Bei mir zu Hause läuft der TV täglich, oft zwischen zwei und vier Stunden. Was ich damit mache? Streamen und spielen. Das war’s.
Samsung möchte gerne mehr aus unseren Fernsehern machen. Deshalb haben die Südkoreaner eine neue Plattform gelauncht: Vision AI Companion.
Ich erkläre euch nicht nur, was das ist, sondern warum ich auch dieses Feature nicht brauchen werde. Ich sag's nicht oft, wir sollten uns wieder auf die Wurzeln besinnen – zumindest bei TVs.
Mehr KI auf dem TV
Auf der CES hatte Samsung Vision AI Companion angekündigt, jetzt rollt der Hersteller das Feature für sein Line-up für 2025 aus, so Samsung selbst.
Was ist Vision AI Companion? Am ehesten lässt sich die Funktion als eine Art Knotenpunkt aus diversen KI-Begleitern beschreiben: Samsungs Bixby, Microsofts Copilot und Perplexity stehen für Aufgaben bereit.
Was kann Vision AI Companion? Laut dem Hersteller allerhand und mehr.
- Die KI kann erklären, was auf dem Bildschirm passiert und darüber hinaus Folgefragen beantworten.
- Sie soll Empfehlungen auf Basis dessen abgegeben, was man geschaut hat.
- Das Feature soll außerdem Sendungen live übersetzen können.
- Wenn ihr wollt, könnt ihr sogar das Weihnachtsessen planen – und gleich über den TV einkaufen.
Im Grunde genommen zielt Samsung damit auf ein Multiplatform-Tool ab, das jede und jeder im Haushalt verwenden kann. Wie der Name schon sagt, soll die Funktion ein Kompagnon sein, der einem bei allem hilft.
Warum ausgerechnet der TV als KI-Assistent?
Wir leben nicht nur in einer Zeit, in der überall KI aufpoppt (selbst da, wo ich sie nicht haben will), sondern alle Geräte im Grunde Computer sind.
Auf dem Papier klingt Vision AI Companion cool, aber wer nutzt das? Und das meine ich nicht im Sinne von »schaut mal, wie nutzlos das ist«, sondern was macht das Feature besser als andere?
Im Grunde macht das den TV zu einem Smart-Home-Hub. Die Smart-Home-Besitzer, die ich kenne, machen das entweder über das Handy oder Tablet. Den Fernseher kann ich mal nicht eben aus der Hosentasche ziehen.
3:12
Habe ich die Zukunft gesehen? So sehr wie dieser TV hat mich noch nie ein neuer Fernseher begeistert
Als Tech-Redakteur und -Autor habe ich in den letzten Jahren gemerkt, dass uns Firmen vor allem Lösungen für Probleme verkaufen, die im Grunde keine sind. Diesen Vibe bekomme ich hier auch.
Ich finde, man muss den Fernseher nicht neu erfinden und ihm schon gar nicht mehr Funktionalität andichten, als er eigentlich besitzt. Vor allem dann nicht, wenn andere Geräte das leichter machen.
Besinnen wir uns bitte wieder mehr auf TV
Im Februar 2024 schrieb ich eine Kolumne darüber, dass ich nicht noch mehr KI in meinem Fernseher brauche. Dabei bezog ich mich ausschließlich auf solche, die Bild und Ton verbessern sollen, denn da pfuscht mir die KI schon zu viel rein.
Fakt ist: TVs sind heute Computer – und dagegen müssen wir auch nichts unternehmen. Die Zeiten von »dummen« TVs sind vorbei, das ist gut so.
Ja, Smart-TVs zeigen Werbung und sie werden langsamer, wenn der Cache voll läuft. Sie bieten mir aber auch viel, zum Beispiel:
- Prozessoren steuern das Bild und die Beleuchtung viel diffiziler. Ergo: Ich bekomme ein besseres Bild.
- Über den Startbildschirm surfe ich direkt diverse Streaming-Dienste an.
- Mit Screen-Mirroring zeige ich der Familie Urlaubsfotos und jeder kann etwas sehen.
- Wenn Gäste da sind, lasse ich Spotify laufen und habe guten Klang dank meines Sounddecks.
Funktionen wie Vision AI Companion lenken für mich nur vom eigentlichen Spaß eines TVs ab: Die Immersion, die ich habe, wenn ich einen Film oder eine Serie schaue. Ich wünsche mir Fernseher, die in genau das einzahlen und nicht ins Gegenteil, nämlich mich davon ablenken wollen.
Male ich hier gerade schwarz? Vielleicht, denn womöglich bindet sich so ein Samsung-TV mit Vision AI Companion in ein bestehendes Smart Home ja gut ein.
Ich jedenfalls möchte während eines Films oder einer Serie nicht darüber nachdenken, was für einen leckeren Burger gerade jemand auf dem Bildschirm mampft. Oder was das eigentlich für ein Aston-Martin-Modell ist, das der Bond gerade fährt. Wenn ich mir nämlich darüber Gedanken mache, hat mich die Story verloren – und ich werde alles dafür tun, mich nicht von einer etwaigen aufdringlichen KI ablenken zu lassen, sondern den Film genießen.







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