Gelingt Nvidia der erhoffte Höhenflug oder enttäuschen sie mit der RTX 5090? Die Tests sind sich weitgehend einig

Da sind sie also endlich, die Tests der neuen Geforce RTX 5090. Wir geben einen Überblick der ersten Benchmark-Ergebnisse.

Werfen wir gemeinsam einen Blick auf die Leistung der RTX 5090 laut erster Testberichte. (Bildelement: stock.adobe.com - ateliertomomi) Werfen wir gemeinsam einen Blick auf die Leistung der RTX 5090 laut erster Testberichte. (Bildelement: stock.adobe.com - ateliertomomi)

Das Embargo für Testberichte zu der neuen Geforce RTX 5090 ist gefallen. Wie gut die Grafikkarte in unseren eigenen Messungen abschneidet, erfahrt ihr im ausführlichen Artikel DLSS 4 macht Nvidias neues Flaggschiff zur stärksten Grafikkarte aller Zeiten.

In diesem Beitrag schauen wir uns ergänzend dazu an, wie die Ergebnisse anderer Testberichte im Vergleich mit dem bisherigen Flaggschiff Geforce RTX 4090 ausfallen.

So viel sei schon jetzt verraten: Die meisten Tester zeigen sich mit Blick auf ihr Benchmarks etwas enttäuscht, der erhoffte Höhenflug bleibt also aus.

Video starten 4:52 RTX 5090 Unboxing - Erster Eindruck von Nvidias neuer Flaggschiffgrafikkarte

So viel schneller ist die RTX 5090 laut Messungen

Die folgenden Werte beziehen sich auf Messungen in 4K ohne Frame Generation, komplett per KI gerenderte Bilder spielen hier also keine Rolle.

Upscaling via DLSS und FSR ist dagegen teilweise in den Benchmarks aktiv, meist auf der Stufe Qualität, was der WQHD-Auflösung entspricht. Das bedeutet, dass nicht immer nativ in 4K getestet wurde.

RTX 5090 vs. RTX 4090

RasterisierungRaytracing/Pathtracing
Computerbase+24%+22%
Golem-+57%
Hardware Unboxed+27%+17%
Igorslab+24%+21%
Linus Tech Tips+26%+29%
PC Games Hardware+28%+26%
Techpowerup+34%+31%
  • Im Schnitt bewegt sich das Performance-Plus im Bereich von etwa 25 bis 30 Prozent.
  • Ein starker Ausreißer nach oben findet sich bei Golem, allerdings basiert der Wert nur auf drei Spielen, von denen zwei mit Pathtracing besonders fordernde Einstellungen verwenden (Cyberpunk 2077 und Indiana Jones und der große Kreis).
  • In unserem eigenen Test der RTX 5090 mit neun Spielen kommen wir im Schnitt auf ein Plus von 42 Prozent bei der Rasterleistung, wenn größere Ausreißer mit berücksichtigt werden, denn auch hier gibt es eine große Bandbreite: So haben wir in Hellblade 2 nur einen Gewinn von 20 Prozent gemessen, in Ark: Survival Ascended sind es dagegen 49 Prozent.

Eine Erklärung für die teils großen Unterschiede dürfte in den Faktoren Shader-Einheiten und Speicherbandbreite zu finden sein. Während die RTX 5090 bei ersteren nur ein Plus von etwa 29 Prozent zu bieten hat, liegt es im Falle der Speicherbandbreite bei 77 Prozent.

Kann ein Spiel in den gewählten Settings und mit der genutzten Hardware von beiden Faktoren profitieren, sind größere FPS-Gewinne möglich als bei Titeln, die keine großen Vorteile aus der deutlich gestiegenen Speicherbandbreite ziehen können.

Was sagen die Tester zur Multi Frame Generation?

Das bemerkenswerteste neue Feature der RTX-5000-Generation ist die Multi Frame Generation. Währen bislang nur ein Zwischenbild komplett per KI gerendert werden konnte, sind es nun bis zu drei.

Das erhöhte die FPS in den (wenigen) Spielen mit Unterstützung für das Feature potenziell deutlich , aber funktioniert das in der Praxis auch gut?

Viele Tester sagen dazu Ja, allerdings nicht ohne Einschränkungen, wie die folgenden Zitate zeigen. Am schlechtesten kommt MFG bei den YouTuber-Kanälen Linus Tech Tips und Hardware Unboxed weg.

Zitate der Tester zu Multi Frame Generation
Computerbase

Das Bewegtbild wirkt damit deutlich flüssiger, der Unterschied ist wirklich groß und sofort zu sehen. Zugleich verschlechtert sich das Frame Pacing nicht gravierend, die Latenz steigt gegenüber Frame Generation kaum an und es gibt keine negativen Auswirkungen auf die Bildqualität [...].

DLSS 4 MFG ist aber wie die normale Frame Generation kein Allheilsbringer und ersetzt Rohleistung nicht. Es benötigt weiterhin eine Render-Framerate von 50 bis 70 FPS für ein gutes Spielgefühl und für die braucht es – mit oder ohne DLSS Super Resolution – nur eins: Rohleistung!

Hardware Unboxed

Es ist nicht mehr als eine Technologie für eine flüssigere Darstellung der Bilder, die unter den richtigen Bedingungen nützlich und effektiv sein kann. Aber sie erhöht nicht die FPS-Leistung, sondern sorgt für eine geschmeidigeres Bild. Außerdem ist es für kompetitive Shooter und schnelle Spiele komplett nutzlos, weil das Erreichen von hohen FPS-Werten hier nur hilft, wenn sich die Latenzen entsprechend verringert.

Igorslab

Die Bildqualität bleibt stabil oder übertrifft sogar die native Darstellung, da DLSS 4 nicht nur Frames generiert, sondern auch fortschrittliche Techniken wie Ray Reconstruction integriert, um Details in raytracinglastigen Szenen wiederherzustellen. Im Vergleich zu DLSS 3 sorgt MFG zudem für gleichmäßigere Frame-Pacing und eine insgesamt harmonischere Spielerfahrung [...].

Die Multi-Frame-Generation ermöglicht ein konsistentes Frame-Pacing und reduziert wahrnehmbare Latenzen, was insbesondere in schnellen und dynamischen Spielszenarien von Vorteil ist.

Linus Tech Tips

Unsere Einschätzung von MFG ist derzeit, dass es dieselben Kernprobleme hat wie [KI-generierte Bilder] bisher. Es ist ein „Win more“-Feature, das am besten funktioniert, wenn es am wenigsten Sinn macht, es einzusetzen. Damit ist es definitiv nicht die Wunderwaffe, als die Nvidias Benchmark-Grafiken es darstellen wollen.

PC Games Hardware

Nvidia hat nicht nur den seit Ende 2022 verfügbaren Frame-Generation-Modus verbessert, RTX-5000-GPUs dürfen außerdem die neuen MFG-Modi 3× und 4× verwenden. Zwar arbeitet keiner davon absolut perfekt, allerdings muss man bei neutraler, blind testender Herangehensweise eines konstatieren: Sie sind gut genug.

Gut genug für das Auge, das eine flüssigere Bildfolge wahrnimmt. Gut genug für die Hand, welche dank Reflex (2) keine übermäßige Latenz zu fühlen bekommt. Wären viermal so viele native Frames besser? Zweifellos - und dennoch stellt MFG einen klaren Mehrwert dar, welcher das Spielerlebnis verbessert.

Techpowerup

In unseren Tests funktionierte MFG sehr gut und lieferte die erwarteten FPS-Werte. Mit Frame Generation skaliert die Gaming-Latenz nicht linear mit den FPS, aber bei einem Basiswert von 40 oder 50 FPS funktioniert MFG hervorragend, um ein Spielgefühl wie bei 150 FPS zu erreichen, mit einer ähnlichen Latenz wie zu Beginn. Die Bildqualität ist gut. Wenn man weiß, worauf man achten muss, kann man zwar durchaus Artefakte sehen. Aber das ist nichts, was man im tatsächlichen Spiel bemerken würde.

Die RTX 5090 im Gesamteindruck

Während die RTX 5090 also erwartungsgemäß klar die derzeit schnellste Gaming-Grafikkarte auf dem Markt ist, hätten sich die meisten Tester ein etwas größeres Performance-Plus gewünscht.

Daran kann auch das neue Feature der Multi-Frame-Generation nichts ändern, trotz nicht selten grundsätzlich positiver Bewertung. Einerseits, weil es nur von wenigen Titeln unterstützt wird. Andererseits, weil es kein Allheilmittel ist und beispielsweise ausreichend hohe Basis-FPS voraussetzt, um wirklich gut zu funktionieren.

Eine sehr schnelle und gute Grafikkarte ist die RTX 5090 also ohne Zweifel, aber die genannten Einschränkungen sowie der sehr hohe Preis trüben das Gesamtbild bei vielen Testern durchaus nennenswert.

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