AMD Ryzen 5000: Welcher Arbeitsspeicher die bestmögliche Performance garantiert

Angebliches Präsentationsmaterial von AMD verrät die optimale Arbeitsspeicher-Geschwindigkeit für bestmögliche Performance bei Ryzen 5000.

von Alexander Köpf,
16.10.2020 09:36 Uhr

Niedrigere Signallaufzeiten oder etwas höherer Datendurchsatz, das ist hier die Frage. Niedrigere Signallaufzeiten oder etwas höherer Datendurchsatz, das ist hier die Frage.

Wo liegt der Sweet Spot im Bereich Speichergeschwindigkeiten für Arbeitsspeichermodule bei AMDs neuen Ryzen-Prozessoren der 5000er-Generation? Eine Antwort darauf gibt eine Präsentationsfolie, die scheinbar von AMD selbst stammt und den Experten des türkischen Technikmagazins Technopat (via Wccftech) zugespielt worden sein soll.

Letztes Update: 16. Oktober, 11:06 Uhr
Neu hinzugefügt: Klarstellung zum Einsatzzweck.

DDR4-4000 der Sweet Spot

DDR4-4000 sollte es dem geleakten Präsentationsmaterial zufolge also sein (siehe Bild unten), wenn ihr euch einen Ryzen-5000-Prozessor zulegen, dabei die bestmögliche Performance erzielen wollt und Overclocking im Sinn habt. Aber was bedeutet bestmögliche Performance in dem Zusammenhang überhaupt?

Die Folie scheint aus Präsentationsmaterial von AMD zu stammen. (Bildquelle: Technopat) Die Folie scheint aus Präsentationsmaterial von AMD zu stammen. (Bildquelle: Technopat)

Die Folie erklärt zwar, worauf es bei den Speicherfrequenzen hinausläuft - dazu mehr im folgenden Abschnitt -, verrät aber nicht, was das bringen soll. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Sind die Taktraten zwischen Speicher (MCLK), Speichercontroller (UCLK) und Infinity Fabric (FCLK) synchronisiert, können Daten im Gleichschritt abgearbeitet werden.

Andernfalls müssen die Daten bis zu einem passenden Taktschritt vorgehalten werden. Die Folge sind Wartezeiten respektive Latenzen, welche das System ausbremsen.

Speicher, Speichercontroller und Infinity Fabric erklärt:

  • Speicher (MCLK): Die Geschwindigkeit des Arbeitsspeichers.
  • Speichercontroller (UCLK): Legt fest, wie schnell der Speichercontroller Befehle aus dem Arbeitsspeicher aufnehmen und ausgeben kann.
  • Infinity Fabric (FCLK): Legt fest, wie schnell CPU-Kerne über die Dies und mit dem SoC-Controller (z.B. PCIe, SATA, USB) kommunizieren können.

Ein Beispiel aus der angeblichen Folie von AMD verdeutlicht das: DDR4-3600 (effektiv zweimal 1.800 MHz, wegen doppelter Datenrate) taktet mit 1.800 MHz (MCLK), Infinity Fabric (FCLK) und Speichercontroller (UCLK) takten ebenfalls mit 1.800 MHz. Das Verhältnis zwischen MCLK:FCLK:UCLK entspricht demnach 1:1:1.

Bei Ryzen 3000 lag der Sweet Spot für den Arbeitsspeicher laut der Folie noch bei effektiv 3.800 MHz, also DDR4-3800, bei Ryzen 5000 soll es nun DDR4-4000 sein.

Update 16. Oktober 11:06 Uhr: Bei dem Sweet Spot handelt es sich nicht um ein Ergebnis, das von jedem System erreicht werden kann. Nur wenn die CPU, respektive der Speicher synchron zur Infinity Fabric takten, kann die maximale Performance erzielt werden. Der Nachsatz »Good Luck« (auf der Folie) soll verdeutlichen, dass sich dies explizit an Overclocker richtet, die ihr System so weit übertakten, dass sie den 1:1:1-Teiler (wie oben beschrieben) erreichen.

Wie viel Arbeitsspeicher heutzutage in Spielen von Nöten ist, erfahrt ihr im folgenden Artikel:

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Dennoch ist es nicht so, dass noch höher getakteter Arbeitsspeicher keine Vorteile mehr brächte. Die Latenz nimmt dann zwar zu und beeinflusst die Performance, die Datendurchsatzrate in Form von Speicher-, Lese-, und Kopiervorgängen nimmt dann in der Regel jedoch ebenfalls zu - wenn auch meist nur geringfügig.

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