Ryzen-3000-Boost: Fix verbessert Leistung - aber wegen Windows Scheduler oft auf falschen Kernen

Die neuen BIOS-Updates für den Ryzen 3000 sind da und bringen die beworbenen Taktraten. Doch die sind oft auf einem unbenutzten Kern.

von Manuel Schulz,
20.09.2019 07:32 Uhr

Das Ryzen-3000-Boost-Problem ist laut einem Test von Toms Hardware noch immer nicht ganz zufriedenstellend gelöst.Das Ryzen-3000-Boost-Problem ist laut einem Test von Toms Hardware noch immer nicht ganz zufriedenstellend gelöst.

Der nicht immer erreichte Boost-Takt der Ryzen 3000-Prozessoren ist schon länger ein großes Thema in der Community. AMD hat kürzlich einen Fix veröffentlicht, der die Situation in Form von BIOS-Updates verbessern soll. Das scheint aber nur zum Teil zu gelingen.

Nach einer Untersuchung von Toms Hardware erreichen die Prozessoren jetzt zwar den offiziell beworbenen Boost-Takt bei Single-Thread-Anwendungen, das ist aber oft nicht auf dem tatsächlich belasteten Kern der Fall.

Das scheint jedoch daran zu liegen, dass AMD die Verteilung der Aufgaben dem Windows-Scheduler überlässt, der eigentlich immer den schnellsten Kern zuerst befüllen soll. Das klappt in der Praxis aber nicht immer, wie im Test herausgefunden wurde.

Boost-Takt auf inaktiven Kernen

Mit dem neuen Update erreicht der 3900X bessere Benchmark-Ergebnisse (Bildquelle: Hardware Unboxed)Mit dem neuen Update erreicht der 3900X bessere Benchmark-Ergebnisse (Bildquelle: Hardware Unboxed)

Getestet wurde der Ryzen 9 3900X. Dabei ist schon länger bekannt, dass wohl nicht alle der Kerne der Ryzen-3000-CPUs die maximale Taktfrequenz wirklich erreichen können.

Da der Aufgabenverteilungsprozess von Windows das aber nicht berücksichtigt, passiert es relativ oft, dass ein inaktiver Kern auf die 4,6 GHz geboostet wird, während ein anderer Kern die eigentliche Arbeitslast übernimmt.

Allerdings wurde dieses Verhalten beim ausführlichen Test auch in den vorherigen BIOS-Versionen beobachtet, sodass auszuschließen ist, dass AMD dieses Verhalten bewusst hinzugefügt hat. Stattdessen scheint der Windows Scheduler in diesem Punkt noch verbesserungswürdig zu sein.

Leistung steigt nur leicht an

Der Ryzen 9 3900X Boost-Takt ist mit dem neuen BIOS immer höher (Bildquelle: Techpowerup)Der Ryzen 9 3900X Boost-Takt ist mit dem neuen BIOS immer höher (Bildquelle: Techpowerup)

Insgesamt verbessert sich die Leistung nur ein wenig. Deutlicher wird der Unterschied, wenn die Precision Boost Overdrive-Funktion aktiviert ist. Dann verbessert sich die Leistung in jedem Bereich.

Auffällig beim Test war im speziellen der Cinebench-Benchmark. Dort zeigte sich die stärkste Verbesserung, da auch die genutzten Kerne geboostet wurden, während bei älteren BIOS-Versionen oftmals auch ungenutzte Kerne einen Boost erhielten.

Zumindest gehören die hohen Spannungswerte im unausgelasteten Zustand mit dem neuen Update der Vergangenheit hat. Während mit den alten Versionen schnell mal 1,5 Volt erreicht wurden, ist mit dem neuen BIOS bei 1,4 Volt Schluss.

Mit der aktuellen BIOS-Version ist zwar das Boost-Takt-Defizit behoben, doch aufgrund des Windows Schedulers kommt die Mehrleistung oft nicht zum Einsatz. Der nächste Windows 10 Build könnte da jedoch schon Abhilfe schaffen, denn der neue Scheduler soll Kerne bevorzugen können.


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