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»Mich hat der Zorn schockiert« – weil sich die Cersei-Darstellerin für Game of Thrones nicht ausziehen wollte, bekam sie den Hass toxischer Fans zu spüren

In einem neuen Interview blickt Lena Headey auf die Empörung zurück, die sie traf, nachdem herauskam, dass sie sich in einer der berühmtesten Szenen von Game of Thrones von einem Body-Double vertreten ließ.

Für die »Walk of Shame«-Szene in Game of Thrones nutzte Lena Headey ein Body Double. Für die »Walk of Shame«-Szene in Game of Thrones nutzte Lena Headey ein Body Double.

Cerseis »Walk of Shame« durch King's Landing (Königsmund) gehört bis heute zu den intensivsten Szenen in Game of Thrones: nackt, gedemütigt, mit Müll, Blut und Fäkalien beworfen, begleitet vom Klingeln einer Glocke und den Rufen »Shame« bzw. »Schande«.

Was viele Fans damals aber wütend gemacht hat, war nicht die Szene selbst, sondern das, was danach bekannt wurde.

Ein Body-Double sorgte für jahrelangen Groll

Als bekannt wurde, dass Lena Headey für den nackten Spaziergang auf ein Body-Double und CGI zurückgriff, schlug ihr im Netz statt Anerkennung für eine der intensivsten Szenen der Serie vor allem Häme entgegen. Ein Teil der Fangemeinde warf ihr vor, das Publikum getäuscht zu haben.

Im Gespräch mit dem britischen Telegraph erinnert sich Headey jetzt an diese Reaktion:

»Ich war wirklich schockiert über den Zorn, über die Vorstellung, ich hätte das Publikum getäuscht.«

Zur Einordnung schiebt sie hinterher, dass zu diesem Zeitpunkt ohnehin jeder aus dem Cast öffentlich erkannt wurde und der Dreh mit rund 3.000 Statisten alles andere als intim war.

Hätte sie selbst nackt vor der Kamera gestanden, hätte sie nach eigener Aussage in einen reinen Selbstschutzmodus schalten müssen, statt sich auf die emotionale Seite der Szene zu konzentrieren.

Video starten 44:06 Wo bleiben die guten Game of Thrones Spiele?

Headey ergänzt außerdem, wie unterschiedlich sie selbst mit Nacktszenen im Laufe ihrer Karriere umgegangen ist. Frühe Rollen seien für junge Schauspielerinnen fast automatisch mit Küssen, Sex und entblößter Haut verbunden gewesen – schlicht, weil man froh war, überhaupt einen Job zu haben, und selten hinterfragte, ob man sich dabei eigentlich sicher fühlte:

Stattdessen ging ich nach Hause und weinte oder dachte: »Oh, das fühlte sich seltsam und viel zu vertraut an.« Heute blicke ich darauf zurück und denke: »Hm, das war ziemlich hart.«

Bei Game of Thrones, so Headey, sei sie selbstbewusst genug gewesen, um für sich selbst Grenzen zu ziehen. Jüngeren Kolleginnen im Cast hätte diese Erfahrung damals oft noch gefehlt.

Fan-Wut und Hollywoods dunkle Seite

Headey nutzt das Interview auch, um erneut Hollywoods Umgang mit mächtigen Männern zu kritisieren, die sich über Jahre hinweg Fehlverhalten erlauben konnten.

Sie hatte 2017 öffentlich gemacht, dass sie sich bei einer Begegnung mit Harvey Weinstein während der Promotion zu The Brothers Grimm auf dem Filmfestival in Venedig unwohl gefühlt habe. Weinstein hat entsprechende Vorwürfe stets zurückgewiesen; wegen anderer Vergewaltigungsvorwürfe sitzt er inzwischen aufgrund einer kalifornischen Verurteilung im Gefängnis, während ein New Yorker Verfahren nach einem aufgehobenen Urteil zuletzt in einem geplatzten Wiederholungsprozess endete.

Junge Schauspielerinnen seien heute, so Headeys Eindruck, deutlich selbstbewusster darin, unangenehme Situationen am Set klar zurückzuweisen, als es zu ihrer eigenen Anfangszeit üblich gewesen sei. Die MeToo-Bewegung habe erst sichtbar gemacht, wie verbreitet solche Erfahrungen in der Branche tatsächlich waren.


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