Neue, günstigere Gaming-Prozessoren für Spieler: Für wen lohnt sich Ryzen 7000 ohne „X“?

AMD hat neue Ryzen-7000-CPUs auf den Markt gebracht. Wir fassen für euch zusammen, wie gut sie in Tests abschneiden und für wen sich der Kauf lohnen kann.

Auf Ryzen 7000 mit X folgt Ryzen 7000 ohne X. AMD ergänzt die bereits Ende 2022 erschienen Modelle Ryzen 9 7900X, Ryzen 7 7700X und Ryzen 5 7600X um CPUs ohne den Buchstaben am Ende mit einem Hauptunterschied: Die thermische Verlustleistung sinkt von dreistelligen Werten auf 65 Watt. Als Top-Modell bleibt der Ryzen 9 7950X alleine bestehen.

Das bedeutet gleichzeitig um 100 bis 200 MHz niedrigere Turbotaktraten und klar niedrigere UVPs. Im Falle der bereits länger erhältlichen X-Modelle liegen die Preise inzwischen aber ohnehin deutlich unterhalb der UVP, was die Situation komplizierter macht.

Bevor wir klären, warum das der Fall ist und für wen sich die neuen CPUs lohnen, werfen wir einen Blick auf die Testergebnisse. Ein eigener GameStar-Test der Prozessoren ist ebenfalls geplant. Aktuell stellen wir aber unser CPU-Testsystem um, daher konnten wir uns die neuen Ryzen-Modelle noch nicht anschauen.

Wir planen, das aktualisierte System spätestens zum Release der für Februar 2023 erwarteten X3D-CPUs der Ryzen-7000-Reihe fertigzustellen. Warum die Fertigungsangabe in Nanometern dabei generell praktisch kaum noch eine Rolle spielt, erfahrt ihr hier:

Kaum langsamer als die bisherigen Prozessoren

Egal, ob bei Computerbase, PCGH oder Hardwareluxx: Die neuen Ryzen-Prozessoren ohne X schneiden generell nur geringfügig schlechter ab als ihre großen Brüder und Schwestern. Für das Gaming gilt das noch mehr als für Anwendungen. Wie schnell die Modelle Ryzen 9 7950X und Ryzen 7 7700X sind, erfahrt ihr auch in unseren eigenen Benchmarks des aktuellen GameStar-CPU-Testsystems.

Überraschend kommt das nicht, schließlich hat sich schon in Tests mit den X-Modellen abgezeichnet, dass sie zugunsten der Effizienz problemlos mit niedrigerer Verlustleitung betrieben werden können, ohne viel Leistung einzubüßen. Das passt außerdem zu unserer generellen Erfahrung, laut der Taktunterschiede im Bereich von wenigen 100 MHz bei CPUs in der Praxis oft kaum einen Unterschied ausmachen.

Der entscheidende Knackpunkt für die neuen Prozessoren ist damit der Preis. Da die X-Modelle mittlerweile weit unter ihrer UVP liegen, spart ihr zum jetzigen Zeitpunkt kaum Geld mit den neuen Modellen, wie die folgende Übersicht zeigt:

UVPMarktpreis
Ryzen 9 7950X849 Euroca. 610 Euro
Ryzen 9 7900X669 Euroca. 500 Euro
Ryzen 9 7900*479 Euroca. 480 Euro
Ryzen 7 7700X479 Euroca. 380 Euro
Ryzen 7 7700*369 Euroca. 370 Euro
Ryzen 5 7600X359 Euroca. 275 Euro
Ryzen 5 7600*259 Euroca. 255 Euro
*neu erschienen

Grundsätzlich halten wir die Modelle ohne X für das bessere Gesamtpaket, insbesondere für Spieler, weil sie fast genau so schnell sind, aber von Haus aus klar effizienter laufen. Außerdem ist im oben genannten Preis hier jeweils auch ein durchaus ordentlicher CPU-Kühler von AMD enthalten. Bei der aktuellen Preislage kann es aber trotzdem verlockend sein, stattdessen doch zu einer X-CPU zu greifen.

Wir gehen allerdings davon aus, dass die Modelle ohne X noch ein gutes Stück im Preis sinken und somit zu einem sehr guten Angebot werden. Auch wenn das nicht gesichert ist, kann es also zumindest nicht schaden, noch eine Weile mit dem Kauf zu warten.

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Für wen lohnt sich das und was ist mit den X3D-CPUs?

Die neuen Ryzen-Prozessoren sind vor allem dann interessant für euch, wenn eure CPU bereits etwas älter ist (bis maximal Ryzen 2000/3000 oder Intel Core i 8000/9000). Bedenkt allerdings, dass ihr beim Kauf auch ein neues Mainboard und DDR5-Speicher braucht. Letzterer sollte außerdem möglichst flott unterwegs sein.

Wollt ihr dagegen das absolute Maximum an (Spiele-)Leistung, solltet ihr euch entweder bei Intels sehr flotten Core-i-13000-Prozessoren umsehen, die auch noch mit DDR4-RAM betrieben werden können. Wie gut die aktuellen Intel-Modelle sind, erfahrt ihr im folgenden Test:

Intel Core i5 13600K im Test: Eine sehr gute Wahl für jeden Spiele-PC - und nicht nur das

Alternativ wartet ihr auf die im Februar kommenden X3D-CPUs der Ryzen-7000-Reihe. Genauer gesagt sind das der Ryzen 7 7800X3D, der Ryzen 9 7900X3D und der Ryzen 9 7950X3D. Sie werden allerdings voraussichtlich erst ab 500 Euro aufwärts zu haben sein und damit kein günstiger Spaß.

Was denkt ihr über die neuen Ryzen-7000-Modelle ohne X? Eine gute Ergänzung für den Markt, nicht wirklich nötige Produkte oder etwas dazwischen? Schreibt es gerne in die Kommentare!

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