Es ist der Moment, auf den viele Arbeitnehmer Jahrzehnte hinarbeiten: der Tag des Ruhestands. Man erwartet vielleicht eine goldene Uhr, ein gemeinsames Abendessen oder zumindest warme Worte des Chefs, wie gut doch die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren war.
Doch was ein langjähriger Mitarbeiter vor Kurzem als Abschiedsgeschenk erhielt, sorgt im Netz derzeit für eine Mischung aus Fassungslosigkeit und aufrichtigem Mitleid. Auf Reddit hat ein frisch gebackener Rentner seinen Frust über sein Abschiedsgeschenk nach 21 Jahren Betriebszugehörigkeit freien Lauf gelassen.
Es war kein tolles neues Gadget und auch keine Urkunde. Es war sein eigener Arbeitslaptop. Genau der Laptop, den er bereits seit zehn Jahren nutzte und um dessen Austausch er sein Management fast ein Jahrzehnt lang vergeblich gebeten hatte. Ein Bild von dem Gerät hat er leider nicht geteilt.
Eine Chronik der Frustration
Laut dem Post kämpfte der Nutzer über Jahre hinweg mit dem Gerät. Ich habe fast zehn Jahre lang um ein Upgrade gebeten, weil das Ding kaum noch einfache Aufgaben bewältigen konnte
, schreibt er.
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Die Antwort der IT oder des Managements war stets dieselbe: Ein Austausch wird nicht genehmigt. Vielleicht waren es Budgetgründe oder schlicht Desinteresse, die Gründe bleiben unklar, während die Ladebalken immer länger wurden.
Doch am Tag des Abschieds geschieht dann das Wunder
: Plötzlich wird der Austausch (oder vielmehr der Besitzerwechsel) genehmigt. Jetzt, wo ich gehe, gehört er plötzlich mir. Die Ironie ist mir nicht entgangen
, klagt der langjährige Mitarbeiter.
Schrott oder Schatz?
Der Post löste eine ganze Reihe von Reaktionen aus. Während einige Kommentatoren dazu raten, das Gerät symbolisch im nächsten Mülleimer der Firmenzentrale zu entsorgen oder das Gerät für einen wohltätigen Zweck zu spenden, sehen andere darin eine technische Herausforderung.
Für viele Technikbegeisterte auf Reddit ist ein zehn Jahre alter Laptop kein Elektroschrott, sondern ein Hobbyprojekt. Die Community empfiehlt den Einsatz von Linux als schlankes Betriebssystem, um dem betagten Prozessor neues Leben einzuhauchen. Auch wird dem Besitzer dazu geraten, den Arbeitsspeicher und die Festplatte auszubauen, bevor das Gehäuse recycelt wird.
Und schließlich gibt es auch mahnende Stimmen, die darauf hinweisen, dass vor der Weitergabe oder Entsorgung die Festplatte fachgerecht gelöscht oder physisch zerstört wird. Insbesondere dann, wenn noch Unternehmensdaten darauf schlummern könnten.
Statt des alten Notebooks hätte der Arbeitgeber zum Beispiel auch das neue Asus Zenbook Duo spendieren können. Nach vielen Jahren treuer Dienste wäre das ein tolles Geschenk zum Abschied gewesen. Den Test dazu könnt ihr hier lesen: Das Zenbook Duo hat mich im Test überzeugt, aber der eigentliche Star sind nicht die beiden Displays
Ein Armutszeugnis für die Unternehmenskultur
Hinter dem kuriosen Einzelfall steckt jedoch ein tieferliegendes Problem. Wie viel ist einem Unternehmen ein Mitarbeiter wert, der über Jahrzehnte loyal war? Ein veraltetes, langsames Gerät, das ohnehin abgeschrieben ist und entsorgt werden müsste, als Geschenk
zu deklarieren, grenzt für viele an eine Beleidigung.
Der betroffene Rentner nimmt es mit Galgenhumor. Er besitzt bereits einen deutlich besseren privaten Computer und erwägt nun, den treuen
Begleiter der letzten zehn Jahre einfach zu recyceln. Vielleicht ist das auch die passendste Art, dieses Kapitel abzuschließen: Ein letzter und endgültiger Klick auf Herunterfahren
.
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