Grund dafür sein, warum nicht schon früher jemand auf das Problem gestoßen ist. Denn wer sich eine RTX 3090 kauft, dürfte sich kaum mit einem Sechskerner zufriedengeben.

Zudem scheinen vorerst »nur« zwei Spiele betroffen zu sein. Für eine fundierte Aussage bedarf es jedoch ausgiebiger Testreihen mit deutlich mehr Titeln. Nichtsdestotrotz ist es richtig und wichtig, auf ein mögliches Problem aufmerksam zu machen.

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